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Gesundheit wird teurer - zwangsläufig
Für Menschen, die 65 Jahre und älter sind, müssen die Krankenkassen knapp 7.000 Euro pro Jahr aufbringen, für die jüngeren Versicherten nur 1.900 Euro. Da bis zum Jahr 2030 die Zahl der Rentner rasant ansteigen wird, müsste der Beitragssatz auf 26% ansteigen, falls alle die gleichen Leistungen wie heute beanspruchen. Die Sozialabgaben auf den Lohn werden sich damit auf insgesamt gut 50% erhöhen. Hinzu kommen noch mindestens 30% Steuern. Das wird von den Arbeitnehmern nicht mehr bezahlbar sein.
Quelle: focus.de vom 28.01.2010
Hohe "Rest"-Lebenserwartung
Das Statistische Bundesamt hat berechnet, dass die Lebenserwartung 60-jähriger Männer 20,9 Jahren und von Frauen gleichen Alters 24,7 Jahre beträgt.
Quelle: wallstreet-online.de vom 24.01.2010
Bis 2025 braucht Deutschland bis zu 3.400 neue Pflegeheime
Die Pflegeheimstudie des Beratungsinstituts Georg&Ottenströer geht davon aus, dass alleine aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Zahl der stationären Pflegeheimplätze von derzeit 760.000 um bis zu 400.000 erhöht werden müsse. Nach 2040 ginge der Bedarf mit dem Wegsterben der "Baby-Boomer-Generation" wieder zurück.
Quelle: finanznachrichten.de vom 21.01.2010
Finanzieller Spielraum für private Altersvorsorge gering
Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ist das potenzielle Rentenniveau seit 1977 um knapp ein Drittel gesunken. Der Durchschnittsrentner vom Jahr 2030 kann nur noch mit knapp 38% seines letzten Bruttogehalts rechnen; nach 2040 werden es 35,6% sein. Nach dem aktuellen "DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge" würden 46% der Deutschen in den nächsten 12 Monaten keinen finanziellen Spielraum sehen, um in die Altersvorsorge zu investieren. Sie könnten im Seniorenalter dann vor der Wahl zwischen Konsumverzicht oder lebenslänglicher Arbeit stehen.
Quelle: pressetext.com vom 20.01.2010
Rheinische Kirche auf Sparkurs
Im Jahr 1994 erzielte die rheinische Kirche mit 631,5 Mio. Euro das höchste Kirchensteueraufkommen. Für das Jahr 2010 wird nur noch mit 490 Mio. Euro gerechnet - ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes. Nun wird mit einem jährlichen Rückgang des Kirchensteueraufkommens im Umfang von 1 v.H. gerechnet. Ferner wird bis 2030 ein Rückgang der Mitgliederzahl um ein Drittel erwartet.
Quelle: ekir.de vom 14.01.2010
Einen guten Schreibstil lernt man nicht am Computer
In den USA schreiben Schüler im Durchschnitt 2.272 Instant und Short Messages (SMS) im Monat und verbringen neun Stunden pro Woche in sozialen Netzwerken. Das fortwährende Eintippen auf Tastaturen habe zu einem primitiven Schreibstil mit kurzen Sätzen und einem geringen Wortschatz geführt, beklagt Mark Bauerlein, Professor an der Emory University. Anstatt wie eine Eliteschule in Massachusetts Bücher abzuschaffen und 100% digital zu werden, sollten Schulen Orte und Zeiträume festlegen, wo nur mit Papier und Stift gearbeitet werden darf. Nur dann würden Schüler aus der kritischen Distanz zum eigenen handschriftlichen Text heraus einen komplexen, treffenden und kultivierten Schreibstil entwickeln.
Quelle: The Futurist vom Januar/Februar 2010
Viele neue Schulden - vor dem Sparzwang
Der Haushalt für 2010 sieht eine Rekordverschuldung von mehr als 100 Mrd. Euro vor: Auf der einen Seite will der Bund mit 325,4 Mrd. Euro rund 7,3% mehr ausgeben als 2009. Auf der anderen Seite dürften die Einnahmen auf weniger als 240 Mrd. Euro sinken. So müssen 85,8 Mrd. Euro an Krediten aufgenommen werden. Dazu kommen noch die Sonderhaushalte zur Rettung der Banken und zur Stabilisierung der Wirtschaft mit 14,5 Mrd. Euro. Da die sogenannte Schuldenbremse im Grundgesetz vorschreibt, dass das strukturelle Defizit im Bundeshaushalt ab 2016 nur noch bei maximal 0,35% der Wirtschaftsleistung liegen darf, muss der Bund bereits ab 2011 das strukturelle Defizit in ungefähr gleich großen Schritten abbauen - und das wären rund 10 Mrd. Euro pro Jahr bis 2016. Das wird nur mit großen Kürzungen im Bundesetat möglich sein - die noch höher ausfallen dürften, falls die Zinsen steigen sollten: Jedes Jahr muss der Bund 350 Mrd. Euro refinanzieren, und da führt schon ein Zinsanstieg um 1% zu Mehrausgaben von 3,5 Mrd. Euro. Hinzu kommt, dass die für 2011 vorgesehene Steuerreform zu Mindereinnahmen von mindestens 10 Mrd. Euro führen wird, während die Umstellung der gesetzlichen Krankenversicherung von einem einkommensabhängigen zu einem Kopfpauschalen-System zwischen 10 und 20 Mrd. Euro kosten dürfte...
Quelle: spiegel.de vom 16.12.2009
Diabetiker verursachen Kostenexplosion
In den USA wird sich die Zahl der Diabetiker (2009: 25 Mio.) in den nächsten 25 Jahren verdoppeln, und die Kosten ihrer Behandlung (113 Mrd. $) werden sich verdreifachen, prognostizieren Elbert Huang und sein Team von der University of Chicago. Sollte der Anteil Übergewichtiger in der Bevölkerung weiter steigen, dürfte die Zahl der Diabetiker 2030 noch höher sein. Auch in Deutschland nehmen Diabetes-Erkrankungen zu. Bei gleichbleibendem Verlauf würden laut der Deutschen Diabetes-Stiftung die Kosten von derzeit 30 Mrd. auf 240 Mrd. Euro in 15 Jahren steigen. Die Auswirkungen von Diabetes betreffen Herz, Augen, Leber, Niere und Füße - bei rund 25.000 Diabetikern pro Jahr wird der Fuß amputiert.
Quelle: spiegel.de vom 30.11.2009
Im Jahr 2060 wird jeder Siebente 80 Jahre oder älter sein
Heute leben in Deutschland etwa 82 Mio. Menschen, 2060 werden es voraussichtlich nur noch 65 bis 70 Mio. sein. Derzeit sind 20% der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Bereits in den kommenden beiden Jahrzehnten wird der Anteil älterer Menschen deutlich steigen.
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"Komplexipazität" lernen
Die meisten (jungen) Erwachsenen haben nicht gelernt, komplexe Entscheidungen zu fällen. Deshalb sollten Schulen laut David Pearce Snyder vom Snyder Family Enterprise bei Kindern die Fähigkeit fördern, in komplizierten Situationen mit Hilfe von systemischem Denken, Kreativität, Cyber-Literacy usw. kooperativ Probleme zu lösen.
Quelle: The Futurist vom November/Dezember 2009
Rürup-Rente dämmert vor sich hin
Während 2009 voraussichtlich 13 Mio. Riester-Verträge vorliegen werden, konnte bei der Rürup-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbständige noch nicht einmal die Millionen-Grenze erreicht werden. Hemmend wirkt sich aus, dass nur einmal jährlich eine Sonderzahlung möglich sei, es keine Kapitalgarantie gäbe, nicht vor dem 60. Lebensjahr über das Geld verfügt werden könne, die Renteneinnahmen versteuert werden müssten und der Hinterbliebenenschutz sehr teuer komme.
Quelle: ansahl.com vom 16.11.2009
Auf dem Weg zur Aerotropolis
Professor John Kasarda von der Kenan-Flagler-Universität in Chapel Hill geht davon aus, dass sich das Leben in Städten mit Flughafen immer mehr auf den Airport konzentrieren wird. Zum einen wird der Warentransport per Flugzeug weiterhin bedeutsam sein - wohl würde weltweit nur 1% der Waren so transportiert, ihr Wert entspräche aber 40% des Gesamtwertes aller produzierten Waren. Zum anderen entstehen um die Flughäfen herum immer mehr Büro-, Einkaufs- und Freizeitzentren.
Quelle: fr-online.de vom 02.11.2009
Die Zukunft: "Ärmer, aber glücklicher"
Der Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski ging beim IHK-Wirtschaftsabend in Emden davon aus, dass um 2030 herum die Gesellschaft wohl durch weltweite Konflikte und Krankheiten bedroht sei, die Menschen aber dennoch glücklich wären: Sie seien nicht mehr so wie heute auf immer mehr Geld und Gewinn aus, sondern würden nach mehr Sinn und nach einer höheren Lebens- und Umweltqualität trachten. Auch würde die Wertschätzung der Familie weiter zunehmen. Frauen würden eine immer größere Rolle in der Arbeitswelt spielen und oft den Mann als Hauptversorger der Familie ablösen.
Quelle: ga-online.de vom 22.10.2009
EU warnt vor schwerer Schuldenkrise
Die deutsche Staatsverschuldung werde von derzeit gut 70% des Bruttoinlandsprodukts auf 102,5% im Jahr 2030 und auf 152,1% im Jahr 2040 ansteigen, wenn die Regierung nicht gegensteuere, warnt die EU-Kommission. In Großbritannien könne bis 2030 die Schuldenquote sogar auf 270% und bis 2080 auf 780% vom BIP steigen. Fast genauso schlimm sei die Lage in Irland, Griechenland, Spanien, Slowenien und Lettland. Mit einer Schuldenexplosion wird auch in den Niederlanden, in Litauen, Zypern, Malta und der Slowakei gerechnet.
Quelle: handelsblatt.com vom 14.10.2009
Südwestfalen verliert Einwohner
Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird Südwestfalen bis zum Jahr 2030 mehr als jeden zehnten Einwohner verlieren. In den Dörfern gibt es schon jetzt keine Läden, Ärzte und Kneipen mehr - das Wohnen dort ist nicht mehr "lebenswert".
Quelle: derwesten.de vom 11.10.2009
Rentenansprüche: Viele machen sich falsche Hoffnungen
Mehr als die Hälfte der Bundesbürger rechnet einer Studie der Deutschen Bank zufolge mit einem Rentenanspruch von 40 bis 60% des letzten Bruttogehalts. Sie wüssten nicht, dass sie im Jahr 2040 nur noch maximal 40% erwarten können.
Quelle: focus.de vom 05.10.2009
Viele Schlösser drohen zu verfallen
In Sachsen-Anhalt gibt es etwa 1.000 Herrenhäuser, Burgen und Schlösser. Die Hälfte steht leer, ein Drittel befindet sich in einem bedauernswerten Zustand. Für die sich in privatem oder kommunalem Besitz befindlichen Häuser sind Fördermittel kaum zu bekommen. Oft sind die Eigentümer schon mit der Bauwerksunterhaltung überfordert. Bis 2030 könnte Sachsen-Anhalt jedes fünfte Schloss durch Verfall verlieren.
Quelle: mz-web.de vom 01.10.2009
Intensive Kontakte zu anderen Kulturen
Eine zunehmende Zahl von Menschen wird beruflich oder im Urlaub andere Kulturen kennen lernen. Beispielsweise reisten 2007 mehr als 17 Mio. Japaner ins Ausland, während etwas mehr als 8 Mio. Ausländer Japan besuchten. Immer mehr Menschen werden Elemente aus anderen Kulturen übernehmen oder sogar eine "multikulturelle" Persönlichkeit entwickeln. Dazu werden auch Fernsehen, Internet und virtuelle Realität beitragen.
Quelle: World Future Review vom August/September 2009
Ostdeutsche Haushalte noch bis 2030 die ärmsten der Republik
Bundesweit betrug 2008 das durchschnittliche Geldvermögen der privaten Haushalte 47.700 Euro. Die ärmsten Haushalte sind nach wie vor in den neuen Bundesländern zu finden: Während die Haushalte in Bayern mit 61.600 Euro die reichsten waren, bildete Sachsen-Anhalt vor Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen mit durchschnittlich 26.600 Euro das Schlusslicht. Mit einem Aufschließen der neuen Bundesländer wird frühestens 2030 gerechnet.
Quelle: dernewsticker.de vom 21.08.2009
Weitere Kommerzialisierung des Fußballs
Die Gesamterträge in der 1. und 2. Bundesliga betragen rund 1,9 Mrd. Euro, davon entfallen 1,5 Mrd. auf die 1. Liga. Die Berenberg Bank und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut erwarten für die nächsten Jahre eine Wachstumsrate, die doppelt so hoch wie die des Bruttoinlandsprodukts ist. So könnten mehr Spielunterbrechungen - z.B. wegen Zulassung des Videobeweises - zu mehr Werbezeiten führen, könnte ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft eingeführt werden und könnten einzelne Bundesligaspiele im Ausland ausgetragen werden, um neue Märkte zu erschließen. Ferner wird damit gerechnet, dass lebenslange Bindungen zu einem Verein abnehmen werden und an deren Stelle ein kurzfristiger Eventkonsum treten wird.
