Martin R. Textor
 
Weltgeschehen

Gliederung:
Weltbevölkerung
Auf dem Weg zu einer multipolaren Welt
Die "alten" Mächte verlieren an Bedeutung
Der Aufstieg der Schwellenländer
Entwicklungsländer vor neuen Krisen
Krisenherde der Gegenwart und Zukunft
Tabellarische Übersicht

Weltbevölkerung

Derzeit umfasst die Weltbevölkerung ca. 7,3 Milliarden Menschen. Laut einer Prognose der UN aus dem Jahr 2015 werden 2050 über 9,7 Milliarden und 2100 ca. 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Bei dieser Prognose wird von einem weltweiten Fertilitätsrückgang von 2,5 Kindern pro Frau auf 2,0 Kinder ausgegangen. Bliebe jedoch die derzeitige Zahl der Kinder pro Frau konstant, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf rund 26 Milliarden Menschen anwachsen.

Im Jahr 2050 kämen 72 Menschen auf einen Quadratkilometer Landfläche (ohne Antarktis und nördliche Polargebiete) - in Deutschland sind es derzeit 226 Menschen. So gibt es eigentlich genug Platz für all diese Menschen, und auch ihre Ernährung könnte sichergestellt werden. Jedoch findet das Bevölkerungswachstum vor allem in Regionen statt, die schon jetzt Probleme mit Wassermangel, unzureichender landwirtschaftlicher Produktion und Armut haben. Hier ist in Zukunft mit Wanderungsbewegungen und ethnischen Spannungen zu rechnen. So wird der Anteil der Menschen, die in den weniger entwickelten Regionen der Erde leben, von derzeit 83% auf 87% ansteigen. Vor allem Afrika ist betroffen: Hier wird die Bevölkerung von derzeit knapp 1,2 Milliarden Menschen bis 2050 auf ca. 2,5 Milliarden und bis 2100 auf rund 4,4 Milliarden Menschen zunehmen bzw. der Anteil an der Weltbevölkerung von 16,1% (2015) auf 39,1% (2100).

Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung wird laut UN von 29 Jahren (2010) auf 36 Jahre (2050) steigen. Zugleich wird der Bevölkerungsanteil der Kinder bis 15 Jahre von 25,8% (2013) auf ca. 20% (2050) sinken, der Anteil der über 60-Jährigen hingegen von 11,7% auf 21,1% ansteigen. Der Grund hierfür ist die weiter zunehmende Lebenserwartung, mitbedingt durch eine bessere medizinische Versorgung. Die Lebenserwartung eines im Jahr 2013 geborenen Menschen liegt bei 71,5 Jahren - 1990 betrug sie noch 65,3 Jahre. Jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern: Während die Lebenserwartung für Japaner 83,3 Jahre beträgt, liegt sie in Lesotho bei 48,3 Jahren.

Laut HelpAge Deutschland leben zwei Drittel der Menschen über 60 Jahre in Entwicklungsländern. Von ihnen haben rund 80% kein regelmäßiges Einkommen; 100 Millionen leben von weniger als 1 US $ pro Tag. Viele mussten zudem die Verantwortung für ihre Enkel übernehmen, weil deren Eltern an AIDS oder anderen Krankheiten gestorben sind oder in weit entfernten Städten arbeiten.

Für die kommenden Jahrzehnte wird eine weitere Zunahme der weltweiten Verstädterung erwartet. Während im Jahr 1950 erst 30% der Menschen in Städten lebten, wurde bereits im Jahr 2007 die 50%-Grenze überschritten. Für 2030 wird mit mehr als 60% und für 2050 mit ca. 70% gerechnet. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Verdopplung der Stadtbevölkerung zwischen 2007 und 2050 von 3,3 auf 6,8 Milliarden Personen. Immer mehr Menschen werden in "Megacities" mit mehr als 10 Millionen Einwohnern leben und arbeiten - zunehmend in Wolkenkratzern. Alleine in Peking werden in den nächsten Jahren 300 Hochhäuser gebaut. Ein ähnlicher Bauboom findet in Dubai, Schanghai, Seoul und vielen anderen Großstädten des Nahen und Fernen Ostens statt. Die Hochhäuser werden immer spektakulärere Formen annehmen: runde, schräge, asymmetrische und unregelmäßige. Außerdem wird mehr Wert auf Klimatechnik gelegt, werden kleine Parks, öffentliche Plätze und sogar Biosphären in die Wolkenkratzer eingebaut. Hingegen wird es weniger Grünflächen zwischen den Gebäuden aufgrund der Nachverdichtung geben.

Die zunehmende Verstädterung reduziert den Bevölkerungsdruck auf dem Land - derzeit beanspruchen Städte etwa 3% der Erdoberfläche. Zudem können Städte eine effizientere Infrastruktur bieten. Allerdings sind sie schon jetzt für 78% des CO2-Ausstoßes und 60% des Wasserverbrauchs verantwortlich.

(Groß-) Städte bilden Zentren der Weltwirtschaft, in denen neben den "Global Players" viele andere Unternehmen Arbeitsplätze "produzieren", die Menschen aus der Umgebung magisch anziehen. Aber nicht alle werden eine Stelle finden. So wird die Zahl der Slum-Bewohner laut UN bis 2020 von 1 Milliarde auf 1,4 Milliarden Menschen ansteigen. Neben Slums wird es separate Stadtteile für schlechter und besser Verdienende geben - bis hin zu "Gated Communities" für die Reichen. Aber auch die Mitglieder ethnischer und religiöser Minderheiten oder anderer Subkulturen werden sich in bestimmten Stadtteilen ballen.

Wie in den letzten zwei Jahrzehnten, so wird auch in den kommenden Jahren die Weltbevölkerung im Durchschnitt immer reicher werden. Allerdings dürfte zugleich die Ungleichheit zwischen den Menschen in Industrie- und in Entwicklungsländern zunehmen. Im Jahr 2015 betrug laut Weltbank das durchschnittliche Bruttonationaleinkommen pro Einwohner 10.510 US $. Die Pro-Kopf-Beträge schwankten bei Industrieländern zwischen 93.740 $ (Norwegen), 55.980 $ (USA), 45.940 $ (Deutschland), 43.390 $ (Großbritannien), 40.540 $ (Frankreich) und 36.680 $ (Japan), bei Schwellenländern zwischen 11.450 $ (Russland), 9.850 $ (Brasilien), 6.080 $ (Südafrika), 7.930 $ (China) und 1.600 $ (Indien). Am niedrigsten waren sie bei den Entwicklungsländern Niger (390 $), Liberia (380 $), Malawi (340 $), Zentralafrikanische Republik (330 $) und Burundi (260 $). Oxfam schätzte, dass im Jahr 2016 die acht reichsten Männer der Erde mit 426 Milliarden US $ mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besaßen (409 Milliarden US $).

