Martin R. Textor
 
Welt
Zeitraum Neue Entwicklungen

2010-2019

  • der geopolitische Einfluss von USA und Westeuropa nimmt ab, da diese Länder für Weltwirtschaftskrise verantwortlich gemacht werden
  • Kapitalismus, Demokratie und westliche Kultur sind geschwächt: neue Wertediskussion (Sozialismus, soziale Marktwirtschaft, gerechte Gesellschaft, Nachhaltigkeit)
  • langfristiges jährliches Wirtschaftswachstum (bis 2050): Indien ca. 6%, China über 4%, Brasilien gut 4%, USA rund 1,9%, Deutschland etwa 1,7%, Japan ca. 1,4%
  • westliche Länder haben große Schwierigkeiten, öffentliche Schulden abzubauen - alleine die USA haben laut CNN Money.com von 2007 bis Anfang 2009 zur Bewältigung der Finanzkrise 8.887 $ pro Person ausgegeben und weitgehend durch neue Schulden finanziert
  • politische Bedeutung von China wächst schneller als erwartet, da Währungsreserven 2 Billionen $ überschreiten dürften und Wirtschaft weiter wächst
  • wachsende Ungleichheit in Ländern wie China und Indien, aber auch in Lateinamerika. Gefahr von Unruhen
  • Massenmedien, multinationale Konzerne und das Internet führen zu einer globalen Kultur (ähnliche Lebensstile, Kleidung, Haltungen usw.)
  • zunehmende Zahl von Atommächten
  • mehr Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen/ politischen Gruppierungen in einzelnen Ländern
  • zunehmende Gefährdung durch Terroristen
  • 2011: 75% der Menschen weltweit verfügen über ein Handy
  • Dritte Welt: Trends in Richtung bessere Bildung, mehr Gleichberechtigung der Geschlechter, niedrigere Geburtenrate und mehr Demokratisierung
  • 2015: Indien hat innerhalb von fünf Jahren 1.100 neue Universitäten gegründet
  • Computer auch in der Dritten Welt weit verbreitet
  • 2015: 59 Megacities mit mehr als 5 Mio. Einwohnern
  • wegen Verstädterung zunehmende Gefahr von Epidemien

2020-2029

  • 2020: Staatsverschuldung pro Person: 37.327 Euro in Deutschland, 72.604 $ in den USA, 94.325 $ in Japan, 6.901 $ in Russland, 2.226 $ in China und 1.279 $ in Indien
  • 2020: in den USA fehlt der Nachwuchs: nur 50 Mio. von rund 122 Mio. freien Stellen können mit hoch qualifizierten Arbeitnehmern besetzt werden
  • 2025: in Indien ist die Zahl der Schulabgänger von knapp 13 Mio. (2009) auf 30 Mio. gestiegen; immer mehr junge Menschen studieren
  • 2025: Weltbevölkerung erreicht 8 Mrd. Menschen (heute: 6,71 Mrd.)
  • China: bis 2025 sollen 350 bis 400 Mio. Menschen zusätzlich in die Städte ziehen; 2030 könnte die Stadtbevölkerung 1 Mrd. Menschen betragen
  • die USA verlieren weltweit an Bedeutung; Russland, China, Indien und Brasilien spielen eine immer größere Rolle in der Weltpolitik
  • 2027: die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben die Wirtschaftskraft der G7-Staaten erreicht
  • 2028: mehr Menschen leben in Indien als in China
  • internationale Organisationen sind immer weniger in der Lage, mit den neuen Herausforderungen fertig zu werden. Kein Land hat hier die Führerschaft inne
  • Transfer des Wohlstands von "Ost nach West"
  • 2025: eine Milliarde Millionäre (in US $) weltweit, größere Ungleichheit zwischen Reich und Arm