Quelle: presseportal.de vom 07.08.2009
Altenpflege für Muslime
Im Jahr 2030 wird jeder Vierte der über 60-Jährigen in Deutschland ein Einwanderer sein - die meisten von ihnen Muslime. Viele werden dann pflegebedürftig sein. Für sie müsste die stationäre und die ambulante Altenpflege besondere Konzepte entwickeln (z.B. Lamm statt Schwein beim Mittagessen, ein eigener Gebetsraum im Heim, Möglichkeit für rituelle Waschungen). Auch müssten Pfleger ausgebildet werden, die Sprache und Kultur der Muslime kennen. Hier könnte auf türkische Jugendliche zurückgegriffen werden, die auf diese Weise in den Arbeitsmarkt integriert würden.
Quelle: sueddeutsche.de vom 17.07.2009
Prognose - Sozialleistungen steigen stark an
Sozialminister Olaf Scholz rechnet damit, dass die Sozialleistungen von 2008 bis 2012 voraussichtlich von 721 auf 790 Mrd. Euro steigen werden. So werde die Rezession die staatlichen Ausgaben für Rente, Arbeitslosengeld und Familienpolitik wachsen lassen. Dadurch würde die Sozialleistungsquote von 29% des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Jahr 2008 auf 31,9% im Jahr 2009 und 32,4% im Jahr 2010 klettern.
Quelle: focus.de vom 15.07.2009
Das Ende der Privatsphäre
Je mehr persönliche Informationen Menschen bewusst oder unabsichtlich im Internet (z.B. auf sozialen Websites, in Blogs oder bei Einkäufen) preisgeben, umso lohnender wird es für Unternehmen, diese Daten zu erfassen und dann z.B. personalisierte Werbung zu versenden. Alle Informationen können auf Dauer gespeichert werden - beispielsweise bleiben "Jugendsünden" somit auf Jahrzehnte hinweg dokumentiert. Zudem kann bei Verwendung mobiler Geräte (z.B. Handys, Laptops) immer besser der Ort bestimmt werden, an dem sich die jeweilige Person befindet. Auch Arbeitgeber könnten diese Daten nutzen, um Aufenthaltsort und -dauer von Mitarbeitern (z.B. in der Kantine, auf dem Flur, in anderen Büros) zu ermitteln. Datenschutz und Privatsphäre werden somit immer weniger gegeben sein. Weder das Individuum noch der Staat werden noch die Kontrolle über die Daten haben.
Quelle: The Futurist vom Juli/August 2009
Finanzreserve der Pflegeversicherung bald aufgebraucht?
Aufgrund von Wirtschaftskrise und steigender Zahl von Arbeitslosen könnte laut dem GKV-Spitzenverband die Reserve der Pflegeversicherung von derzeit 3,8 Mrd. Euro sehr schnell verbraucht sein. Bis zum Jahr 2014 werde der derzeitige Pflegebeitragssatz keinesfalls ausreichen. Der Deutsche Pflegeverband rechnet damit, dass bis 2040 die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,2 Mio. auf über 3,4 Mio. ansteigen werde. Dies könne mit dem derzeitigen Beitragssatz nicht finanziert werden.
Quelle: aerztezeitung.de vom 01.07.2009
Berufseinsteiger: 2030 mehr als ein Drittel Migranten
Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group ermittelte, dass im Jahr 2030 bereits 40% der Berufseinsteiger einen Migrationshintergrund haben werden. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland sähe es düster aus, wenn dann 40% der Schüler mit Migrationshintergrund wie heute als "Risikoschüler" eingestuft würden. Deshalb sollten 5 bis 11 Mrd. Euro pro Jahr für gezielte Fördermaßnahmen investiert werden. Auf diese Weise könnte eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 27 Mrd. Euro pro Jahr erzielt werden.
Quelle: focus.de vom 25.06.2009
Die neuen Schuldenregeln
Eine vom Bundestag beschlossene Verfassungsänderung sieht vor, dass die Bundesländer ab 2020 keine neuen Schulden mehr aufnehmen dürfen. Der Bund darf von 2016 an in wirtschaftlich normalen Zeiten nicht mehr als 0,35% des Bruttoinlandsprodukts Schulden machen. In Notlagen wie Naturkatastrophen oder bei Konjunkturkrisen sind Ausnahmen möglich.
Quelle: Westfalen-Blatt von Pfingsten 2009
Chancengleichheit zwischen West und Ost erst 2030 erreicht
Da immer noch Ungleichheit zwischen West- und Ostdeutschland herrscht, überweist der Bund den neuen Ländern im Rahmen des Solidaritätspakts bis 2019 etwa für Investitionen 156,5 Mrd. Euro (seit 2005) - in sukzessiv abnehmenden Jahresraten. Der West-Ost-Transfer kostete bisher 1,6 Billionen Euro; er beträgt gegenwärtig 90 Mrd. Euro im Jahr. Laut Angela Merkel wird aber erst zum 40. Jahrestag der Einheit "die Chancengleichheit in wesentlichen Teilen hergestellt" sein.
Quelle: welt.de vom 22.05.2009
NRW: Wie sich die Städte bis 2030 verändern
Der Landesbetrieb Information und Technik geht davon aus, dass NRW innerhalb der nächsten 20 Jahre von knapp 18 Mio. auf 17,3 Mio. Einwohner schrumpfen wird. Fünf kreisfreie Städte und sechs Kreise werden aber entgegen diesem Trend wachsen; darunter sind Düsseldorf, Bonn und Köln. Die Stadt Hagen wird mit -15,4% am stärksten schrumpfen.
Quelle: rp-online.de vom 14.05.2009
Rentengarantie: Nullrunden sind die Kehrseite
Da derzeit die Löhne sinken, müssten nach der Rentenformel nun auch die Renten gesenkt werden. Deshalb hat die Bundesregierung jetzt eine Schutzklausel beschlossen: Die Renten sollen niemals sinken. Allerdings sollen in konjunkturell besseren Zeiten die unterlassenen Rentenkürzungen teilweise nachgeholt werden. So drohen Rentnern auf viele Jahre Nullrunden - zumal von 2011 an die überplanmäßige Rentenerhöhungen in den Jahren 2008 und 2009 ausgeglichen werden müssen. Aufgrund dieser Reformen kann der Rentenbeitragssatz auch nicht wie geplant 2011 von 19,9 auf 19,3% und ein Jahr später auf 19,1% sinken, sondern wird erst im Jahr 2014 auf 19,7% und 2015 auf 19,3% zurückgehen. Erklärtes politisches Ziel ist es, ihn bis 2020 unter 20% und bis 2030 unter 22% des Bruttoeinkommens zu halten.
Quelle: faz.net vom 06.05.2009
Deutschland 2030: Wie wir in Zukunft leben werden
Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski erwartet eine Renaissance der Familie, da der Trend zur Individualisierung des Lebens seinen Zenit überschritten habe. Das Familienverständnis im Jahr 2030 werde jedoch in Richtung einer erweiterten Form der der Patchworkfamilie gehen. Viele ältere Menschen würden einen "Restart mit 50" und ein "Comeback mit 65" erleben, da sie länger als 65 arbeiten müssten. Den meisten Menschen wäre ein gutes und gesundes Leben im Jahr 2030 wichtiger als Geld und materieller Besitz; sie würden vermehrt nach Lebenssinn suchen.
Quelle: mittelfranken.business-on.de vom 24.04.2009
Kaum noch Frühpensionäre
Laut dem "Vierten Versorgungsbericht" der Bundesregierung arbeiten 85% der Bundesbeamten bis zum Alter von 65 Jahren. Die Zahl der Pensionäre wird bis 2050 um 45% auf etwa 385.000 sinken, allerdings werden die Versorgungsausgaben von 2,1 Mrd. 2006 auf fast sechs bis knapp neun Mrd. Euro je nach Szenario steigen. Die Durchschnittspension (alle Beamte) ist seit Mitte der 1990er Jahre leicht gefallen und beträgt derzeit 2.520 Euro brutto.
Quelle: sueddeutsche.de vom 06.04.2009
Zahl der Hautkrebskranken wird sich verdoppeln
Jedes Jahr wird bei 140.000 Menschen in Deutschland Hautkrebs diagnostiziert; 3.000 sterben jährlich daran. Bis 2030 wird sich die Zahl der Betroffenen verdoppeln, da sich immer mehr Menschen großen Mengen UV-Licht - in der Urlaubssonne oder im Solarium - aussetzen, um das ganze Jahr hindurch braun zu sein. Der Schutz durch Sonnencremes werde von ihnen oft überschätzt.
Quelle: ksta.de vom 11.03.2009
Der Kampf gegen die Fettleibigkeit
Professor John Sweeney von der University of North Carolina at Chapel Hill prognostiziert, dass der amerikanische Staat in den kommenden Jahren stärker gegen Adipositas wegen der hohen Gesundheitsfolgekosten vorgehen wird. Er erwartet z.B. Vorschriften bezüglich der Größe und Kalorienmenge von Einzelportionen, Einschränkungen bei der Werbung für ungesunde Lebensmittel, den Verbot des Verkaufs von "Dickmachern" in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden sowie mehr Sportunterricht, Fitnessprogramme am Arbeitsplatz und die Förderung der Bewegungsfreunde bei Senioren.
Quelle: The Futurist Januar/Februar 2009, S. 26-29
Zehn Werte für das Jahr 2025
Der Arbeitskreis "Wirtschaft und Religion" der Industriellenvereinigung (IV) erstellte eine Broschüre, in der Solidarität, Wahrhaftigkeit, Respekt, Fairness, Gerechtigkeit, Freiheit, Eigentum, Arbeit, Leistung und Offenheit als "Werte für das Jahr 2025" proklamiert werden. Diese sollten von Wirtschaft, Religionsgemeinschaften, Politik, Bildungseinrichtungen usw. offensiv vertreten werden. Aber auch für die soziale Marktwirtschaft solle plädiert werden, die sich hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Absicherung am besten bewährt habe.
Quelle: kathweb.at vom 19.12.2008
Deutschland wird immer älter
Während im Jahr 2006 noch jeder zweite Bundesbürger jünger als 42 Jahre alt war, wird die Hälfte der Bevölkerung im Jahr 2025 älter als 47 Jahre sein - in den ostdeutschen Bundesländern sogar älter als 53 Jahre. Das zeigt eine neue Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung.
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Raumordnungsprognose 2025 veröffentlicht
"Die Studie zeigt, dass die demografische Entwicklung in Deutschland räumlich sehr unterschiedlich verläuft. Einer immer größer werdenden Gruppe von Städten und Gemeinden mit Schrumpfungstendenzen steht eine immer kleiner werdende Gruppe mit teils noch kräftigem Wachstum gegenüber", sagte Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. "In einigen Regionen ist der Rückgang aber gravierend: vielen Regionen, vor allem in den neuen Bundesländern, steht ein Bevölkerungsverlust von mehr als zehn Prozent bevor." Zudem werden junge Erwerbstätige knapp, insbesondere in Ostdeutschland: "In fast allen Regionen der neuen Bundesländer ist ein Rückgang von 30 Prozent und mehr zu erwarten." Die Alterung der Bevölkerung erreiche nun auch das Umland der Städte. "Das betrifft vor allem die Regionen in den alten Bundesländern. Es bedeutet, dass die Städte einerseits für die großflächigen Einfamilienhausgebiete im Umland der Städte integrierte Konzepte entwickeln müssen, die die Mobilität und Versorgung der Bewohner sicherstellt. Gleichzeitig muss vermieden werden, dass weiterhin großzügig Flächen für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden, um einem Werteverfall dieser Immobilien entgegen zu wirken."
Quelle: PM des BMVBS vom 02.10.2008
GKV-Beitragssatz: WIP prognostiziert 25% im Jahr 2050
Der ab 2009 einheitliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird laut dem Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) im Jahr 2050 bei etwa 25% liegen. Die eine Hälfte des errechneten Anstiegs ist auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen, die andere Hälfte auf die allgemeine Preissteigerung sowie den medizinisch-technischen Fortschritt. Neben den GKV-Beiträgen werden aber auch die Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge ansteigen.
Quelle: gesundheit-adhoc.de vom 02.10.2008
Schlaganfall nimmt stark zu
Bis zum Jahr 2050 wird in Hessen die Zahl der Schlaganfälle um 68% von jährlich 20.000 Patienten auf mehr als 35.000 steigen. Die Neurologen der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main warnen zudem davor, dass bei den über 84-Jährigen die Anzahl von Schlaganfällen besonders stark zunehmen wird - um bis zu 265%.