In den meisten Staaten, insbesondere in den Schwellenländern, ist eine positive Entwicklung in den Bereichen Produktion und Konsum festzustellen; diese Tendenzen dürften sich auch in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. Wo dies nicht geschieht, ist laut dem Zukunftsforscher Matthias Horx eine Vielzahl von Ursachen dafür verantwortlich - nicht aber die Globalisierung bzw. die Ausbeutung der Armen durch die Reichen. Länder (insbesondere in Ost- und Südasien sowie in Lateinamerika), die sich in den 1980er Jahren für die Globalisierung geöffnet haben, hätten ein großes Wirtschaftswachstum und eine starke Steigerung des Lebensstandards erlebt - im Gegensatz zu Ländern (zumeist in Afrika und Westasien), die sich dieser Entwicklung gegenüber verschlossen haben.

Auf dem Weg zu einer multipolaren Welt

Während derzeit die USA noch das politische Geschehen als größte Weltmacht dominiert, wird für die kommenden Jahrzehnte mit dem Entstehen einer multipolaren Welt gerechnet: China, Russland, Indien, Brasilien und weitere Schwellenländer werden eine immer größere Rolle in der Weltpolitik spielen. So haben die weitgehend erfolglosen politischen und militärischen Interventionen der USA und ihrer europäischen Verbündeten im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika, in Ex-Jugoslawien und in der Ukraine gezeigt, wie begrenzt der Einfluss der alten Mächte ist.

Ferner hat die Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Jahr 2007 begann, das Vertrauen der Menschheit in die freie Marktwirtschaft bzw. in den Kapitalismus erschüttert, zumal die stärker staatlich kontrollierte Wirtschaft Chinas kaum betroffen ist und weiter expandiert - ja China wurde 2013 sogar die größte Handelsnation. Hingegen verlieren die USA, die europäischen Länder und Japan an Bedeutung, da sie anstehende Probleme wie die Regulierung der Finanzmärkte oder die Begrenzung des Klimawandels nicht lösen. Zudem werden ihre Handlungsspielräume immer mehr durch die Staatsverschuldung begrenzt: Im Jahr 2014 lagen die Staatsschulden laut McKinsey Global Institute in Japan bei 234% des Bruttoinlandsprodukts, in Großbritannien bei 92%, in den USA bei 89% und in Deutschland bei 80%. Berücksichtigt man zusätzlich die Schulden von Unternehmen und Privathaushalten, dann entspricht die Schuldenlast in Japan 400% des Bruttoinlandsprodukts, in Frankreich 280%, in Großbritannien 252%, in den USA 233% und in Deutschland 188%.

Laut der Staatsschuldenuhr von boerse.de betrugen am 26.03.2016 die Pro-Kopf-Schulden in Deutschland 27.779 Euro, in den USA 63.052 $ und in Japan 98.436 $, jedoch in Russland nur 6.143 $, in China 2.991 $ und in Indien sogar nur 1.016 $. Für 2026 wird eine Verschuldung pro Person prognostiziert von 33.873 Euro in Deutschland, 98.684 $ in den USA, 115.778 $ in Japan, 10.497 $ in Russland, 3.213 $ in China und 1.704 $ in Indien. So gilt es als unwahrscheinlich, dass die europäischen Staaten, Japan und die USA in den nächsten Jahren ihre Schulden abbauen können, da die Rentenausgaben und Gesundheitskosten aufgrund der Alterung der Bevölkerung rasant ansteigen werden. Sie können aber auch ihre Schuldenberge nicht immer weiter erhöhen - deshalb ist mit neuen Schuldenkrisen zu rechnen..

Im Januar 2015 beschloss die Europäische Zentralbank, Staatsanleihen aller Eurostaaten für monatlich 60 Mrd. Euro aufzukaufen. Für dieses Programm sollen mehr als 1 Billion Euro "geschaffen" werden. Deutschland haftet für 28% der Schulden der EZB. Während die Wirtschaft von dem sinkenden Eurokurs profitiert (größere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt), leiden Sparer, Banken, Lebensversicherungen und Bausparkassen unter den niedrigen Zinsen. Hinzu kommt, dass die Finanzpolitik der EZB es den (süd-) europäischen Staaten erleichtert, neue Schulden aufzunehmen und notwendige Wirtschaftsreformen zu verschieben. Seit Juni 2016 kauft die EZB auch Unternehmensanleihen auf - das "billige" Geld könnte Unternehmen verleiten, unnötige Risiken einzugehen. Aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB könnte es in naher Zukunft zu neuen Blasenbildungen z.B. auf den Aktien- und Immobilienmärkten kommen. Im März 2016 meldete die EZB-Bankenaufsicht, dass Europas Banken krisenanfällig seien: Sie litten unter Niedrigzinsen, veralteten Geschäftsmodellen und maroden Krediten. Und einige Monate später wurde berichtet, dass alleine die italienischen Banken auf faulen Krediten in Höhe von 360 Mrd. Euro sitzen würden, was einem Fünftel der Wirtschaftsleistung von Italien entspräche. Dementsprechend könnte es in naher Zukunft weitere Finanz- und Eurokrisen geben..

Die "alten" Mächte verlieren an Bedeutung

Hinsichtlich der Einschätzung der Zukunft der USA gibt es zwei divergierende Perspektiven. Auf der einen Seite glauben Zukunftsforscher wie Dmitry Orlov oder James Howard Kunstler, dass die USA als Weltmacht an Bedeutung verlieren wird. Sie gehen davon aus, dass dem Finanzsektor weitere Krisen bevorstehen, dass das Wirtschaftswachstum niedrig bleiben wird, dass Steuern und Abgaben steigen werden (z.B. wegen der Alterung der Bevölkerung und um die vernachlässigte Infrastruktur modernisieren zu können), dass der Klimawandel die amerikanische Landwirtschaft negativ beeinflussen wird usw. Anstatt auf die neuen Herausforderungen zu reagieren, das Finanz- bzw. Wirtschaftssystem umzubauen und die Bevölkerung auf "magere Zeiten" vorzubereiten, würde die US-Regierung nach dem Motto "More of the Same" handeln.

Auf der anderen Seite sind Zukunftsforscher wie Andreas Eschbach oder George Friedman der Meinung, dass die USA - politisch, kulturell und militärisch - eine Supermacht bleiben werden. Im Gegensatz zu Europa und Japan verlaufe die demographische Entwicklung positiv (z.B. bestandserhaltende Geburtenrate, Zuwanderung junger Menschen). Die USA kontrolliere sowohl den Nordatlantik als auch den Pazifik - und damit das Welthandelssystem. Auch verlaufe die wirtschaftliche Entwicklung wieder recht positiv, zumal die USA bei Zukunftstechnologien führend seien. Zudem ist das Land dank Fracking immer weniger auf Öl- und Gasimporte angewiesen, sind die Energiepreise gefallen.