2030-2039

  • 2030: in den USA leben 364 Mio. Menschen (2007: 300 Mio.), in Russland 124 Mio. (142 Mio.), in Japan 115 Mio. (128 Mio.)
  • 2030: in Japan werden 31,8% der Menschen über 65 sein (2007: 21,5%), in Deutschland 28,2% (19,8%), in den USA 19,7% (12,5%)
  • 2030: in China ist Zahl der über 60-Jährigen mit 235 Mio. mehr als doppelt so hoch wie 2009 (100 Mio.)
  • 2030: in China finden rund 30 Mio. Männer keine Frauen, da zu Beginn des Jahrhunderts mehr weibliche als männliche Föten abgetrieben wurden
  • 2030: Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung ist von 23,4% (2010) auf 26,4% gestiegen
  • 5 Mrd. Menschen leben in Städten, in denen es immer mehr Armut (Slums) und immer größere Umweltprobleme (Luftverschmutzung, kein/ unsauberes Wasser, Müllberge, unzureichendes Klären von Abwasser) gibt
  • 2030: nur noch 1.800 qm Ackerland pro Person (2005: 2.300 qm): in vielen Regionen Nahrungsmittelmangel
  • 2030: der weltweite Wasserverbrauch ist von 4.500 Mrd. (2009) auf 6.900 Mrd. Kubikmeter angestiegen; etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist von akuter Trinkwasser-Knappheit betroffen
  • bis 2030: Zahl der PKW hat sich gegenüber 2009 in Indien verdreifacht, in Indonesien vervierfacht und in China verzehnfacht
  • 2030: mehr als die Hälfte der Menschen hat Übergewicht
  • 2030: Zahl der Diabetiker ist weltweit mit rund 500 Mio. doppelt so hoch wie 2009
  • 2030: weltweit sterben 17 Mio. Menschen pro Jahr an Krebs (2009: 7,6 Mio.)
  • 2030: weltweit sterben mehr als 8 Mio. Menschen an den Folgen des Rauchens (2010: 6 Mio.)
  • 2030: 83% aller Menschen haben Zugang zu Elektrizität (2000: 73%)

2040-2049

  • 2040: rund 1,3 Mrd. Menschen sind älter als 65 Jahre
  • 2040: 320 Mio. Chinesen sind älter als 65 Jahre - 22% der Bevölkerung
  • 2040: China erwirtschaftet rund 40% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und erzielt ein Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 85.000 $ (Europa: 5% der globalen Wirtschaftskraft)
  • 2040: zusätzliche 2-4 Mrd. Menschen sind zu Wohlstand gekommen
  • 2040: Zahl der in Slums lebenden Städter hat sich gegenüber 2007 verdoppelt: 2 Mrd. Menschen
  • 2045: US-Bevölkerung von 300 Mio. (2008) auf 400 Mio. Menschen gestiegen
  • Pakistan ist mit knapp 300 Mio. Menschen das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung

2050-2059

  • 2050: die Weltbevölkerung umfasst 9,42 Mrd. Menschen (2008: 6,81 Mrd.), davon sind 2 Mrd. über 60 Jahre alt. In Afrika wird die Bevölkerung von 999 Mio. auf 1,99 Mrd., in Lateinamerika/ Karibik von 580 Mio. auf 724 Mio. sowie in Nordamerika von 341 Mio. auf 481 Mio. zunehmen, in Europa von 738 Mio. auf 702 Mio. sinken
  • 2050: weltweites Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nur 2,2 Mal größer als heute
  • 2050: rund 3 Mrd. Menschen werden hungern, insbesondere aufgrund der vom Klimawandel bedingten Ernteeinbußen
  • 2050: in den OECD-Ländern wird 1 von 10 Menschen 80 Jahre alt und älter sein (2010: 1 von 25 Menschen)
  • 2050: in China müssen 100 Erwerbstätige für 60 Rentner aufkommen
  • 2050: knapp 3 Mrd. PKW weltweit

2060-2100

  • 2100: 80% aller Menschen leben in Städten
  • 2100: Weltdurchschnittsalter 45,5 Jahre (2008: 30,4 Jahre)
  • 2100: 22,3% der Weltbevölkerung wird 65 Jahre alt und älter sein (2010: 7,6%)
  • 2100: mehr als die Hälfte der Sprachen, die derzeit gesprochen werden (davon 400 von 95% der Menschheit), werden nicht mehr benutzt

Anhang