Quelle: pbosetti.de vom 04.09.2008
Frankreich wird 2050 mehr Einwohner als Deutschland haben
Deutschland wird einer Untersuchung des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zufolge wegen der niedrigen Kinderzahl in den nächsten Jahrzehnten mehr Einwohner verlieren als jedes andere Land der EU. Ostdeutschland liegt bei der Bevölkerungsentwicklung auf dem letzten Platz - nirgendwo sind so viele junge Frauen abgewandert. Aber auch im Ruhrgebiet und im Saarland wird der Abwärtstrend krass ausfallen. Frankreich, das im Jahr 2000 noch 23 Millionen Einwohner weniger hatte als Deutschland, dürfte bis 2050 das einwohnerstärkste Land Europas werden.
Quelle: PR-inside.com vom 21.08.2008
Demographie als Chance für Wohninvestments
Trotz des Rückgangs der Einwohnerzahl Deutschlands bis 2025 auf unter 79 Mio. wird die Anzahl der Privathaushalte bis dahin auf über 40 Mio. steigen - insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Der Grund für diese gegensätzlichen Entwicklungen liegt in der sinkenden Haushaltsgröße: von derzeit 2,08 Personen auf weniger als 2,0 Personen. In Zukunft werden vor allem altersgerechte Wohnungen benötigt.
Da die Altersgruppen der 56- bis 65-Jährigen, der 46- bis 55-Jährigen und der 65- bis 75-Jährigen über die höchsten individuellen Nettovermögen verfügen, können sie sich moderne und gut ausgestattete Wohnungen leisten. Viele jüngere "Alte" wollen zurück in die Städte ziehen; Ältere sind an Wohnraum mit Vorhaltung bestimmter Dienstleistungen interessiert. So entsteht vor allem in Großstädten eine Versorgungslücke. Derzeit werden nur 70.000 Wohnungen pro Jahr in Mehrfamilienhäusern fertig gestellt - nach Schätzungen 210.000 Wohnungen zu wenig. Zudem werden gleichzeitig rund 50.000 Wohnungen abgerissen. Vor diesem Hintergrund wird sich der Trend steigender Wohnungsmieten fortsetzen - und der Trend zu mehr Wohninvestments.
Quelle: gewerbeimmobilien24.de vom 07.08.2008
Die Lebenserwartung der Deutschen steigt bis 2050 um mindestens sechs Jahre
Von derzeit 82 Jahren für Frauen und 77 Jahren für Männer wird die Lebenserwartung bis 2050 auf 88 Jahre für Frauen und 84 Jahre für Männer ansteigen. Dabei werden sich Ost- und Westdeutschland weiter aneinander angleichen: So war die Lebenserwartung in Baden-Württemberg im Jahr 2005 mit 83 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer am höchsten, in Mecklenburg-Vorpommern mit 81,4 bzw. 74,5 Jahren am niedrigsten. Im Vergleich zu 1990 werden Frauen in Mecklenburg-Vorpommern nun aber knapp sechs Jahre und Männer sieben Jahre älter, die Baden-Württemberger hingegen werden nur drei bzw. gut vier Jahre älter.
Quelle: idw-online.de vom 23.07.2008
Die Beamten-Bombe
13 Jahre nach Aufteilung der Bundespost beschäftigt die Aktiengesellschaft Post noch 61.000 Beamte und die Telekom 60.000. Zudem müssen 270.000 Ruheständler und Hinterbliebene versogt werden. Die Kosten dafür werden bis 2090 etwa 306 Mrd. Euro betragen - 18 Mrd. mehr als der Bundeshaushalt 2009. Die Deutsche Bahn mit ihren 39.000 Beamten überlässt dem staatlichen Bundeseisenbahnvermögen die Beamtenvorsorge. Dies kostet laut Bundesregierung bis zum Jahr 2050 etwa 110 Mrd. Euro.
Quelle: Focus.de vom 07.07.2008
Problem Demenzpatienten
Nach Angaben der Regierung sind über eine Million Menschen dement; ihre Zahl soll bis 2030 auf 1,5 Mio. ansteigen. Während die Pflegeversicherung früher überwiegend körperliche Gebrechen berücksichtigte, sollen nun die Leistungen für Demenz-, Alzheimer- und psychisch Kranke sowie geistig Behinderte auf bis zu 2.400 Euro im Jahr anwachsen.
Quelle: domradio.de vom 01.07.2008
Europa vor dem Pensionsschock
So viele Senioren, denen es so gut geht wie der älteren Generation heutiger Westeuropäer, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Wissenschaftler warnen schon seit fast vier Jahrzehnten, dass umlagenfinanzierte Sozialsysteme mit dem Geburtenrückgang nicht vereinbar sind, aber erst jetzt werden die Konsequenzen deutlich. Die Wirtschaftsjournalisten Andrea und Roland Tichy schrieben in ihrem Buch "Die Pyramide steht Kopf": "Die gewaltige Dimension der Alterslast wird einen leprösen Verfall aller Systeme der Sozialversorgung und Sozialversicherung auslösen: Die Krankenversicherung, deren Beiträge heute schon steigen, wird die explosionsartig ansteigenden Gesundheitskosten nicht bewältigen können; die Pflegeversicherung wird kapitulieren angesichts der Aufgabe, die von ihr verlangt, in den großen Vorortsiedlungen in jedem zweiten Haus hilflose Menschen betreuen, füttern, waschen, pflegen zu müssen, und das rund um die Uhr, 24 Stunden täglich. Keines der sozialen Sicherungssysteme ist diesen Aufgaben gewachsen, schlimmer noch: Es ist kein Sozialstaatssystem vorstellbar, das diese Lasten bewältigen könnte." Das will und kann aber die Politik niemals zugeben. So steuert ganz Europa in eine gesellschaftliche Krise, die in eine ebenso brutale wie verlogene Euthanasie-Debatte münden könnte. Vier Länder Europas - Niederlande, Belgien, Schweiz und Luxemburg - haben schon eine Antwort auf die humanistisch klingende Frage gefunden, wie lange und unter welchen Umständen einem alten, kranken und leidenden Menschen sein eigenes Leben zumutbar sei. Die gesellschaftlichen Spannungen und die zunehmenden Verteilungskämpfe zwischen den Generationen werden aber auch die Wirtschaftskraft und Europas Gewicht in der Welt schwächen.
Die Tagespost vom 07.06.2008
Die Kluft zwischen Pensionen und Renten
Pensionäre erhalten rund 71% vom Gehalt der letzten drei Jahre ihrer Berufstätigkeit, Rentner nur 48% des Durchschnittsgehalts des gesamten Berufslebens. So standen laut Rentenversicherungsbericht im Jahr 2002 Pensionären im Schnitt monatlich 2665 EUR und Rentnern 973 EUR zur Verfügung. Die Einkünfte der Ruheständler unterliegen aber voll der Einkommenssteuer, die der Rentner nur zur Hälfte. Zudem müssen erstere voll für ihre Krankenversicherung aufkommen, letztere nur zur Hälfte. Auf den Staat kommen immense Kosten für die Ruheständler zu: Ihre Zahl wird bis 2050 von rund 915.000 (2005) auf etwa 1,6 Millionen anwachsen und damit die Pensionen von 34 Mrd. EUR (2002) auf 91,5 Mrd.
Quelle: Abendblatt.de vom 15.05.2008
Allgemeiner Sozialdienst für junge Menschen
Schon in der ersten Sitzung der von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers berufenen NRW-Zukunftskommission wurde eine revolutionäre Idee entwickelt: die Einführung eines Sozialdienstes für junge Leute als Zeichen der Solidarität in einer älter werdenden Gesellschaft. Er ist auch für junge Männer denkbar, die der Wehrpflicht nicht nachkommen müssen.
Quelle: Rundschau-online.de vom 07.05.2008
Unistädten droht Wohnungsnot
In NRW besteht im Umfeld der Unistädte Münster, Aachen, Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Köln und Leverkusen laut einer Studie des Eduard-Pestel-Instituts bis 2025 ein Bedarf von mehr als 120.000 zusätzlichen Wohnungen. Hingegen wird es im Ruhrgebiet und Sauerland wegen stark sinkender Einwohnerzahlen immer mehr leere Wohnungen geben. Im Städtebau müssten in Mangelregionen dringend neue Sozialwohnungen und Mietreihenhäuser für Familien gebaut werden. Im älter werdenden Revier und im Sauerland sollte hingegen bestehender Wohnraum altengerecht saniert werden. Ferner müssten die Innenstädte und Stadtteilzentren aufgewertet werden. Das Städtebauprogramm in NRW hat ein Volumen von 218 Mio. EUR, wobei jeder öffentliche Euro weitere sechs Euro private Investitionen nach sich zieht.
Quelle: Rundschau-online.de vom 10.04.2008
Für das Alter vorsorgen
Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland sorgen immer mehr Menschen privat für das Alter vor. Allerdings können laut Commerzbank Private Banking drei Faktoren die Rendite erheblich reduzieren: (1) Es wird zu wenig in Aktien investiert. (2) Da zumeist in heimische Märkte investiert wird, ist die Risikostreuung zu gering. (3) Wenn im Rentenalter immer mehr Menschen ihr Vermögen verzehren, sinken die Renditen, falls nur in Länder mit einer stark alternden Bevölkerung investiert wird. Deshalb sollten Menschen stärker antizyklisch und mehr in Volkswirtschaften investieren, die eine günstigere demografische Struktur haben. Dazu gehörten auch die Emerging Markets, und hier insbesondere Landwirtschaft und Infrastruktur.
Quelle: ad-hoc-news.de vom 26.03.2008
Landesentwicklungsplan: weniger Bauvorhaben möglich
Laut dem Entwurf des Landesentwicklungsplans dürfen in Schleswig-Holstein bis 2025 lediglich 8% der Wohnungen neu geschaffen werden. So sollen Leerstände vermieden werden, wenn die Bevölkerung zurückgeht. Für Kommunen bedeutet dies aber auch, dass sie ihre maroden Haushalte nicht mehr durch die Ausweisung von Baugebieten sanieren können.
Quelle: LN-online.de vom 13.03.2008
Bevölkerung schrumpft trotz Geburtenanstiegs
Im Jahr 2007 lebten ungefähr 100.000 Menschen weniger in Deutschland als 2006 - insgesamt rund 82,21 Millionen. Daran hat auch der erste Anstieg der Geburten seit 10 Jahren nichts geändert. Der Bevölkerungsrückgang, der 2002 eingesetzt hat, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden: Da seit Mitte der 1970er Jahre auf eine Frau statistisch nur 1,3 bis 1,4 Kinder kommen, ist die Elterngeneration jeweils um ein Drittel größer als die Kindergeneration, und das wird weiter gereicht. So wird die Bundesrepublik 2050 nur noch etwa 78,74 Millionen Menschen zählen. Um diese Entwicklung umzukehren, müsste jede Frau statistisch deutlich mehr als zwei Kinder auf die Welt bringen - oder es müssten viel mehr Menschen einwandern als in die Gesellschaft integriert werden könnten.
Quelle: Handelsblatt.com vom 16.01.2008
Schleswig-Holstein verliert seine Jugend - Hamburg wächst weiter
Wie aus Berechnungen des Statistikamtes Nord hervorgeht, wird sich in Schleswig-Holstein die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2025 um 70.000 Einwohner auf 2,76 Millionen reduzieren. Zugleich sinkt der Anteil der unter 20-Jährigen von 21 auf 18%, während die Gruppe der über 65-Jährigen von 20 auf 27% anwächst. Das Durchschnittsalter wird auf rund 50 Jahre steigen. Die Kreise mit dem höchsten Seniorenanteil werden Ostholstein, Nordfriesland, Plön und Schleswig-Flensburg sein.
In Hamburg wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2020 von 1,76 Millionen auf mehr als 1,8 Millionen Menschen ansteigen - bedingt durch Zuwanderungen aus den neuen Bundesländern. Auch ist die dünn besiedelte Innenstadt Hamburgs vor allem für junge Menschen attraktiv.
Quelle: Welt.de vom 10.01.2008
Multimediawettbewerb "tell.a.vision: Jung und Alt in 2050"
Supermärkte für Senioren, verlassene Kindergärten, Rentnerdisko statt Teenieclub: Deutschland vergreist - Horrorszenario oder Chance? Wie leben Alt und Jung in 2050 zusammen? Machen Sie mit beim ARD-Multimediawettbewerb!
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Trend zur Urbanisierung: Die Menschen ziehen in die Städte
Nach aktuellen Bevölkerungsvorausberechnungen ist in den nächsten Jahrzehnten noch in vielen kreisfreien Städten mit Bevölkerungszunahmen zu rechnen, während in den ländlichen Gebieten zum Teil sehr deutliche Bevölkerungsrückgänge erwartet worden. Gleichzeitig findet eine Re-Urbanisierung statt: Die Menschen ziehen von den die Städte umgebenden Dörfern wieder in die Städte.