In den letzten Jahrzehnten hat die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft stark zugenommen. Laut dem Pew Research Institut sank der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung von 61% In Jahr 1971 über 54% im Jahr 2001 auf 50% im Jahr 2015. Gleichzeitig werden die Reichen immer reicher, gibt es immer mehr arme Menschen. Die Arbeitslosenquote in den USA wird auch in den kommenden Jahren recht hoch bleiben - mitbedingt dadurch, dass die Zahl der Stellen für wenig qualifizierte Arbeitnehmer zurückgehen wird. Hingegen werden weiterhin Arbeitskräfte mit (natur-) wissenschaftlichen und technischen Abschlüssen gesucht werden, aber auch Mitarbeiter für den Bildungs-, Gesundheits- und Pflegebereich. So können derzeit mehr als 1 Million Stellen mangels hoch qualifizierter Bewerber nicht besetzt werden - diese Zahl könnte bis 2020 auf 12 bis 14 Millionen anwachsen, da viele Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure aus der "Babyboom"-Generation in Rente gehen werden. Der Nachwuchs fehlt, weil in den letzten Jahren nur wenige Studenten diese Fachgebiete gewählt haben - sie studierten lieber Finanz- und Wirtschaftswissenschaften. Auch bleiben zu viele junge Amerikaner ohne Schul- bzw. Berufsabschluss; andere erwerben zu niedrige Qualifikationen.

Ähnliches gilt für Europa, Russland, Japan und Südkorea, wo die Situation noch durch die sinkenden Geburtenraten verschärft wird. Der Wirtschaft in den USA, in Europa und in Ostasien wird es auch immer schwerer fallen, offene Stellen mit Immigranten zu besetzen, da hoch qualifizierte Chinesen, Inder, Südamerikaner usw. in ihren Heimatländern immer bessere Berufschancen haben werden.

Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten wird damit gerechnet, dass sich die USA tendenziell abschotten und aus der Weltpolitik zurückziehen werden. Falls das Land aus Freihandelsabkommen austreten oder die Zölle stark erhöhen sollte, könnte dies den Welthandel beeinträchtigen und negative Folgen vor allem für Exportländer wie Deutschland, China, Südkorea oder Japan haben. Sollten die USA - wie von Trump angekündigt - ihr militärisches Engagement in Europa reduzieren, könnte dies zu höheren Militärausgaben in den EU-Ländern und zu mehr Unsicherheit führen.

Europa wird laut dem Bericht "Global Trend 2025" des National Intelligence Council in den kommenden Jahren wohl eine wichtige Wirtschaftsmacht bleiben, aber weder zu einem einflussreichen globalen Akteur - der mit einer Stimme spricht - noch zu einer Militärmacht werden. Nationale Interessen würden weiterhin eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik erschweren. Auch müsste ein immer größer werdender Anteil des Steueraufkommens darauf verwendet werden, den durch Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung und Überalterung gefährdeten Wohlfahrtsstaat zu retten. Die Wirtschaft dürfte nur noch in kleinen Schritten liberalisiert werden und weiterhin in hohem Maße von Energielieferungen aus Russland abhängig sein.

Hinzu kommt, dass der Brexit die EU auf Dauer schwächen wird. So war Großbritannien nach Deutschland die größte Wirtschaftsmacht in der EU und ebenfalls ein Nettozahler - knapp 5 Mrd. Euro pro Jahr müssen nun von anderen Ländern übernommen oder eingespart werden. Zudem ist mit einer langen Phase der Unsicherheit zu rechnen, da die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien neu geregelt werden müssen und das Austrittsland mehr als 10.000 EU-Regulierungen durch nationales Recht ersetzen muss. Dies wird sowohl die Handelsbeziehungen zwischen EU und Großbritannien belasten als auch zu weniger Investitionen in dem Austrittsland führen. Darunter wird auch die deutsche Wirtschaft leiden - schließlich ist Großbritannien der drittwichtigste Handelspartner der Bundesrepublik. Außerdem könnte es zu einem "Dominoeffekt" kommen, wenn andere Länder ebenfalls Volksabstimmungen über einen EU-Austritt durchführen sollten. So gibt es starke EU-kritische Bewegungen in Frankreich und den Niederlanden, aber auch in Finnland, Italien, Polen, Ungarn und Tschechien. Diese könnten z.B. bei neuen Wirtschafts- und Schuldenkrisen (s.o.) an Einfluss gewinnen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Japan verlief lange Zeit eher schleppend und hat erst 2013 wieder zugelegt. Wohl ist Japan noch die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und liegt auf Platz 4 der exportstärksten Länder. Allerdings ist das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2003 und 2013 kaum gewachsen. Nach Schätzungen der japanischen Regierung wird sich die Zahl der Senioren bis 2050 von heute 20,1% - das ist bereits Weltrekord - auf rund 40% der Bevölkerung verdoppeln. Dann werden laut dem Japan Center for Economic Research 70% der nationalen Arbeitskraft verschwunden sein. Das reiche der Wirtschaft noch nicht einmal für ein Nullwachstum.

Der Aufstieg der Schwellenländer

Als Staaten mit Zukunft gelten die Schwellenländer, insbesondere China, Russland, Indien, Brasilien, Indonesien, Mexiko und die Türkei. China und Russland sind aufgrund ihrer militärischen, politischen bzw. wirtschaftlichen Stärke bereits große Machtzentren in der sich abzeichnenden multipolaren Welt. Sie grenzen sich als autoritäre Staaten gegenüber den westlichen Demokratien ab und gehen ihren eigenen Weg. Wie die Besetzung der Krim zeigt, nimmt Russland sogar einen neuen "kalten Krieg" in Kauf, wenn es seinen Einflussbereich ausweiten kann.

China könnte nach Ansicht vieler Ökonomen bis zum Jahre 2030 das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten erreichen. Das Land ist inzwischen zum bedeutendsten Industrieland - zur "Fabrikhalle der Welt" - geworden: Hier erwirtschaften die Fabriken rund 44% des Bruttoinlandsprodukts (2011). Ende 2011 wurden 226 Millionen Fabrikarbeiter gezählt.

Zudem ist China die größte Handesnation der Welt. Im Jahr 2012 wurden Waren im Wert von rund 2 Billionen US $ exportiert; rund ein Viertel der Exportgüter war Elektronik. Aufgrund des Exportbooms hat China mit rund 3,66 Billionen $ (2013) die höchsten Währungsreserven der Welt angesammelt. Auch wird immer mehr für die Qualifizierung des Nachwuchses getan: So gibt es mehr als 2.200 chinesische Hochschulen und Universitäten, an denen etwa 31 Millionen Chinesen studierten. Besonders viele Mittel werden in technische Studien investiert. Schreitet der Ausbau des tertiären Bildungssektors wie geplant voran, wird China im Jahr 2025 mehr Studenten haben als Europa und die USA zusammen. Inzwischen veröffentlichen chinesische Forscher mehr wissenschaftliche Artikel und erhalten mehr Patente als ihre Kollegen in anderen Ländern.