Quelle: Frankfurt-Live.com vom 29.12.2007
Österreichs Bevölkerung wird bis 2050 wachsen
Laut Statistik Austria wird die Einwohnerzahl Österreichs von rund 8 Millionen (2001) auf circa 9 Millionen im Jahr 2030 und 9,5 Millionen.im Jahr 2050 ansteigen. Dabei wird mit einem jährlichen Wanderungsgewinn zwischen 25.000 und 30.000 Personen gerechnet. Das sind eher moderate Werte, da die Zuwanderungsgewinne zwischen 2000 und 2005 deutlich höher lagen. Die Zuwanderung von jungen Menschen würde die niedrige Fertilität kompensieren. So wird bis 2030 mit jährlich 75.000 bis 80.000 Geburten gerechnet, denen rund 74.000 (2005) bis 83.000 (2030) Sterbefälle gegenüber stehen.
Quelle: DiePresse.com vom 21.12.2007
Rürup-Rente lohnt vor allem für Ältere
Die Basisrente ist eine privat finanzierte, steuerlich geförderte Altersvorsorge, die vor allem für Selbstständige und Freiberufler gedacht ist. Vor allem ältere Arbeitnehmer profitieren von ihr: Wenn sie hohe Einmalbeträge einzahlen, können sie eine hohe Nachsteuerrendite erreichen. Derzeit können 64% der Beiträge bis maximal 20.000 EUR - bei Verheirateten maximal 40.000 EUR - steuerlich geltend gemacht werden. Dieser Prozentsatz wird bis 2025 um 2% pro Jahr bis zur vollen Absetzbarkeit erhöht. Beim Rentenbeginn muss nur ein Teil der Auszahlungen versteuert werden, z.B. 54% im Jahr 2007. Dieser Steuervorteil wird bis 2040 schrittweise reduziert.
Quelle: cecu.de vom 19.12.2007
Wann kollabiert der Rechtsstaat?
In den letzten Jahren standen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung immer wieder unter Druck - obwohl die Wirtschaft boomt und die geburtenstarken Jahrgänge noch erwerbstätig sind. Wenn diese in Rente gehen und die Bevölkerungsschrumpfung einsetzt,
- wird es in nahezu allen europäischen Staaten zu explodierenden Pensions- und Gesundheitsausgaben sowie höheren Haushaltsdefiziten kommen.
- werden die Unternehmen die steigenden Sozialversicherungsbeiträge in die Preise hineinrechnen müssen, was den Export in außereuropäische Länder erschweren dürfte.
- wird aufgrund der hohen Lohnnebenkosten immer mehr Arbeit nicht bezahlbar sein.
- werden die Arbeitnehmer noch höhere Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen und weniger Geld für den Konsum haben.
- werden Menschen aus außereuropäischen Ländern vielleicht nicht mehr bereit sein, als Facharbeiter oder Pflegekräfte für Hochbetagte nach Europa zu kommen, da der Wirtschaftsstandort nicht mehr attraktiv ist und überall im Sozialbereich gespart werden muss.
Irgendwann wird der Punkt kommen, wenn Steuern und Sozialabgaben als ungerecht und unzumutbar erlebt werden. Dann stehen die europäischen Gesellschaften beispielsweise vor der Frage, ob noch allen Menschen eine gute medizinische Versorgung garantiert werden kann, bis zu welchem Alter bestimmte Operationen sinnvoll sind und wie lange das Leben eines Hochbetagten verlängert werden darf. Das Wanken der sozialen Sicherungssysteme bringt dann den Rechtsstaat in Gefahr. Welche Entbehrungen und Opfer werden Menschen auf sich nehmen, bevor sie Ethik und Recht "über Bord werfen"?
Quelle: Die-Tagespost.de vom 13.12.2007
Evangelische Kirche muss sparen
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verliert auch wegen Überalterung Mitglieder: Vor 30 Jahren hatte sie 400.000 Mitglieder mehr. Damit schwinden auch die Einnahmen. Deshalb sollen durch das Programm "Perspektive 2025" 60 Millionen Euro einspart werden. So sollen 25 von 1.278 Kirchen, knapp die Hälfte der 965 Gemeindehäuser und 230 der 910 Pfarrhäuser abgegeben werden. Ferner sollen Gemeindepfarrer künftig mit Amtsbrüdern aus anderen Gemeinden "pastorale Teams" bilden und von nichtseelsorgerischen Tätigkeiten durch "Gemeindemanager" entlastet werden.
Quelle: FR-online.de vom 23.11.2007
Die Pflegeversicherung - eine Dauerbaustelle der Politik
Laut einer Prognose werden im Jahr 2050 in Deutschland 884.410 Beschäftigte in Heimen arbeiten (2005: 546.400), da die Zahl der Pflegebedürftigen von 677.000 auf gut 1,7 Millionen ansteigen wird. Die Mittel der Pflegeversicherung werden trotz Erhöhung der Beiutragssätze nur bis 2014 ausreichen - wobei schon jetzt laut des jüngsten Pflegeberichts des medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) jeder dritte Pflegefall zu wenig zu essen und zu trinken bekommt, mehr als 35% zu selten umgebettet werden und bei 10% hygienische Mängel festgestellt wurden. Allerdings sollen künftig die Pflegeheime alle drei statt wie bisher alle fünf Jahre und zusätzlich 20% pro Jahr unangemeldet überprüft werden. Eine privat finanzierte Zusatzversicherung zur Pflegeversicherung dürfte sinnvoll sein, um die Kostenwelle aufzufangen.
Quelle: DerWesten.de vom 15.11.2007
Wenig Vermögen für das eigene Alter
Zwei Drittel der Menschen in Deutschland verfügen nur über ein sehr geringes Vermögen oder besitzen kein Vermögen, auf das sie z.B. im Alter zurückgreifen können - so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das gesamte Vermögen in Deutschland umfasste 5,4 Billionen EUR (2002) - fast zwei Drittel davon gehörten 10% der Bevölkerung. Das rein rechnerische Pro-Kopf-Vermögen betrug mit 91.500 EUR in den alten Bundesländern fast doppelt so viel wie im Osten. Im Vergleich der Altersgruppen waren die 56- bis 65-Jährigen mit durchschnittlich knapp 130.000 EUR am reichsten.
Quelle: Westfalen-Blatt vom 08.11.2007
Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Deutschland weiter an
Mit zunehmendem Alter - die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bundesrepublik Deutschland beträgt derzeit für einen neugeborenen Jungen 76,2 Jahre und für ein Mädchen 81,8 Jahre - steigt das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Bei den 70- bis unter 75-Jährigen sind es 5%, bei den 90- bis unter 95-Jährigen dagegen 60%.
Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird die Zahl alter Menschen stark zunehmen; so wird es 2050 beispielsweise statt der heute knapp vier Millionen 80-Jährige rund zehn Millionen geben. Dementsprechend wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,13 Millionen (2005) auf voraussichtlich 2,8 Millionen Menschen im Jahr 2020 ansteigen.
Da kommt die 1995 gegründete gesetzliche Pflegeversicherung nicht mehr mit. Während damals etwas mehr als eine Million Menschen Leistungen bezogen, sind es heute doppelt soviele. So übersteigen die Ausgaben die Einnahmen. Da sich das Defizit von Jahr zu Jahr vergrößern wird, hat die Große Koalition aus CDU und SPD im Juni 2007 eine Pflegereform beschlossen. So soll der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung zum Juli 2008 um 0,25 Prozentpunkte steigen; Kinderlose sollen wie bisher einen Aufschlag von 0,25 Prozentpunkten zahlen. Arbeitnehmer sollen künftig einen Rechtsanspruch auf eine Pflegezeit für Angehörige von bis zu sechs Monaten.erhalten.
Quelle: Netzeitung.de vom 05.09.2007
Schülerzahlen in Baden-Württemberg gehen bis 2025 um insgesamt 23 Prozent zurück
Im Schuljahr 2006/07 wurden rund 1,69 Millionen Schüler/innen an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen unterrichtet. Das waren rund 5.000 weniger als im vorangegangenen Schuljahr. Die rückläufige Zahl an Geburten dürfte nach den aktuellen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in den Jahren bis 2025 für einen Rückgang der Gesamtschülerzahl um knapp 400.000 (gut 23%) auf etwa 1,3 Millionen sorgen.
An den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg lag im Schuljahr 2006/07 die Schülerzahl bei 1,291 Millionen. Hier ist bis 2025 ein Rückgang um 295.000 (23%) auf 996.000 zu erwarten. An den Hauptschulen wurden im Schuljahr 2006/07 rund 183.000 Schüler/innen unterrichtet. Mit nur noch etwa 123.000 läge die Schülerzahl im Jahr 2025 dagegen um ein Drittel niedriger. Die Realschulen hatten im Schuljahr 2004/05 mit knapp 248.000 Schülerinnen und Schülern einen Höhepunkt erreicht. Bis 2006/07 war die Schülerzahl auf rund 245.000 zurückgegangen. In den kommenden fünf Jahren ist weiter mit einem leichten Rückgang auf rund 240.000 Schülerinnen und Schüler zu rechnen, bevor ab 2012 die demographische Entwicklung zu deutlicher sinkenden Schülerzahlen führt. Nach 2020 könnte sie wieder unter die Marke von 200.000 absinken und im Jahr 2025 etwa 194.000 erreichen. Damit läge sie um knapp 21% unter dem heutigen Stand. Bei den Gymnasien ist zunächst noch mit einer steigenden Schülerzahl zu rechnen. Im Schuljahr 2006/07 wurden hier gut 333.000 Schüler/innen unterrichtet. Den Höhepunkt der Entwicklung an den öffentlichen und privaten Gymnasien erwartet das Statistische Landesamt in den Jahren 2008/09 und 2009/10 mit über 340.000 Schüler/innen. Mit dem Ausscheiden des "doppelten" Abiturientenjahrgangs des letzten 9-jährigen und des ersten flächendeckenden 8-jährigen Gymnasialzugs im Sommer 2012 wird sich die Schülerzahl um einen kompletten Jahrgang auf rund 307.000 verringern. Im Anschluss daran machen sich auch an den Gymnasien des Landes die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar: Die Schülerzahl dürfte demnach bis 2025 auf gut 251.000 absinken. Das wäre knapp ein Viertel weniger als 2006/07.
Die Schülerzahlen an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg wuchsen seit dem Schuljahr 1995/96, in dem rund 340.000 Schüler/innen gezählt wurden, bis zum Schuljahr 2006/07 auf fast 402 000 an. Diese Entwicklung dürfte sich nach den vorliegenden Berechnungen noch zwei Jahre fortsetzen und bei rund 408.000 ihren Höhepunkt erreichen. Bis 2025 dürfte die Schülerzahl dann wieder auf rund 300.000 absinken, was etwa ein Viertel weniger als 2006/07 wäre.
Quelle: Pressemeldung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg vom 26.10.2007
Weniger Leute, aber mehr Haushalte Die Folge: Wohnfläche könnte knapp werden
Obwohl die Bevölkerung zurückgeht, wird es 2025 nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts mehr Haushalte geben als derzeit. Die Ursache ist die starke Zunahme von Ein- und Zweipersonenhaushalten: In fast vier von fünf Haushalten werden 2025 nur noch ein oder zwei Menschen leben. Diese verbrauchen aber pro Kopf viel Fläche: Immer mehr kleine Haushalte befinden sich in Drei- und Vierzimmerwohnungen.
Quelle: Tagesspiegel vom 13.10.2007
Statistiker erwarten mehr Haushalte
Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Privathaushalte in Deutschland in den kommenden Jahren trotz sinkender Bevölkerungszahl steigen: von rund 39,5 Millionen auf 40,5 Millionen im Jahr 2025. Als Grund wird der Trend zu kleineren Haushalten genannt, verursacht durch die längere Lebenserwartung, die sinkende Geburtenrate, die Zunahme der Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung und die berufliche Mobilität. So wird z.B. die Zahl der Ein-Personen-Haushalte bis 2025 um 11% und die der Zwei-Personen-Haushalte um 13% zunehmen.
Quelle: afp.google.com vom 04.10.2007
Der Kirche gehen die Priester aus
Vor 40 Jahren hat es in der Diözese Köln etwa 800 Pfarrgemeinden gegeben; zu den dortigen Priestern kamen Kapläne und Geistliche an den Schulen. Im Jahr 2005 waren es nur noch 568 Priester. Für das Jahr 2015 werden 444 Geistliche prognostiziert, für 2025 noch 352, für 2035 nur noch 225. Zudem werden die Priester immer älter: In acht Jahren werden nur noch 15% unter 50 Jahre alt sein, aber 60% zwischen 61 und 75 Jahren. So muss die Zahl der Seelsorgebereiche immer weiter reduziert werden.
Quelle: rhein-berg-online.ksta.de vom 02.10.2007
Gesundheitskosten laufen in wenigen Jahrzehnten aus dem Ruder
Der Kieler Gesundheitsexperte Fritz Beske prognostiziert in seiner Studie "Gesundheitsversorgung 2050", dass aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und des damit verbundenen Anstiegs altersabhängiger Erkrankungen die stationären Behandlungsfälle bis 2050 um 67% zunehmen werden. Die Krankheitskosten pro Einwohner würden um 47% auf 3.900 Euro ansteigen. Im Vergleich zu 2000 müssten die dann erwerbsfähigen Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren durchschnittlich 77% mehr für die Krankenversorgung und rund 240% mehr für die Pflegeversorgung zahlen. Da dies nicht zumutbar sei, müsse der Leistungskatalog der Krankenkassen weiter eingeschränkt und mehr Gesundheitsausgaben privatisiert werden.
Quelle: Aerzteblatt.de vom 20.09.2007
Pensionslasten werden sich verdreifachen
Die Lasten, die Bund, Ländern und Gemeinden aus den Pensionszahlungen entstehen, werden sich im Vergleich zu heute bis 2050 auf knapp 75 Milliarden Euro verdreifachen. Die Zahl der Pensionäre wird bis 2030 von 900.000 auf mehr als 1,5 Millionen steigen. Ein Schritt, diese Entwicklung leicht abzubremsen, ist die von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung des Pensionsalters auf 67.
Quelle: Zeit.de vom 14.08.2007
Immer mehr wollen nach Südbayern
Im Jahr 2025 werden nach Berechnung des Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung in Südbayern wesentlich mehr Menschen leben als jetzt - insbesondere in den Regionen München, Landshut, Freising und Landsberg am Lech. Als Spitzenreiter wird Erding mit einem Zuwachs von über 13% angegeben. Die nord- und ostbayerischen Randgebiete werden hingegen immer bevölkerungsärmer werden. Für fast alle Landkreise Unter- und Oberfrankens, der Oberpfalz und Niederbayerns errechneten die Statistiker einen Bevölkerungsrückgang von über 5% - für den Kreis Wunsiedel sogar von 15%.
Bis Anfang der 20er Jahre wird die Gesamtbevölkerung in Bayern um 2,2% zunehmen, wobei vor allem ab 2011 wegen der Freizügigkeit im Rahmen der EU-Osterweiterung mit einem stärkeren Bevölkerungsanstieg gerechnet wird. Danach wird auch in Bayern die Bevölkerung schwinden und das Durchschnittsalter ansteigen - von 41,7 Jahren im Jahr 2005 auf 45,4 Jahre im Jahr 2025 (in Wunsiedel: 49,3 Jahren).
Quelle: BR-online vom 09.08.2007
Gesund bis ins hohe Alter
Die Menschen werden immer älter - und bleiben immer länger aktiv und gesund. Laut dem Gerontologen Andreas Kruse weisen die heute 70-Jährigen einen Gesundheitszustand auf, der jenem der 65-Jährigen von vor drei Jahrzehnten entspricht. So wird auch in Zukunft die durchschnittliche Zahl der Jahre, in denen Menschen in schlechtem Gesundheitszustand leben, ungefähr gleich bleiben. Obwohl der einzelne Mensch damit nicht mehr Gesundheitskosten im Alter als bisher verursachen wird, werden die Gesamtkosten aufgrund der Zunahme der Zahl der über 65-Jährigen dennoch steigen.
Quelle: Die Presse vom 09.08.2007
Massiver Mitgliederschwund bei Sportvereinen erwartet
Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung müssen die rund 5.660 Vereine im Württembergischen Landessportbund (WLSB) laut Berechnung des Statistischen Landesamtes bis 2025 mit einem Rückgang der Mitgliederzahl von 12% rechnen. Der größte Rückgang - von 17-18% - wird für Judo, Karate und Basketball wegen des vorwiegend jungen Alters in diesen Sportarten erwartet: Jugendliche würden eben immer rarer.
Quelle: BoennigheimerZeitung.de vom 04.08.2007
Wege aus der Schuldenfalle
Laut dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft könnte ein Ansteigen der Staatsverschuldung dadurch gebremst werden, dass z.B. die "Effizienzreserven" im Gesundheitssystem, im Bildungssektor und in der öffentlichen Verwaltung genutzt werden: Würde sich die Bundesrepublik hier an den effizientesten Ländern in der Europäischen Union orientieren, könnten die Ausgaben pro Jahr um 80 Milliarden Euro gesenkt werden. Ferner sollten z.B.die Subventionen im Agrarbereich und die Zuschüsse zum öffentlichen Personennahverkehr zurückgefahren werden. Hier ließen sich zusammengerechnet 5,7 Milliarden Euro einsparen.
Quelle: Spiegel online vom 26.03.2007
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Die Kirche verarmt
Die evangelische Kirche in Bayern wird 2010 mit voraussichtlich 116 Mio. Euro 20% weniger an Kirchensteuern einnehmen als 2008, bedingt durch Konjunktureinbruch und Steuerentlastungen. 2009 traten rund 20.000 Personen aus der Kirche aus - so gingen ihr 10-15 Mio. Euro verloren. Hinzu kommt, dass durch den demographischen Wandel die Zahl der Mitglieder bis 2030 um 25-30% sinken wird - und die Zahl der Kirchensteuerzahler um 50%, da immer mehr Mitglieder Rentner sein werden. Noch schlimmer wird es die evangelische Kirche in Bundesländern treffen, aus denen Erwerbstätige abwandern. Und sollte der im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP niedergelegte Stufentarif bei der Einkommensteuer zustande kommen, würden beide Kirchen jeweils 500 Mio. Euro pro Jahr verlieren.
Quelle: faz.net vom 14.02.2010
Lebensmitte als neues Ideal
Der Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski erwartet massive Verteilungskämpfe infolge der hohen Staatsverschuldung: "Das Lager der gefühlten Wohlstandsverlierer wird immer größer". Die Verbraucher würden sich in den kommenden zwei Jahrzehnten beim Konsum zurückhalten und sich mehr in die eigenen vier Wände zurückziehen. Anstatt der Haben-Mentalität, des Individualismus und des Jugendwahns würden die Lebensmitte, Ehe und Familie, generationsübergreifende Wohnkonzepte und neue Hausgemeinschaften, Gesundheitsorientierung und Wellness betont werden. Aufgrund von Arbeitsplatzabbau und -export würde sich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten halbieren. Diese müssten mehr als bisher arbeiten, würden aber auch doppelt so viel verdienen. Frauen bekämen immer bessere Karrierechancen, ältere Arbeitnehmer eine zweite Chance.
Quelle: neckar-chronik.de vom 23.01.2010
Ostdeutsche: die ältesten EU-Bürger
Laut eines Berichts des Europäischen Statistikamts wird 2030 Chemnitz die älteste Bevölkerung Europas haben (37,3% über 65 Jahre), gefolgt von Sachsen-Anhalt (36%), dem nordöstlichen Brandenburg (35,2%), Dresden (35,9%), Thüringen (35,6%), dem südwestlichen Brandenburg (33,1%) und Mecklenburg Vorpommern (34,4%). Zudem werde die ostdeutsche Bevölkerung um mehr als ein Fünftel abnehmen.
Quelle: umweltruf.de vom 21.01.2010
DIW-Vermögensstudie
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat ausgerechnet, dass der Wert der Pensionsansprüche von Beamten kurz vor dem Ruhestand im Durchschnitt rund 400.000 Euro beträgt. Bei anderen abhängig Beschäftigten des gleichen Alters wären dies nur 160.000 Euro - oder 200.000 Euro, wenn man Arbeitslose und Personen in Ausbildung herausrechnet. Ein Grund für den Unterschied liegt darin, dass die Höhe einer Beamtenpension auf Basis der letzten Monate des Berufslebens berechnet wird, bei Renten hingegen anhand der Summe aller Einzahlungen.
Quelle: spiegel.de vom 19.01.2010
NRW: hohe Personalkosten
Gab Nordrhein-Westfalen 2006 noch 18,6 Mrd. Euro für seine Bediensteten aus, waren es 2009 bereits 20,5 Mrd. In diesem Jahr liegt die Personalausgabenquote bei 39,3%. Die Pensionszahlungen sind von 4,8 Mrd. im Jahr 2008 auf 5,3 Mrd. angestiegen, wobei die Zahl der Empfänger bis zum Jahr 2030 von 155.000 auf 240.000 zunehmen und damit eine Pensionslawine auslösen dürfte.
Quelle: nachrichten.rp-online.de vom 12.01.2010
Fehlende Krippenplätze
Der DGB fordert einen "Rettungsplan für den Rechtsanspruch" auf Kleinkinderbetreuung von 2013 an. Dieser drohe nicht nur an den finanziellen Nöten der Kommunen zu scheitern, sondern auch an einem massiven Fachkräftemangel. So müssten innerhalb der nächsten vier Jahre fast 50.000 Erzieher/innen eingestellt werden - es würden pro Jahr aber nur 7.000 ausgebildet. So bestände die Gefahr, dass es zu "pädagogischen Billiglösungen" kommen könnte.
Quelle: fr-online.de vom 12.01.2010
Mietpreise im Ruhrgebiet sinken
Wegen der rückläufigen Einwohnerzahlen geht die NRW.Bank von fallenden Mieten und Immobilienpreise aus, insbesondere in den ländlichen Teilen Nordrhein-Westfalens. In dem Bundesland werden im Jahr 2030 im Schnitt 3,7% weniger Menschen leben; in ländlichen Regionen sogar bis zu 15% weniger.
Quelle: halternerzeitung.de vom 05.01.2010
Armin Laschet will kein Zuwanderer-Kind verloren geben
Vor dem Hintergrund eines drohenden Personalmangel in der Wirtschaft müsse Deutschland verstärkt auf die Integration und Förderung von Migrantenkindern setzen, fordert der NRW-Integrationsminister: "Wir müssen jedem Kind, unabhängig von der Herkunft, den Aufstieg ermöglichen und dürfen kein Kind verloren geben".
Quelle: derwesten.de vom 03.01.2010
Bund begibt 2010 Schuldtitel über 343 Mrd. EUR
Die Bundesfinanzagentur wird die Emission von Schuldtiteln im kommenden Jahr deutlich erhöhen. So werde sich die gesamte Bruttokreditaufnahme laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf 357 Mrd. EUR belaufen. 2009 waren es rund 329 Mrd. EUR.
Quelle: kurse.focus.de vom 17.12.2009
2040: dramatische Altersarmut
Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin beklagt nicht nur die Staatsverschuldung, die mit der Finanzkrise in gigantische Höhen geschnellt sei, sondern auch die leeren Rentenkassen - diese würden heute schon zu 40% vom Bundeshaushalt gestützt. Spätestens 2040 würden Renten- und Gesundheitssystem unbezahlbar werden. So sei mit einer dramatisch wachsenden Altersarmut zu rechnen - oder jeder müsste "seinen persönlichen Rentner in seiner Wohnküche" betreuen.
Quelle: rhein-zeitung.de vom 09.12.2009
Rente verkommt zum Hungerlohn
Heute muss ein Standardrentner bis zu seinem Ruhestand 45 Jahre gearbeitet und immer das Durchschnittseinkommen aller Versicherten verdient haben, um eine monatliche Rente in Höhe von 1.224 Euro im Westen bzw. von 1.086 Euro im Osten zu erhalten. Im Jahr 2020 wird ein in den Ruhestand gehender Standardrentner voraussichtlich 1.280 Euro überwiesen bekommen - was einer heutigen Rente von knapp 1.030 Euro entspräche. Deutsche, die weniger als das Durchschnittseinkommen verdienen, also z.B. nur 1.500 Euro monatlich, müssen heute bereits 43 Jahre arbeiten, um das Niveau der Grundsicherung zu erhalten - ihre Rentenbeiträge haben sich nicht gelohnt, denn Hartz IV gäbe es ohnehin. Die schleichende Delegitimierung des Rentensystems könnte sich zu einer ernsten Krise ausweiten, wenn das Rentenniveau mit weiteren Reformen noch weiter abgesenkt werden würde - nach heutigem Stand wird im Jahr 2040 das Rentenniveau sowieso nur noch bei 40% liegen.
Quelle: spiegel.de vom 24.11.2009
Mehr aktives Lernen nötig
Gary Marx, Präsident des Center for Public Outreach, empfiehlt, dass Schulen neue Lehrinhalte wie z.B. interpersonale Kompetenzen, auf alle Medien bezogene Literacy, die Auswertung selbsttätig ermittelter Informationen, Selbstdisziplin, Verantwortungsbereitschaft und die Fähigkeit zum Umgang mit modernen Technologien in ihre Curricula integrieren, um Schüler für die Zukunft fit zu machen. Diese sollten sich den Lernstoff häufiger als heute aktiv, in Kleingruppen oder in der Diskussion im Klassenverband aneignen. Sinnvoll wären auch Lernprozesse, die der Gemeinschaft vor Ort zugutekommen.
Quelle: The Futurist vom November/Dezember 2009
Frauen für Online-Spiele gewinnen
Nach einer Untersuchung der Michigan State University haben Männer mehr Freizeit als Frauen. Sie nutzen diese eher in großen Blöcken - was für die meisten Online-Videospiele (z.B. World of Warcraft) ideal sei. Frauen verfügen hingegen zumeist nur über kurze Freizeitblöcke. So sollten für sie mehr Online-Videospiele entwickelt werden, die jederzeit unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden können.