Laut dem Nobelpreisträger Robert Fogel aus Chicago wird China im Jahr 2040 rund 40% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften und ein Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 85.000 $ erreichen (Europa: 5% der globalen Wirtschaftskraft, die Hälfte des chinesischen Einkommens). Im Jahr 2013 gab es bereits 2,8 Millionen Dollar-Millionäre in China. Aber auch die Mittelschicht wird immer größer. Bis 2025 sollen 350 bis 400 Millionen Menschen - mehr als die Gesamtbevölkerung der USA - zusätzlich in die Städte ziehen; 2030 könnte die Stadtbevölkerung dann 1 Milliarde Menschen betragen. So wird China "die größte Baustelle der Welt" bleiben: Derzeit wachsen die urbanen Regionen um 2 Milliarden Quadratmeter pro Jahr.

Es gibt aber auch Hemmnisse für das weitere Wachstum Chinas: mangelnde Infrastruktur, die defizitären staatseigenen Betriebe, der hohe Bedarf an Energie und Rohstoffen, Anti-Dumping-Maßnahmen der Industrieländer und Schutzklauselanwendungen gegen chinesische Produkte, der rudimentäre Stand des Finanzsektors, die kontrollierte Währung, latente notleidende Kredite im geschätzten Volumen von 30 bis 40% des Bruttoinlandsproduktes, hohe Korruption, eine zunehmende Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften, unzureichende soziale Sicherungssysteme, wachsende Einkommensunterschiede, große regionale Disparitäten, die sich abzeichnende Wasserkrise und die Umweltverschmutzung. Selbst wenn die Staatsschulden in China laut dem McKinsey Global Institute im Jahr 2014 nur 55% des Bruttoinlandsprodukts ausmachten, ergibt sich an anderes Bild, wenn man zusätzlich die Schulden der Wirtschaft (125% des BIP), des Finanzsektors (65% des BIP) und der Privathaushalte (38% des BIP) berücksichtigt. Dann liegt die gesamte Schuldenlast in China mit 282% des Bruttoinlandsprodukts über der von Deutschland mit 258% und den USA mit 269%.

Insbesondere die Wanderarbeiter werden als "Modernisierungsverlierer" eine große Problemgruppe bleiben. Dazu kommt eine zunehmende Alterung der Gesellschaft: Im Jahr 2050 wird das Medianalter 45 Jahre anstelle von jetzt 33 Jahre betragen; knapp ein Viertel der Chinesen wird dann älter als 65 Jahre sein. So müssen in den kommenden Jahrzehnten die sozialen Sicherungssysteme ausgebaut werden, was die wirtschaftliche Entwicklung bremsen dürfte. Weniger positive Szenarien gehen deshalb von einem durchschnittlichen realen Wachstum von nur noch 5 bis 6% bis zum Jahre 2020 aus.

Ferner könnten folgende Widersprüche einen weiteren Aufstieg Chinas hemmen: Einerseits will die Kommunistische Partei eine moderne Gesellschaft, andererseits aber keine Bürgerrechte. Sie will Technologien zur Modernisierung nutzen, gleichzeitig aber ihre Verwendung einschränken. China will Vorreiter auf dem Weg zur Wissensgesellschaft sein, aber zugleich den Informationsfluss kontrollieren. Die Regierung möchte den Wohlstand mehren, lässt aber die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Die Bevölkerung wird weiterhin unterdrückt, rebelliert aber vor allem auf dem Land immer häufiger gegen die Benachteiligung der Bauern und Wanderarbeiter. Korruption ist weit verbreitet; das Rechtssystem funktioniert nicht. So glauben einige Zukunftsforscher wie z.B. George Friedman, dass China in den kommenden Jahrzehnten weltpolitisch an Bedeutung verlieren oder sogar zerfallen könnte.

Indien gehört zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt (2012/13: Wirtschaftswachstum um 5%). Mitte des Jahrhunderts wird Indien voraussichtlich mit 1,7 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde sein und mit seinem Bruttoinlandsprodukt nach China und den USA an dritter Stelle liegen. 2012/13 trug der Dienstleistungssektor mit 65% zum BIP bei, wobei im "Backoffice der Welt" auch viele IT-Aufgaben und andere Geschäftsprozesse für international tätige Konzerne erledigt werden. Derzeit gibt es 620 Universitäten; die Zahl der Studenten soll von 16 Millionen im Jahre 2012 auf 40 Millionen im Jahr 2020 steigen. Wie China beansprucht Indien mehr politischen Einfluss, zumal es die größte Demokratie der Welt sei.

Unklar ist jedoch, ob in Indien die ökonomische Entwicklung mit dem Bevölkerungswachstum mithalten kann. Schon jetzt ist Armut weit verbreitet: Laut Weltbank haben 44% der Einwohner weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung; mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist unterernährt. Ferner sind in Indien - einem Land, in dem mehr als die Hälfte der Menschen Bauern sind - schätzungsweise 60% der landwirtschaftlichen Nutzflächen von Wasserknappheit, Bodenerosion und Versalzung betroffen. Zudem wird das Land immer wieder von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren heimgesucht, die durch den Klimawandel noch häufiger auftreten und zu mehr Opfern führen dürften. Weitere Risikofaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung sind z.B. die schlechte Infrastruktur, die zunehmende Luft- bzw. Umweltverschmutzung, die ineffiziente Bürokratie, das gespannte Verhältnis zu Pakistan sowie die vielen religiösen und ethnischen Konflikte, die oft mit Gewalt ausgetragen werden oder mit terroristischen Anschlägen verbunden sind.

Brasilien, Argentinien und einige andere lateinamerikanische Staaten haben dank des Rohstoff-Booms und des guten Absatzes landwirtschaftlicher Produkte einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, von dem alle gesellschaftlichen Gruppen profitierten. Zugleich führten linksgerichtete bzw. populistische Regierungen eine Umverteilungspolitik zugunsten ärmerer Menschen durch. Jedoch wurde nur wenig in Bildung, Forschung und die Förderung moderner Wirtschaftszweige investiert. So ist die skizzierte positive Entwicklung in vielen Ländern ins Stocken geraten, zumal die Einnahmen aus Rohstoffen seit dem Abflachen des Booms stark gesunken sind und die Staatsverschuldung kaum noch ausgeweitet werden kann.