Quelle: The Futurist vom November/Dezember 2009
Die Zukunft des Bundesliga-Fußballs
Experten der Berenberg Bank und des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts gehen davon aus, dass 2030 nicht nur (mehr) Ausländer in der Bundesliga, sondern auch in der Nationalmannschaft spielen werden. Sie prophezeien das Ende der zentralen Fernsehvermarktung und des staatlichen Wettmonopols. Immer weniger Bundesligaspiele würden gleichzeitig stattfinden, da sie dann besser vermarktet werden könnten. Vermutlich werde auch der Videobeweis eingeführt, zumal die dann entstehende Spielpause für Werbeeinblendungen genutzt werden könnte. Der traditionelle Fußball-Fan werde bald keine Rolle mehr spielen; immer mehr Zuschauer würden wegen des Eventkonsums kommen.
Quelle: sportal.de vom 27.10.2009
Beamte müssen mit geringen Einkommenszuwächsen rechnen
In Baden-Württemberg werden sich die Versorgungsausgaben für Landesbeamte von derzeit 2,8 auf rund 6,1 Mrd. Euro im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Deshalb will Finanzminister Willi Stächele einen größeren Teil der Gehaltssteigerungen in die Versorgungsrücklage umsteuern.
Quelle: morgenweb.de vom 24.10.2009
Evangelische Kirche vor großen Herausforderungen
Nach Hochrechnungen wird bis zum Jahr 2030 die Zahl der Gläubigen um ein Drittel zurückgehen. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer werden sogar um die Hälfte sinken.
Quelle: rundschau-online.de vom 21.10.2009
Deutsche kappen wegen Finanzkrise ihre Altersvorsorge
Rund jeder Sechste legt laut einer Studie des Allensbach-Instituts (im Auftrag der Postbank) nun deutlich weniger Geld für den Ruhestand zurück, und mehr als die Hälfte möchte auch künftig nicht mehr in ihre Altersvorsorge investieren. Viele Sparer haben Lebens- und Rentenversicherungen gekündigt. Jeder dritte Berufstätige in Deutschland sorgt überhaupt nicht mehr für das Alter vor. Als sicher gilt bei vielen nur noch das Eigenheim: 63% der 1.800 Befragten halten Immobilien für eine "besonders sichere" Altersvorsorge; jeder zehnte Berufstätige will in den nächsten Jahren ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung erwerben. 40% der Befragten sprachen sich für eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge aus.
Quelle: welt.de vom 07.10.2009
Alle zehn Minuten ein Ostdeutscher weniger
Jeden Tag ziehen 140 Ostdeutsche nach Westdeutschland um. So gibt es im Westen mehr Arbeitsplätze: Im September 2009 betrug die Arbeitslosenquote im Osten 12,3%, im Westen aber nur 6,9%. Seit der Wiedervereinigung ist die Wohnbevölkerung in den neuen Bundesländern von 14,5 auf 13 Mio. (2008) zurückgegangen. Wenn die Abwanderung so weitergeht, werden in Bayern bald mehr Menschen als in den fünf neuen Bundesländern zusammen leben.
Quelle: tagesschau.de vom 03.10.2009
Depressionen nehmen weltweit zu
So geht die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, dass im Jahr 2030 Depressionen die größte Einzellast im Gesundheitsbereich sein werden. Weltweit seien ca. 20% der Kinder und Heranwachsenden von Gemütsleiden betroffen, würden jedes Jahr rund 800.000 Menschen Selbstmord begehen. In armen Ländern würden vergleichsweise mehr Menschen unter Depressionen leiden als in reichen Ländern - und viel seltener medizinisch behandelt werden.
Quelle: apotheken-umschau.de vom 02.09.2009
Klamme Zeiten für die Kirche
Bis zum Jahr 2030 wird das Kirchensteueraufkommen um 50% schwinden. Und schon jetzt reicht das Geld nicht zum Erhalt aller Kirchen. So sind im Bistum Essen bereits 96 und im Bistum Hildesheim 22 Kirchengebäude umgewidmet worden.
Quelle: sueddeutsche.de vom 11.08.2009
Mindestlohn gegen Altersarmut
Aufgrund von Minilöhnen, Arbeitslosigkeit und Rentenreform sind immer Menschen im Alter von Armut bedroht. So arbeiten heute mehr als 22% der Arbeitnehmer im Niedriglohn-Sektor, erhalten Hartz-IV-Empfänger für ein Jahr Arbeitslosengeld II einen monatlichen Rentenanspruch von 2,17 Euro (8% der Rentenanwartschaft eines Durchschnittsverdieners), müssen Durchschnittsverdiener 25 Jahre lang arbeiten, um eine gesetzliche Rente auf dem Grundsicherungsniveau von 625 Euro zu erhalten - im Jahr 2030 werden es sogar rund 30 Jahre sein. Der Sozialverband Deutschland fordert deshalb die Einführung eines Mindestlohns von mindestens 7,50 Euro und Rentenbeiträge von rund 250 Euro für Hartz-IV-Bezieher.
Quelle: n-tv.de vom 07.08.2009
Renten werden trotz privater Vorsorge sinken
Laut der Deutschen Rentenversicherung werden die Alterseinkommen für 65-jährige westdeutsche Männer in den kommenden zwei Jahrzehnten um rund 6% sinken - trotz Betriebs- und Privatvorsorge. Während Männer der Jahrgänge 1942 bis 1946 mit einer Gesamt-Nettorente von rund 1.700 Euro rechnen können, werden Männer der Jahrgänge 1957 bis 1961 nur durchschnittlich 1.596 Euro im Monat erhalten. Im Osten soll das Minus für Männer bei 2% liegen. Die Alterseinkommen von westdeutschen Frauen werden hingegen um 8% von 788 auf 850 Euro und diejenigen ostdeutscher Frauen um 1% von 898 auf 911 Euro steigen.
Quelle: abendblatt.de vom 13.07.2009
Der Hunger nach Anti-Wissen
Nicht nur in den USA, sondern auch in anderen entwickelten Ländern werden durch die Medien immer mehr Informationen verbreitet, die wissenschaftlich nicht haltbar sind (z.B. Schöpfung statt Evolution, Beteiligung der US-Regierung an der Zerstörung des Word Trade Centers, Verursachung von Autismus durch Schutzimpfungen). Dieser Trend könnte laut Damian Thompson, Autor des Buches "Counterknowledge", negative Folgen für (Natur-) Wissenschaften, Politik und Wirtschaft haben.
Quelle: The Futurist vom Juli/August 2009
Rentner vertreten rücksichtslos ihre Interessen
Die alte Regel, wonach sich die Rentenhöhe nach den Löhnen richtet, gilt nicht mehr. Als gäbe es keine Wirtschaftskrise, keine Kurzarbeit und keine Löcher in den Bildungsetats, hat der Bundestag eine Rentengarantie beschlossen: Die Rente bleibt auch in schlechten Zeiten von Kürzungen verschont. Spätestens ab den Jahrgängen 1970/71 werden Rentner weniger an Rente bekommen, als sie im Laufe ihres Berufslebens "eingezahlt" haben. Um das Jahr 2020 herum werden die Rentenbeiträge deutlich über 20% steigen - und auch die Beiträge für Krankenkassen und Pflegeversicherung. Ferner sind für Beamte im Ruhestand bis 2030 jährlich 100 Mrd. Euro Pensionszahlungen fällig. Eine Abgabenquote von knapp 50% wird aber kaum tragbar sein...
Quelle: welt.de vom 10.07.2009
Bevölkerungsentwicklung in Berlin
Laut Senatorin Ingeborg Junge-Reyer wird die Berliner Bevölkerung bis 2030 leicht um 60.000 Personen auf 3,476 Mio. Personen wachsen. Zugleich werde Berlin älter: Das Durchschnittsalter steige von 42,5 Jahren (2007) auf 45,3 Jahre. Immer mehr Menschen werden einen Migrationshintergrund haben (heute schon über 40% der 6- bis 15-Jährigen).
Quelle: neues-deutschland.de vom 01.07.2009
Rentenbeiträge werden nicht wie geplant sinken
Aufgrund der momentanen und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung wird die von der Bundesregierung geplante Senkung der Rentenbeiträge von derzeit 19,9 auf 19,2% im Jahr 2012 nicht kommen. Von 2020 bis 2030 müsse dann laut Arbeitsminister Olaf Scholz mit bis zu 22% gerechnet werden.
Quelle: rp-online.de vom 25.06.2009
Wie wird die Rente künftig besteuert?
Während Beiträge immer geringer besteuert werden, steigen die Steuern auf Renten: Bei der gesetzlichen Rente werden die Beiträge zunehmend von der Steuer befreit, dafür steigt der steuerpflichtige Anteil von derzeit 58% sukzessive auf 100% im Jahr 2040. Auf die Beiträge zur Betrieblichen Altersvorsorge zahlen Arbeitnehmer keine Steuern - auf Betriebsrenten aber später Steuern und Sozialabgaben. Wer seit 2005 eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen hat, zahlt Steuern auf die Differenz aus Auszahlungssumme und eingezahlten Beiträgen - oder nur auf die Hälfte dieses Wertes, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre lief und der Versicherte älter als 60 Jahre ist. Einmalzahlungen aus vor 2005 abgeschlossenen Verträge sind hingegen in aller Regel steuerfrei. Bei Privaten Rentenversicherungen muss nur der Ertragsanteil versteuert werden, wobei der steuerpflichtige Anteil mit dem Alter bei Rentenbeginn sinkt (z.B. auf 18% bei 65-66 Jahren). Bei Fondssparpläne unterliegen Ausschüttungen und Kursgewinne der Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag (und eventuell Kirchensteuer). Eine Ausnahme bilden Kursgewinne aus vor 2009 erworbenen Fondsanteilen. Bei Banksparplänen fällt jedes Jahr die Abgeltungsteuer auf Zinserträge an. Bei Riester-Produkten können bis zu 4% des Bruttoeinkommens (maximal 2.100 Euro) von der Steuer abgesetzt werden, wobei vom Steuerbonus die staatlichen Zulagen abgezogen werden. Die Riester-Rente muss versteuert werden; es fallen aber keine Sozialabgaben an. Bei der Rürup-Rente nimmt der steuerfreie Anteil der Sparbeiträge (maximal 20.000 Euro im Jahr) von derzeit 68% sukzessive auf 100% im Jahr 2025 an. Die Rentenzahlung wird ab 2040 mit dem persönlichen Steuersatz belastet.
Quelle: wiwo.de vom 14.05.2009
Abschied von der Individualisierung
Der Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski erwartet bis 2030 eine doppelte Leistungsgesellschaft: einerseits eine Dienstleistungsgesellschaft, die Geld koste, anderseits eine Hilfeleistungsgesellschaft, die Geld sparen helfe. Über zwei Drittel der jungen Menschen würden dann ihren Lebenssinn in der Arbeitsleistung suchen."Die junge Generation will im Leben etwas leisten und zugleich das Leben genießen. Leistungslust heißt das Lebenskonzept der jungen Generation im 21. Jahrhundert, die in ihrem Leben weder überfordert noch unterfordert werden will". Aber auch Ehe, Kinder und Familie würde für junge Menschen wieder wichtiger werden, da diese mehr persönliche Lebenserfüllung gewähren würden als der Konsum. "Die Deutschen wollen lieber 'glücklich' als 'reich' sein, eine Familie und gute Freunde haben und in einer 'intakten Natur' leben". Auch Kultur und Religion würden wieder wichtiger werden.
Quelle: der-bote.de vom 03.05.2009
Freiwillige Rentenbeiträge werden häufiger gezahlt
Von dieser Möglichkeit machten 2007 laut dem Rentenexperten der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), Dirk von der Heide, rund 400.000 Versicherte Gebrauch. Sie könnten auch 2040 noch mit einer Rendite zwischen 2,7 und 3,2% rechnen. Allerdings vertraut laut dem "Datenreport 2008" des Statistischen Bundesamtes nur noch ein Drittel der Deutschen dem Rentensystem.
Quelle: renten-fakten.de vom 10.04.2009
2050: Verdreifachung der Pensionszahlungen
Während der Staat im Jahr 2007 Pensionszahlungen für Bundesbeamte in Höhe von 2,1 Mrd. Euro leistete, werden es nach einem Entwurf des Innenministeriums 2050 rund 7,1 Mrd. sein. Andere Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2040 der Staat rund ein Viertel aller Steuereinnahmen für Pensionslasten aufwenden muss. Deshalb sollten alle kostendämpfenden Maßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung auf das Pensionssystem übertragen werden.
Quelle: finanz-geld.de vom 25.02.2009
Zukunftsängste der Europäer
Laut einer Studie der BAT Stiftung für Zukunftsfragen erwarten die mehr als 11.000 befragten Europäer, dass bis 2030 das Leben teurer, die Kluft zwischen Arm und Reich größer, die Altersarmut zunehmen und die Arbeitszeit länger wird. Die Menschen würden ärmer werden - immer mehr müssten Zweit- und Nebenjobs annehmen. Viele Befragte fürchten sich vor mehr organisierter Kriminalität, machen sich Sorgen um sauberes Wasser und erwarten die Anhebung des Rentenalters auf 75 Jahre. Die weitaus meisten Europäer rechnen nicht mit der Lösung großer Probleme wie Klimawandel, Integration von Ausländern, Hunger und Bildungsdefizite. In Deutschland ist vor allem die Angst um den Arbeitsplatz stark ausgeprägt. 78% der Deutschen glauben, zukünftig von Zweit- und Nebenjobs abzuhängen.