Staaten, deren Reichtum vor allem auf ihren Erdölvorkommen beruht, wird zumeist eine eher negative Zukunft prognostiziert: Da die Erdölproduktion in den kommenden Jahren zurückgehen wird, werden viele dieser Staaten ihre Haupteinnahmequelle verlieren. Insbesondere in Ländern wie Saudi-Arabien, in denen die Bevölkerung stark wächst und wo schon jetzt die Arbeitslosenquote sehr hoch ist, würde dann der Lebensstandard stark sinken. Unruhen oder gar (Bürger-) Kriege könnten die Folge sein. Zudem nimmt die Marktmacht der OPEC-Staaten ab, da sich neben Nigeria, Brasilien und anderen Ländern auch die USA und Kanada zu großen Erdölproduzenten entwickeln. Um das Letzte aus ihren Erdölquellen herauszuholen, werden viele Länder mit einer verstaatlichten Erdölindustrie die Hilfe westlicher Unternehmen benötigen. Dies könnte die anti-westliche Stimmung im Mittleren Osten - aber z.B. auch in Venezuela - verstärken.

Entwicklungsländer vor neuen Krisen

Während in den Schwellenländern und einigen anderen Staaten der Dritten Welt die "Aufholjagd" begonnen hat - verbunden mit einem ungehemmten Wirtschaftswachstum -, werden hingegen die anderen Entwicklungsländer zunehmend marginalisiert. Hier können Landwirte, Handwerker und Fabriken ihre Produkte nicht mehr absetzen, weil die Märkte mit billiger - und oft subventionierter - Ware aus entwickelten Ländern überschwemmt werden. In vielen Entwicklungsländern können Unternehmen nahezu ungehindert Menschen in "Sweatshops" ausbeuten oder sich Bodenschätze aneignen. Wegen ihrer Überschuldung müssen die meisten armen Länder mehr für Tilgung und Zinsen aufbringen als ihnen an Zuwendungen zufließen. Auch wird in sie kaum investiert: Die weitaus meisten Direktinvestitionen gehen in OECD- und Schwellenländer. So wird der Abstand zwischen den Industrie- und Schwellenländern auf der einen Seite und den Entwicklungsländern auf der anderen Seite immer größer werden.

In vielen Entwicklungsländern sind die meisten Menschen noch in der Landwirtschaft tätig. Oft produzieren sie nur für den eigenen Bedarf, da die nächsten Märkte zu weit entfernt sind. Zumeist mangelt es an landwirtschaftlichen Maschinen, Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln. Viele Dörfer sind noch ohne Elektrizität und können nur über unbefestigte Straßen erreicht werden. Aber auch in Städten ist die Infrastruktur oft unzureichend. Abgesehen vom Bergbau gibt es zumeist nur wenig Industrie. So sind in vielen Entwicklungsländern bis zu 50% der jungen Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt. Das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die Verwaltung sind unterentwickelt. Viele Menschen sind Analphabeten oder haben nur einige wenige Jahre lang die Schule besucht; eine qualifizierte Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss sind selten.

Auch in den kommenden Jahren wird sich die Lebenssituation der meisten in Entwicklungsländern lebenden Menschen kaum verbessern. Selbst bei einem Wirtschaftswachstum wird das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt nur wenig ansteigen, da immer mehr Menschen in diesen Ländern leben werden. Aufgrund der weit verbreiteten Arbeitslosigkeit und Armut, der häufigen ethnischen und religiösen Konflikte, der überwiegend autoritären Regimes, der ineffizienten Bürokratie, der grassierenden Korruption, der fehlenden Rechtssicherheit und ähnlicher Gründe wird es wahrscheinlich zu noch mehr sozialen Unruhen, Staatsstreichen und Bürgerkriegen kommen, die zumeist zu einer weiteren Verschlechterung der Verhältnisse führen dürften.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) geht davon aus, dass alleine in Afrika 37 Millionen Menschen arbeitslos sind. Dazu kommen die "working poor" (Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit arm sind); ihr Anteil an der Bevölkerung wird auf rund 29% geschätzt. So ist es nicht verwunderlich, dass laut einer Gallup-Umfrage von 2016 rund ein Drittel der Menschen über 15 Jahren in Afrika - südlich der Sahara - bereit wäre, ihr Heimatland zu verlassen; in Nordafrika wäre es mehr als ein Viertel aller Menschen. In Lateinamerika und in der Karibik gäbe es mehr als 30%, in den arabischen Staaten und Ostasien mehr als 20%, in Osteuropa und Zentral- bzw. Westasien knapp 20% und in Südasien 15% Migrationswillige. Immer mehr Menschen werden somit in den kommenden Jahren z.B. nach Europa und Nordamerika auswandern wollen. Nach anderen Schätzungen (z.B. von Gunnar Heinsohn, Nato Defense College) könnten dies weltweit bis zu 600 Millionen Menschen sein.

Viele Entwicklungsländer werden unter der sich anbahnenden Ernährungskrise leiden. So müssen jedes Jahr 79 Millionen Menschen mehr ernährt werden, während gleichzeitig immer mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen durch Urbanisierung, Überbeanspruchung und Erosion verloren gehen: 1960 waren weltweit noch 4.300 Quadratmeter Ackerland pro Kopf verfügbar, 2005 waren es noch 2.300, und bis 2030 werden es nur noch 1.800 Quadratmeter sein. Der Klimawandel, die immer häufigeren extremen Wetterereignisse und die zunehmende Versalzung künstlich bewässerter landwirtschaftlicher Flächen werden die Ernährungskrise verschärfen: So wird bis 2030 mit einem Rückgang der Erträge in China bei Reis um 3%, in Südasien bei Reis um 10 bis 15% und in Südafrika bei Mais um 30 bis 47% gerechnet.

Hinzu kommt, dass insbesondere in den Schwellenländern es sich immer mehr Menschen - rund 3 Milliarden Personen - leisten können, Fleisch- und Milchprodukte zu essen. Dadurch werden die Ressourcen stärker beansprucht: Ein immer größerer Anteil der Ackerfrüchte wird nicht gegessen, sondern zur Erzeugung von Fleisch, Eiern und Milch verwendet. Um aber 1 Kilo Schweine- oder Hühnerfleisch herzustellen, benötigt ein Landwirt 2 Kilo Mais, Soja oder Weizen, bei Rindfleisch sind es schon 6 Kilo. Für einen Nordamerikaner wird etwa viermal so viel Getreide wie für einen Inder benötigt, der sich überwiegend vegetarisch ernährt. Außerdem werden für die Herstellung von 1 Kilo Getreide 1.500 Liter Wasser gebraucht, für 1 Kilo Rindfleisch aber 5.000 bis 20.000 Liter - und Wasser wird immer knapper.

Die Nachfrage nach Fleisch wird sich wahrscheinlich bis zum Jahre 2025 verdoppeln, der Bedarf an Milch um 70% steigen. Und würde die Produktion von Biosprit bis zum Jahr 2020 verdoppelt, so könnte dies den Preisanstieg bei den Nahrungsmitteln fast verdreifachen. Schon ein Drittel der Maisernte in den USA wird zu Biosprit verarbeitet - vom Äquivalent zweier Tankfüllungen könnte sich ein Mensch ein Jahr lang ernähren.

In den letzten Jahren sind die Lebensmittelpreise weltweit stark gestiegen und vor allem für die ärmste Milliarde Menschen zu einer großen Belastung geworden, da sie zwischen 50 und 70% ihres Einkommens für Ernährung ausgeben. Immer mehr Menschen haben nicht genug Geld, um genügend Grundnahrungsmittel zu kaufen. So liegt die Zahl hungernder Menschen laut der Welternährungsorganisation FAO bei rund 842 Millionen (2012). Nach Schätzungen wird die Zahl der Hungernden bis 2025 auf 1,2 Milliarden und bis 2050 auf 3 Milliarden Menschen ansteigen.

Schon jetzt streben einzelne Staaten (z.B. Indien, Vietnam, Indonesien und China) danach, durch Exporteinschränkungen für Nahrungsmittel ihre eigene Versorgung sicherzustellen. Zudem erwerben staatliche und private Unternehmen aus Saudi-Arabien, Südkorea, China, Indien und einigen anderen Ländern - im Auftrag oder mit Unterstützung der jeweiligen Regierung - Ackerland in Afrika, Südostasien und Südamerika, weil die eigene Landwirtschaft nicht genügend Lebensmittel für die Bevölkerung produziert. Im Jahr 2009 hatten sie bereits mehr Land gekauft oder gepachtet, als in den USA für den Weizen- und Maisanbau verwendet wird. Problematisch ist, dass diese Flächen häufig von der einheimischen Bevölkerung (extensiv) genutzt wurden - die nun verarmt oder sogar unter Hunger leidet. Oft wurden die Einheimischen von dem Land vertrieben; alleine in Äthiopien sollen mehr als 1 Million Menschen von diesem Schicksal betroffen sein. Da die neuen landwirtschaftlichen Betriebe hoch technisiert sind, entstehen nur wenige neue Arbeitsplätze. Zudem werden die Produkte exportiert, kommen also nicht der einheimischen Bevölkerung zugute.

Nach positiveren Szenarien kann die Ernährungskrise jedoch durch gentechnisch veränderte Pflanzen abgemildert werden, die höhere Erträge erbringen und auch in Regionen angebaut werden können, für die sie bisher noch nicht geeignet sind. Produktionszuwächse ließen sich zudem durch umweltfreundlichere Anbaumethoden und effizientere Bewässerung erreichen (z.B. durch Sprinkler oder Tröpfchenbewässerung). Der Klimawandel könnte auch dazu führen, dass in mehr Regionen Nordamerikas und Europas zwei Ernten pro Jahr eingefahren werden. Ferner gibt es viele essbare Lebewesen wie z.B. Insekten, Muscheln, Seesterne und Algen, die bisher erst in wenigen Regionen dieser Welt verzehrt werden. Ihre nur wenig Ressourcen beanspruchende Zucht könnte ausgeweitet werden. Selbst wenn weiterhin die meisten Menschen den Verzehr von Insekten, Muscheln, Seesternen oder Algen ablehnen sollten, könnten deren Bestandteile (z.B. in der Form von Insekten- oder dem bereits verwendeten Algenmehl) bei der Produktion von Fertigprodukten genutzt werden.

Ein mit der Nahrungsknappheit eng zusammenhängendes Problem ist die Wasserkrise, die neben der Dritten Welt auch OECD- und Schwellenländer trifft, dort aber besser abgefangen werden kann. Derzeit werden insgesamt 400 Millionen Menschen mit Wasser aus schwindenden Quellen versorgt. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht in der Wasserkrise eine noch größere Gefahr für die Menschheit als in der Erschöpfung der Erdölquellen und anderer Rohstoffvorkommen. In den USA sind Kalifornien, Nevada, Arizona, Colorado, Texas, Georgia, Florida und weitere Staaten vom Wassermangel betroffen. Noch problematischer ist die Situation in Südostasien: Einige hundert Quadratkilometer Himalaja-Gletscher sind die Quelle für alle wichtigen Flüsse Asiens, also für den Ganges, den Yangtse und den Gelben Fluss - und die Gletscher werden aufgrund der Erderwärmung immer kleiner. Zudem wird in Südostasien viel zu viel Grundwasser entnommen. So wird z.B. in Nordchina fast die Hälfte des Nutzwassers aus dem Boden geholt, sodass die Grundwasserpegel mancherorts um ca. 1 Meter pro Jahr sinkt, in der Henbei Provinz sogar um 3 Meter.

Wassermangel und Dürren treffen vor allem die Landwirtschaft. So könnten z.B. in Australien die Weizenerträge und die Produktion von Rindfleisch bis 2050 um 13% sinken. Auch in Nordchina ist das Wasser knapp - hier liegen aber zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen des Landes und müssen bewässert werden. Die Ernte auf 10 Millionen Hektar Land ist bedroht - sie könnte um bis zu 20% geringer ausfallen. Wegen schlechter Bewässerungssysteme kommen nur 45% des Wassers tatsächlich bei den Pflanzen an. Aber auch Chinas Industrie verbraucht drei- bis zehnmal mehr Wasser als Betriebe in entwickelten Ländern. Flüsse und Seen trocknen aus, Grundwasserpegel fallen, die Wasserverschmutzung nimmt stark zu. Nur 56% aller städtischen und industriellen Abwässer werden behandelt. Die Kosten der Wasserkrise betragen laut Weltbank schon 2,3% des Bruttoinlandsproduktes. Mehr als 300 Millionen Chinesen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Der Wassermangel wird in den nächsten Jahren ein großes Problem bleiben: Mit 7% der Wasserreserven der Welt muss China 20% der Weltbevölkerung versorgen.

Laut OECD wird der globale Wasserverbrauch bis 2050 um 55% steigen, insbesondere durch Mehrbedarf im verarbeitenden Gewerbe, bei der thermischen Stromerzeugung und in Privathaushalten. Dieser Bedarf wird mit der Wassernutzung der Landwirtschaft konkurrieren, die derzeit 70% der globalen Wasserressourcen verbrauche. So müsse vor allem hier Wasser eingespart werden. Im Jahr 2025 werden rund 1,8 Milliarden Menschen und im Jahr 2050 ca. 2,3 Milliarden Menschen in Gebieten mit extremer Wasserknappheit leben.