Quelle: pressetext.de vom 23.01.2009
Land legt seniorenpolitisches Programm vor
Die Fakten der demographischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt sind eindeutig: Bis 2025 ist mit einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung auf über 50 Jahre zu rechnen. Das bedeutet, dass dann 54% der Bevölkerung älter als 50 Jahre sein werden. Zugleich steigt der Anteil der über 65-Jährigen rapide an. Lag der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe im Jahr 2005 noch bei 22%, so ist davon auszugehen, dass sich dieser Anteil bis zum Jahr 2025 auf 31% erhöhen wird. Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung das seniorenpolitische Programm erarbeitet, das von Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe in Magdeburg vorgestellt wurde: "Altwerden heißt nicht automatisch, von der aktiven Seite des Lebens auf die passive hinüberzuwechseln. Viele ältere Menschen wollen nach ihrem Berufsleben aktiv bleiben und sich ehrenamtlich engagieren. Sie wollen sich einmischen. Wir brauchen das Wissen der Älteren, um nachfolgende Generationen zu unterstützen. Dieses Potential gilt es zu nutzen." Als Beispiele für bürgerschaftliches Engagement nannte die Ministerin die Mitarbeit in Kindertagesstätten, Schulen, Familien- und Begegnungszentren, Stadtteil- und Bürgertreffs. Konkret könnten ältere Menschen in Kita, Hort, Schule oder Bürgerhaus Kochkurse oder Lesetreffs betreuen oder aber in der Nachbarschaftshilfe als Babysitter oder Familienpaten aktiv sein. Über die lokalen Bündnisse für Familien oder die Ehrenamtslotsen werden diese Tätigkeiten unterstützt.
Quelle: Pressemitteilung des Sozialministeriums vom 05.12.2008
Umkrempeln der Krankenversicherung
Mit der Einführung des Gesundheitsfonds muss ab 2009 ein Einheitssatz von 15,5% gezahlt werden. Längerfristige Probleme werden damit nicht gelöst: Bevölkerungsrückgang und -alterung werden nach verschiedenen Studien zu Beitragssätzen von über 20% bis über 30% zur Mitte des Jahrhunderts führen.
Quelle: mz-web.de vom 03.12.2008
Immer mehr Pflegefälle
In Nordrhein-Westfalen gibt es knapp 460.000 pflegebedürftige Menschen - 2020 werden es 650.000 und 2050 fast 1 Mio. sein. Dann werden über zwei Drittel aller Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter sein.
Quelle: ksta.de vom 12.11.2008
Wenn Atheisten in der Mehrheit sind
In Deutschland waren 1990 nur 22,4% der Deutschen ungläubig; 2005 war bereits jeder dritte Deutsche ohne Konfession; 2025 könnten nach Einschätzung von Experten die Nicht-Gläubigen bereits in der Mehrheit sein. In Ostdeutschland ist der Unglaube bereits zum Normalverhalten geworden.
Quelle: rp-online.de vom 18.10.2008
Europas Zukunft: älter, bunter - besser?
Bei einer derzeitigen Geburtenrate in der EU von knapp 1,5 Kindern pro Frau ist jede neue Generation ein Viertel kleiner als die vorherige. Bereits heute verzeichnen acht der 27 EU-Mitgliedsstaaten schrumpfende Einwohnerzahlen. Bis zum Jahr 2050 werden es 17 sein - allen voran Deutschland, dem trotz Zuwanderung 10% Bevölkerungsverlust prognostiziert werden. Im selben Zeitraum wird der Altersschnitt der EU-Bevölkerung um zehn Jahre steigen: Ist derzeit gut jeder sechste Bürger älter als 65 Jahre, wird es im Jahr 2050 fast jeder dritte sein - und er darf erwarten, vier bis fünf Jahre älter zu werden als ein heute 65-Jähriger. Nur wenn es den EU-Mitgliedern gelingt, ihre Innovationskraft durch mehr Bildung und eine bessere Integration zu erhöhen, ihre Haushalte zu sanieren und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu stärken, können sie den Rückgang und die Alterung ihrer Bevölkerungen bewältigen. Einer Studie zufolge sind die Regionen Nordeuropas dank ihrer Wirtschaft, eines hohen Bildungsstands und einer starken Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen sowie vergleichsweise hohen Geburtenraten besonders zukunftsfähig, angeführt von dem kleinen, aber hoch entwickelten Nicht-EU-Mitglied Island. Weil sich in Schweden Beruf und Familie dank Elterngeld und günstiger Betreuungsangebote gut vereinbaren lassen, ist nicht nur die dortige Erwerbsbeteiligung von Frauen eine der höchsten in Europa, sondern auch die Geburtenrate. Akademikerinnen verzichten nicht häufiger als andere schwedische Frauen auf Nachwuchs, Städterinnen haben sogar mehr Kinder als Landbewohnerinnen - Ausnahmeerscheinungen auf dem gesamten Kontinent. Auch Bildungssystem und Ausländer-Integration in Schweden können als vorbildlich gelten. Hinzu kommen hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, die sich in vielen Patentanmeldungen widerspiegeln. Damit ist das Land auch auf dem Weg zu einer wissensbasierten Gesellschaft am weitesten fortgeschritten.
Quelle: (gekürzte) Pressemitteilung von GEO zur Ausgabe September 2008 vom 21.08.2008
2050 werden 10 statt 2% der Beschäftigten in der Pflege tätig sein
Die Pflegeversicherung, die jährlich rund 17 Mrd. Euro ausgab und nach der im Juli in Kraft getretenen Pflegereform in Zukunft nahezu 20 Mrd. Euro zur Verfügung haben wird, hat u.a. zur Entstehung von mehr als 11.000 zugelassenen privaten Pflegediensten geführt, die im Durchschnitt 43 Pflegebedürftige betreuen. Ferner gibt es rund 10.000 Heime, in denen durchschnittlich 65 Pflegebedürftige versorgt werden. Da sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 4 Mio. verdoppeln wird (und aus weiteren Gründen), soll sich nach einer Studie der Stiftung für soziale Marktwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen die Zahl der Pflegekräfte von derzeit 545.000 auf 1,8 Mio. erhöhen. Dann könnten bis zu 10% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Zweig tätig sein. Ob es dazu kommt, wird davon abhängen, ob die benötigten Mittel von der Pflegeversicherung, den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und den Sozialämtern aufgebracht werden können und ob sich bei den miserablen Konditionen bei Einkommen und Arbeitsbedingungen genügend Pflegekräfte finden lassen.
Quelle: Das Parlament Nr. 31 vom 28.7.2008
Zahl der Erwerbstätigen in Hessen sinkt
Bis 2025 wird die hessische Bevölkerung von derzeit knapp 6,1 Mio. auf knapp 5,9 Mio. Menschen schrumpfen. Auf 100 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren (potenziell Erwerbstätige) kamen im Jahr 2006 32,6 jüngere und 31,8 ältere Menschen; 2025 werden es 28,8 jüngere und 41,9 ältere sein.
Quelle: OP-marburg.de vom 21.07.2008
Schlaganfälle nehmen bis 2050 dramatisch zu
Obwohl die Bevölkerung in Hessen bis 2050 von knapp über 6,1 Mio. Einwohnern auf kaum mehr als 5,1 Mio. abnimmt, wird die Zahl der Schlaganfälle von rund 20.000 Fällen im Jahr 2005 um 75% auf über 35.000 im Jahr 2050 steigen. Bei über 84-Jährigen wird die Rate sogar um 265% zunehmen. Je älter ein Mensch wird, desto häufiger kommen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Arteriosklerose und Herzrhythmusstörungen vor, denen aber vorgebeugt werden kann. Die Kosten für die Behandlung von Schlaganfällen - 2004: 7,1 Mrd. Euro - und die Pflegeheimunterbringung der Betroffenen werden bis 2050 stark ansteigen.
Quelle: Spiegel.de vom 11.07.2008
Sachsen-Anhalt will bis 2025 rund 21.000 Stellen abbauen
So soll die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst von derzeit 61.000 auf 40.300 sinken. Die Zahl der Neueinstellungen wird auf 6.400 zurückgehen. Auch will das Land keine neuen Schulden mehr aufnehmen - der Schuldenstand beträgt derzeit 19,9 Mrd. Euro, pro Einwohner 8.250 Euro. Nur im Saarland ist die Pro-Kopf-Belastung noch größer.
Quelle: ad-hoc-news.de vom 08.07.2008
Immer mehr Selbständige
Die Zahl der Selbständigen nimmt immer mehr zu, bedingt durch eine wachsende Zahl von Neugründungen. In vielen Fällen handelt es sich um Eine-Person-Betriebe (z.B. Ich-AGs): Die Anzahl sogenannten "Solo-Selbständiger" hat sich zwischen 1991 und 2005 mit 2,29 Mio. nahezu verdoppelt und umfasst damit mehr als die Hälfte aller Selbständigen. Insbesondere solche mit einem Einkommen unter 1.000 Euro und solche im Alter von 20 bis 29 Jahren betreiben oft überhaupt keine Altersvorsorge. Als Folge droht im Alter Armut bzw. Abhängigkeit von Sozialhilfe. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes der Selbständigen hält ein Drittel der Selbständigen ihre eigene Altersvorsorge für unzureichend. Jeder Zehnte legt keinen einzigen Cent zurück, ein weiteres Fünftel weniger als 1.000 Euro im Jahr.
Quelle: Faz.net vom 23.06.2008
Altersarmut ungeahnten Ausmaßes droht
Nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes tickt die "Zeitbombe Altersarmut" für die jetzt berufstätige Generation. Die Rentenreformen hätten dazu geführt, dass Durchschnittsverdiener im Jahr 2030 etwa 35 Versicherungsjahre brauchen würden, nur um mit ihrer Rente das Niveau der Grundsicherung zu erreichen. Schon jetzt müssten rund 700.000 Rentner Mini-Jobs übernehmen, um über die Runden zu kommen. Wohlfahrtsverbände gingen von einer Verfünffachung der steuerfinanzierten Grundsicherung aus.
Quelle: PAZ-online.de vom 14.05.2008
DGB legt Eckpunkte zur Zukunftssicherung der Rente vor
Da die Rentenreformen, der boomende Niedriglohnsektor und lange Zeiten der Arbeitslosigkeit zu einer Altersarmut "ungeahnten Ausmaßes" führen könnten, verlangt der DGB in seinem Eckpunktepapier eine Erhöhung des Rentenniveaus, das nicht so stark wie bereits beschlossen absinken darf. Dafür müsse der Nachhaltigkeitsfaktor abgeschafft und die Aussetzung des Riesterfaktors verlängert werden. Dadurch würde der Beitragssatz um 1,2 Prozentpunkte, das Rentenniveau um 3 Prozentpunkte steigen. Ferner sollten Selbständige, Beamte und Politiker in die Rentenversicherung einbezogen werden. Außerdem müssten die Erwerbsminderungsrenten, die Rentenzahlungen für Langzeitarbeitslose und die Renten nach Mindesteinkommen angehoben werden. Die betriebliche Altersvorsorge sollte flächendeckend verbreitet werden.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds vom 14.05.2008
Die Lüge von der demografischen Katastrophe
Im Jahr 2000 finanzierten 4,1 Erwerbsfähige einen Rentner, 2050 sollen es nur noch 2 sein. Mehr Arbeitsproduktivität könnte laut Professor Gerd Bosbach von der Fachhochschule Remagen jedoch die steigende soziale Belastung ausgleichen - sie soll laut der Herzog-Kommission um 86% und nach der Rürup-Kommission sogar um 144% steigen. Dann könnten die höheren Soziallasten abgedeckt werden. Allerdings kam in den vergangenen 10 bis 15 Jahren der Gewinn aus der zunehmenden Arbeitsproduktivität nicht den Sozialkassen zugute, weil die Arbeitnehmer kaum mehr Lohn bekamen. Er trug zu den stark angestiegenen Unternehmensgewinnen bei.
Quelle: BR-online.de vom 29.04.2008
Deutschlands Rentenkrise
Während sich der Anteil der unter 15-Jährigen an der deutschen Bevölkerung bei 21% stabilisieren dürfte, wird sich der Anteil der Senioren bis 2050 auf 54% fast verdoppeln. Damit werden die Erwerbstätigen immer größere Belastungen zu schultern haben. So gaben laut dem Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen 2005 für Personen, die älter als 59 Jahre waren, 21.300 EUR pro Jahr aus, für Personen bis zu 19 Jahren aber nur 10.800 EUR.