Krisenherde der Gegenwart und Zukunft

In den kommenden Jahrzehnten wird die Welt voraussichtlich nicht friedlicher sein als heute. So wird es in Zukunft folgende Krisenherde geben (zumeist dieselben wie heute):

  • Nordafrika (Machtkampf zwischen fundamentalistischen und liberalen Kräften; fragile Staatlichkeit; Unruhen; hohe Arbeitslosigkeit, da Auslandsinvestitionen und Touristen aufgrund der unsicheren Lage ausbleiben; zunehmende Armut),
  • der Nahe und Mittlere Osten (die Machtkämpfe zwischen Sunniten und Schiiten sowie zwischen Säkularisierern und Fundamentalisten werden fortdauern; Saudi-Arabien und der Iran werden um die Vorherrschaft in der Region kämpfen; keine wettbewerbsfähige Wirtschaft; politische Instabilität bis hin zu Bürgerkriegen wie in Syrien und im Irak; der Nahost-Konflikt könnte jederzeit wieder aufflammen; zunehmende Kluft zwischen der islamischen Welt und dem Westen),
  • der Pazifikraum (Kampf um die Vorherrschaft; Grenzstreitigkeiten zwischen China und Japan),
  • Eurasien/Zentralasien (Russland wird versuchen, seine nach Auflösung der Sowjetunion geschrumpfte Einflusssphäre wieder auszudehnen; der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wird fortdauern) und
  • Südasien (fortdauernder Konflikt zwischen Indien und Pakistan).

Ferner könnte die Großregion Indischer Ozean zur Hauptbühne für die Konflikte des 21. Jahrhunderts werden: Hier liegen "Pulverfässer" wie Somalia, der Jemen, der Iran und Pakistan; hier zeigen sich aber auch die machtpolitischen Bestrebungen von Indien und China, die in Konkurrenz um die Naturschätze stehen, einen Großteil des Handels über die Meere abwickeln und deshalb die Seewege sichern wollen. So findet bereits die Hälfte des globalen Containerverkehrs im Indischen Ozean statt. Der Transport von Erdöl wird in den kommenden Jahren eine noch größere Bedeutung erhalten, da sich Chinas Nachfrage in den nächsten 15 Jahren vermutlich verdoppeln und Indien bald der weltweit viertgrößte Energieverbraucher sein wird. China will seinen Einflussbereich Richtung Süden erweitern, während Indien seinen Einfluss von der persischen Hochebene bis zum Golf von Thailand vergrößern und seine Kontakte zu den an Bodenschätzen reichen Ländern Zentralasiens intensivieren möchte.

Mit Welt- oder gar Atomkriegen wird in den kommenden Jahrzehnten aber nicht gerechnet. Kriege werden vor allem regional und in Ländern der Dritten Welt geführt werden. Immer häufiger dürften unbemannte Drohnen, Fahrzeuge und Roboter eingesetzt werden, die aus der Ferne gesteuert werden. Beispielsweise will die U.S. Navy bis 2025 das erste Kampfdrohnen-Geschwader einsatzbereit haben. Dank unbemannter Waffensysteme dürften in Zukunft immer weniger Menschen Kriegen zum Opfer fallen.

Allerdings könnte der Terrorismus zu einer noch größeren Bedrohung werden. So hat in den letzten Jahren die Zahl der Anschläge weltweit stark zugenommen, ist es sogar zur Gründung eines terroristischen Staates durch den IS gekommen. Während bisher vor allem Menschen Opfer des Terrorismus wurden, könnten in Zukunft vermehrt Infrastruktur und Wirtschaft ins Visier der Terroristen geraten (z.B. U-Bahn-Systeme, wichtige Tunnel und Brücken) - oder von Hackern, die (auch im Auftrag anderer Staaten) die Kontrolle über Kraftwerke, Raffinerien, Stromnetze oder Chemiefabriken übernehmen. Einige wenige elektromagnetische Impuls-Bomben, die in North Virginia gezündet werden, würden Datenzentren zerstören, über die etwa 40% des Internetverkehrs laufen. Auf dieselbe Weise könnten die Daten auf Computern an der Wallstreet gelöscht werden. Wenn nur vier Hochspannungsleitungen in den USA zerstört werden, würden mehr als 60% des Landes in Kürze ohne Strom sein.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen sorgenvoll auf das Weltgeschehen blicken. Beispielsweise fürchten sich laut der 17. Shell-Jugendstudie (2015) 73% der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren vor Terroranschlägen. Ferner haben 62% Angst vor einem möglichen Krieg in Europa. Etwa die Hälfte der Befragten betrachtet die wirtschaftliche Lage oder die gesellschaftliche Zukunft eher negativ. Die eigene Zukunft wird hingegen von 61% der Befragten positiv bewertet - nur 3% sehen sie eher düster.


Tabellarische Übersicht

Zeitraum Zukunftsentwicklungen

2010-2019

  • der geopolitische Einfluss von USA und Westeuropa nimmt ab, da diese Länder für Weltwirtschaftskrise verantwortlich gemacht werden
  • Kapitalismus, Demokratie und westliche Kultur sind geschwächt: neue Wertediskussion (Sozialismus, soziale Marktwirtschaft, gerechte Gesellschaft, Nachhaltigkeit)
  • langfristiges jährliches Wirtschaftswachstum (bis 2050): Indien ca. 6%, China über 4%, Brasilien gut 4%, USA rund 1,9%, Deutschland etwa 1,7%, Japan ca. 1,4%
  • 2018: 204 Mio. Arbeitslose weltweit
  • westliche Länder haben große Schwierigkeiten, öffentliche Schulden abzubauen - alleine die USA haben laut CNN Money.com von 2007 bis Anfang 2009 zur Bewältigung der Finanzkrise 8.887 $ pro Person ausgegeben und weitgehend durch neue Schulden finanziert
  • politische Bedeutung von China wächst schneller als erwartet, da Währungsreserven 2 Billionen $ überschreiten dürften und Wirtschaft weiter wächst
  • wachsende Ungleichheit in Ländern wie China und Indien, aber auch in Lateinamerika. Gefahr von Unruhen
  • Massenmedien, multinationale Konzerne und das Internet führen zu einer globalen Kultur (ähnliche Lebensstile, Kleidung, Haltungen usw.)
  • zunehmende Zahl von Atommächten
  • mehr Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen/ politischen Gruppierungen in einzelnen Ländern
  • zunehmende Gefährdung durch Terroristen
  • 2011: 75% der Menschen weltweit verfügen über ein Handy
  • Dritte Welt: Trends in Richtung bessere Bildung, mehr Gleichberechtigung der Geschlechter, niedrigere Geburtenrate und mehr Demokratisierung
  • 2015: Indien hat innerhalb von fünf Jahren 1.100 neue Universitäten gegründet
  • Computer auch in der Dritten Welt weit verbreitet
  • 2015: 59 Megacities mit mehr als 5 Mio. Einwohnern
  • wegen Verstädterung zunehmende Gefahr von Epidemien

2020-2029

  • 2020: in der EU hat ein Drittel der Bevölkerung bzw. haben 45% der 30- bis 34-Jährigen einen Hochschulabschluss
  • 2020: in den USA fehlt der Nachwuchs: nur 50 Mio. von rund 122 Mio. freien Stellen können mit hoch qualifizierten Arbeitnehmern besetzt werden
  • 2020: rund 100 Mio. chinesische und 50 Mio. indische Touristen verreisen außerhalb ihres Heimatlandes. Weltweit sind knapp 14% aller Beschäftigten in der Tourismusindustrie tätig. Viele neue (preiswerte) Reiseziele in Afrika und Asien
  • 2025: in Indien ist die Zahl der Schulabgänger von knapp 13 Mio. (2009) auf 30 Mio. gestiegen; immer mehr junge Menschen studieren
  • 2025: Weltbevölkerung erreicht 8 Mrd. Menschen (heute: 6,71 Mrd.)
  • 2025: rund 20 Mio. Menschen erkranken jedes Jahr an Krebs (2012: 14 Mio.)
  • China: bis 2025 sollen 350 bis 400 Mio. Menschen zusätzlich in die Städte ziehen; 2030 könnte die Stadtbevölkerung 1 Mrd. Menschen betragen
  • die USA verlieren weltweit an Bedeutung; Russland, China, Indien und Brasilien spielen eine immer größere Rolle in der Weltpolitik
  • 2027: die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben die Wirtschaftskraft der G7-Staaten erreicht
  • 2028: mehr Menschen leben in Indien als in China
  • internationale Organisationen sind immer weniger in der Lage, mit den neuen Herausforderungen fertig zu werden. Kein Land hat hier die Führerschaft inne
  • Transfer des Wohlstands von "Ost nach West"
  • 2025: eine Milliarde Millionäre (in US $) weltweit, größere Ungleichheit zwischen Reich und Arm

2030-2039

  • 2030: 60% der Menschen leben in Städten, in denen es immer mehr Armut (Slums) und immer größere Umweltprobleme (Luftverschmutzung, kein/ unsauberes Wasser, Müllberge, kein/ unzureichendes Klären von Abwasser) gibt
  • 2030: in den vergangenen zwei Jahrzehnten gingen rund 2 Mrd. Arbeitsplätze durch Automatisierung, Einsatz von Robotern, höhere Produktivität der Arbeitnehmer usw. verloren
  • 2030: in den USA leben 364 Mio. Menschen (2007: 300 Mio.), in Russland 124 Mio. (142 Mio.), in Japan 115 Mio. (128 Mio.)
  • 2030: in Russland ist die Zahl der Personen im Erwerbsalter von 85 Mio. (2014) auf 77,5 Mio. gefallen
  • 2030: in Japan werden 31,8% der Menschen über 65 sein (2007: 21,5%), in Deutschland 28,2% (19,8%), in den USA 19,7% (12,5%)
  • 2030: in China ist Zahl der über 60-Jährigen mit 235 Mio. mehr als doppelt so hoch wie 2009 (100 Mio.)
  • 2030: in China finden rund 30 Mio. Männer keine Frauen, da zu Beginn des Jahrhunderts mehr weibliche als männliche Föten abgetrieben wurden
  • 2030: Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung ist von 23,4% (2010) auf 26,4% gestiegen
  • 2030: nur noch 1.800 qm Ackerland pro Person (2005: 2.300 qm): in vielen Regionen Nahrungsmittelmangel
  • 2030: der weltweite Wasserverbrauch ist von 4.500 Mrd. (2009) auf 6.900 Mrd. Kubikmeter angestiegen; etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist von akuter Trinkwasser-Knappheit betroffen
  • bis 2030: Zahl der PKW hat sich gegenüber 2009 in Indien verdreifacht, in Indonesien vervierfacht und in China verzehnfacht
  • 2030: mehr als die Hälfte der Menschen hat Übergewicht
  • 2030: Zahl der Diabetiker ist weltweit mit rund 500 Mio. doppelt so hoch wie 2009
  • 2030: weltweit sterben 17 Mio. Menschen pro Jahr an Krebs (2009: 7,6 Mio.)
  • 2030: weltweit sterben mehr als 8 Mio. Menschen an den Folgen des Rauchens (2010: 6 Mio.)
  • 2030: 83% aller Menschen haben Zugang zu Elektrizität (2000: 73%)
  • 2035: der Irak hat die Erdölproduktion von 3 Mio. Barrels (2012) auf 8,3 Mio. Barrels ausgeweitet

2040-2049

  • 2040: rund 1,3 Mrd. Menschen sind älter als 65 Jahre
  • 2040: 320 Mio. Chinesen sind älter als 65 Jahre - 22% der Bevölkerung
  • 2040: China erwirtschaftet rund 40% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und erzielt ein Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 85.000 $ (Europa: 5% der globalen Wirtschaftskraft)
  • 2040: zusätzliche 2-4 Mrd. Menschen sind zu Wohlstand gekommen
  • 2040: Zahl der in Slums lebenden Städter hat sich gegenüber 2007 verdoppelt: 2 Mrd. Menschen
  • 2040: rund 3,5 Mrd. Menschen sind von Wasserknappheit betroffen
  • 2045: US-Bevölkerung von 300 Mio. (2008) auf 400 Mio. Menschen gestiegen
  • Pakistan ist mit knapp 300 Mio. Menschen das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung

2050-2059

  • 2050: die Weltbevölkerung umfasst 9,42 Mrd. Menschen (2008: 6,81 Mrd.), davon sind 2 Mrd. über 60 Jahre alt. In Afrika wird die Bevölkerung von 999 Mio. auf 1,99 Mrd., in Lateinamerika/ Karibik von 580 Mio. auf 724 Mio. sowie in Nordamerika von 341 Mio. auf 481 Mio. zunehmen, in Europa von 738 Mio. auf 702 Mio. sinken
  • 2050: weltweites Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nur 2,2 Mal größer als heute
  • 2050: 4,7 Mrd. Touristen, vor allem aus China, Indien und anderen Schwellenländern
  • 2050: rund 3 Mrd. Menschen werden hungern, insbesondere aufgrund der vom Klimawandel bedingten Ernteeinbußen
  • 2050: in den OECD-Ländern wird 1 von 10 Menschen 80 Jahre alt und älter sein (2010: 1 von 25 Menschen) - alleine in den USA werden 2,5 Mio. Menschen 100 Jahre und älter sein
  • 2050: in China müssen 100 Erwerbstätige für 60 Rentner aufkommen
  • 2050: knapp 3 Mrd. PKW weltweit

2060-2100

  • in Japan wird die Bevölkerung bis 2060 um 40 Mio. Menschen schrumpfen; im Jahr 2100 wird es nur noch ein Drittel so viel Japaner wie heute geben
  • 2100: 80% aller Menschen leben in Städten
  • 2100: Weltdurchschnittsalter 45,5 Jahre (2008: 30,4 Jahre)
  • 2100: 22,3% der Weltbevölkerung wird 65 Jahre alt und älter sein (2010: 7,6%)
  • 2100: mehr als die Hälfte der Sprachen, die derzeit gesprochen werden (davon 400 von 95% der Menschheit), wird nicht mehr benutzt