Quelle: Welt.de vom 13.04.2008
Ein Drittel der Altersvorsorge privat finanzieren
Laut Eckart Bomsdorf, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Köln, reproduziert sich derzeit jede Elterngeneration zu zwei Dritteln. Es wird also weniger Menschen in Deutschland geben. Wenn sie länger arbeiten und noch mehr Frauen ins Erwerbsleben einsteigen, drohe aber weder ein Arbeitskräftemangel noch ein Zusammenbrechen der sozialen Sicherungssysteme. "Wenn es ein Drittel zu wenig Kinder gibt, um die gesetzliche Rente zu finanzieren, muss eben ein Drittel der Altersvorsorge privat oder betrieblich finanziert werden."
Quelle: www.ARD.de/themenwoche2008 vom 02.04.2008
Wie schrumpft man eine Stadt?
Nach einem Gutachten des Eduard-Pestel-Instituts wird es im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen aufgrund des Bevölkerungsrückgangs rund 71.000 Wohnungen geben, die keiner mehr braucht - vor allem im Ruhrgebiet, aber auch in vielen ländlichen Regionen. Schon ab 2013 werden viele Ein- und Zweifamilienhäuser nicht mehr zu verkaufen sein. Schon jetzt werden vielerorts leerstehende Häuser abgerissen.
Erst wenige Stadtplaner befassen sich mit dem Schrumpfen; die meisten ignorieren es. Die großen Städte im Ruhrgebiet vermarkten sich sogar weiterhin als Städte des Wachstums, obwohl dies nicht stimmt. Jetzt ließen sich Schrumpfungsprozesse aber noch gestalten...
Quelle: Welt.de vom 02.03.2008
Pflegeversicherung: Anstieg des Beitragssatzes
Ende 2006 wurden von der Pflegeversicherung für rund 1,31 Millionen Menschen ambulante Leistungen und für rund 660.000 Menschen eine stationäre Unterbringung bezahlt. Der Pflegebeitragssatz soll zum 01.07.08 von 1,7 auf 1,95% wachsen; aufgrund der erwarteten starken Zunahme der Zahl älterer Menschen dürfte er auf rund 2,5 Prozent im Jahr 2050 steigen. In den nächsten Jahren sollen 4.000 Pflegestützpunkte als zentrale Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entstehen. Im Pflegebereich gibt es derzeit rund 300.000 Arbeitsplätze; mit einem Anstieg ist zu rechnen.
Quelle: n-tv.de vom 16.01.2008
Die Durchschnittsrente von 2025 sichert lediglich das Existenzminimum
Derzeit ist Altersarmut in Deutschland eher eine Ausnahme: Nur 2-3% der Senioren gelten als arm und müssen ihre Rente aus der Sozialhilfe aufstocken. Doch ihr Anteil wird deutlich wachsen, da die Rentenreform zu einem sinkenden Rentenniveau und zur schrittweisen Besteuerung der Renten führt. Zudem werden "klassische" Erwerbsbiografien seltener: Immer mehr Menschen erleben einen Zyklus von Arbeit und Arbeitslosigkeit, können also nicht kontinuierlich Beiträge zahlen. Zudem werden Geringverdiener weniger vorsorgen können. Sie werden in Zukunft von Altersarmut bedroht sein: In 17 Jahren soll die Kaufkraft einer durchschnittlichen Rente höchstens die Höhe des Existenzminimums erreichen - Geringverdiener werden weit darunter liegen.
Quelle: Volksstimme.de vom 15.01.2008
Hessen gewappnet für demographischen Wandel
Der Demographiebeauftragte der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Stefan Grüttner, ist der Meinung, dass der Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung durch ein gutes Angebot an Arbeitsplätzen und Infrastruktur entgegen gewirkt werden könne. Dazu gehörten z.B. Maßnahmen wie der Ausbau des Regionalflughafens Kassel-Calden sowie der Autobahnen A 44 und A 49, die Investitionen in den ÖPNV, die Förderung der mittelständischen Wirtschaft, der Ausbau der Kinderbetreuung und die Fördermaßnahmen für den Tourismus. In einem positiven familienpolitischen Umfeld könnte sogar eine nennenswerte Steigerung der Geburtenrate wie in den skandinavischen Ländern erreicht werden, die in Verbindung mit den angenommenen Nettozuwanderungen den Bevölkerungsrückgang in Hessen aufhalten könne. Ferner würde die Alterung der Gesellschaft durch die Zuwanderung jüngerer Menschen gemildert. So kämen derzeit aufgrund des attraktiven Arbeitsmarktes vor allem junge Menschen - mit einem hohen Frauenanteil - nach Hessen.
Quelle: Frankfurt-Live.com vom 29.12.2007
Kostenexplosion im Gesundheitswesen - eine Mär?
Betriebswirt Michael Kunze hat nachgewiesen, dass sich in Österreich die Belastungen der öffentlichen Krankenversicherung seit 1995 nicht außerordentlich erhöht haben. So lag die jährliche Steigerungsrate für Gesundheitsausgaben bei durchschnittlich 3,85%, also nur leicht über der des Steueraufkommens (3,43%) und der des Bruttoinlandsprodukts (3,40%). Der Ausdruck "Kostenexplosion" sei "pure Angstmache". Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung würden aber die Ausgaben in den nächsten Jahren weiter (und stärker) ansteigen.
Quelle: Die Presse vom 28.12.2007
Renten werden immer stärker besteuert
Wer 2008 in Rente geht, muss 56 statt 54% seiner Rente versteuern. Dieser Prozentsatz wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen; ab 2040 müssen Renten voll versteuert werden. Dafür werden Vorsorgeaufwendungen bis zu bestimmten Höchstbeträgen Schritt für Schritt steuerlich entlastet, bis sie ab 2025 steuerfrei sind.
Quelle: Finanztreff.de vom 28.12.2007
Allergien nehmen in Deutschland zu
Jeder vierte Deutsche reagiert auf irgendetwas allergisch - im Jahr 2050 könnte es schon jeder zweite sein. Zum einen fliegen aufgrund des Klimawandels Pollen in Deutschland fast ganzjährig. Zum anderen befinden sich immer mehr chemische Substanzen in der Luft. In Untersuchungen zeigte sich laut Thorsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung in Berlin, dass bei Allergien die geistige Leistungsfähigkeit und das Langzeitlernvermögen um 30% reduziert sind - was zu einem volkswirtschaftlichen Schaden von mindestens 100 Milliarden EUR führe.
Quelle: Welt.de vom 09.12.2007
Landesentwicklungsplan für Schleswig-Holstein
Die Landesregierung hat den Entwurf des Landesentwicklungsplans beschlossen. Er legt fest, wohin sich das Land und seine Regionen bis 2025 entwickeln sollen. Seine zentralen Ziele sind die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Bewältigung der Folgen des demographischen Wandels sowie der Klima- und Ressourcenschutz. Erstmals werden in dem Plan Landesentwicklungsachsen dargestellt. Entlang dieser wichtigsten Verkehrswege soll ausgehend von der Metropolregion Hamburg wirtschaftliche Entwicklung ins Land getragen werden. An geeigneten Stellen können hochwertige Gewerbestandorte von überregionaler Bedeutung entstehen. Der Landesentwicklungsplan setzt der Neubautätigkeit in kleinen, ländlichen Gemeinden deutliche Grenzen. Überdimensionierte Flächenplanungen werden dadurch vermieden; sie würden bei rückläufigen Einwohnerzahlen zu einer großen finanziellen Belastung für die Kommunen werden. Auch bei der Infrastrukturplanung müssten die zukünftigen demographischen Entwicklungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus beschäftigt sich der Landesentwicklungsplan mit den Themen Verkehr, Energieversorgung, Rohstoffsicherung, Tourismus sowie Land- und Forstwirtschaft. Er beschreibt Ziele und Grundsätze für die Entwicklung der Daseinsvorsorge auf dem Gebiet der Bildung, der Gesundheit und der Kultur. In einem weiteren Kapitel geht es um die Entwicklung und den Schutz von Natur und Umwelt.
Quelle: Pressemitteilung des Innenministeriums vom 27.11.2007
Bevölkerung wird wohl bis 2050 nicht dramatisch schrumpfen
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht davon aus, dass die ab 2011 geltende Freizügigkeit für Bewerber aus den neuen EU-Staaten zu mehr Einwanderern führen wird. Sollten jährlich wieder 200.000 Menschen zuwandern, würden 2050 rund 76 Millionen statt bisher 82,3 Millionen (Ende 2006) Einwohner in Deutschland leben. Allerdings betrug 2006 die Netto-Zuwanderung nur 23.000 Menschen. Aufgrund des drohenden Fachkräftemangel werde die Politik wahrscheinlich aber bald die Zuwanderung fördern - auch aus außereuropäischen Ländern.
Quelle: de.today.reuters.com vom 21.11.2007
Jungen gelten als zunehmend benachteiligt vom Schulsystem
Jungen brechen weitaus häufiger die Schule ab als Mädchen, sind im Durchschnitt eine ganze Schulnote schlechter und bleiben öfter sitzen. Jedes Jahr wächst der Anteil der Mädchen an den Abiturienten um ein Prozent: Im vergangenen Schuljahr erlangten 29,3% der Mädchen die allgemeine Hochschulreife gegenüber 25,9% im Jahr 1992. Bei Jungen sank der Anteil von 22,2 auf 21,7%.
Laut der Pisa-Studie hinken die 15-jährigen Buben den Mädchen bei der Lesekompetenz um ein ganzes Schuljahr hinterher. Auch beim Lösen von Problemen sind die Mädchen besser; in Naturwissenschaften erbringen sie fast gleiche Leistungen. Nur in Mathematik behaupten die Jungen noch einen knappen Vorsprung. Insbesondere in den neuen Bundesländern haben die Mädchen einen enormen Bildungsvorsprung erzielt. Sie verlassen in Scharen den Osten und suchen ihre Chance im Westen. Zurück bleiben die schlechter qualifizierten männlichen Altersgenossen. So ist das Bildungsniveau der älteren Generation mittlerweile deutlich höher als der der jüngeren.
Ursachen für die Bildungsmisere bei Jungen seien z.B. die Orientierung der zumeist weiblichen Grundschullehrer an den "braven" Mädchen, die damit verbundene stärkere Kritik am Verhalten von Jungen, die ambivalentere Haltung der Buben gegenüber Lernen und Leistung, das Fehlen von "Jungenthemen" bei den Unterrichtsinhalten und der größere Medienkonsum von Buben (laut der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung Iglu schauen 11,5% der Jungen, aber nur 3,5% der Mädchen täglich mehr als fünf Stunden fern; Letztere lesen mehr und nutzen den Computer mehr zur Kommunikation und für Internetrecherchen als für Videospiele).
Auch beim Berufseinstieg haben es Jungen schwerer: Sie finden seltener eine Ausbildungsstelle und fallen bei Prüfungen häufiger durch. So ist die Arbeitslosenquote unter den männlichen 15- bis 25-Jährigen mit 13% um zwei Prozentpunkte höher als bei gleichaltrigen Frauen. Zu viele Jungen glauben noch, sie würden eine Arbeit in einem traditionellen Männerberuf in der Fabrik oder auf dem Bau finden. Jedoch werden im Jahr 2020 nur noch 10% der Beschäftigten in der Produktion tätig sein. Derzeit erwerben aber 35% der Schüler eines Jahrgangs nur einen Hauptschulabschluss - für sie wird es also in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft kaum noch Stellen geben. Und wer überhaupt keinen Schul- und Berufsabschluss erwirbt, ist von lebenslanger Arbeitslosigkeit bedroht.
Laut Professor Ludger Wößmann vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung kosten die schlechten Schulleistungen Deutschland jährlich bis zu einen halben Prozentpunkt Wirtschaftswachstum. Das volkswirtschaftliche Wachstum ließe sich um 40% erhöhen, wenn Deutschlands Schulen internationales Spitzenniveau erreichen würden.
Die Bildungspolitik will dieser Entwicklung gegensteuern - z.B. durch die Erhöhung des Anteils männlicher Lehrkräfte an den Grundschulen, durch die Entwicklung spezieller Unterrichtsmaterialien für Jungen, durch Aufklärung der Lehrerinnen über ihre Geschlechtssterotypen und durch mehr individuelle Förderung von Jungen.
Quelle: WirtschaftsWoche Heft 44 vom 31.10.2007
Trotz Gesundheitsreform droht gesetzlich Versicherten eine Beitragsverdoppelung
Während gesetzlich Krankenversicherte derzeit einen Beitrag von durchschnittlich 14,5% des Gehalts zahlen, könnte der Beitragssatz laut einer Prognose des Freiburger Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) in den nächsten 20 Jahren auf nahezu 22% und bis 2050 auf fast 30% ansteigen. Bei diesen Berechnungen wurde neben der Bevölkerungsentwicklung auch berücksichtigt, dass der medizinisch-technische Fortschritt jährlich zusätzliche Kosten von einem Prozentpunkt verursachen wird.
Quelle: Finanzen.net vom 12.08.2007
Weniger öffentliche Nahverkehr - mehr Straßenverkehr?
Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden in Berlin die Fahrgastzahlen im Nahverkehr bis zum Jahr 2020 um 8% zurückgehen; die Pkw-Fahrleistung werde dagegen um 15% steigen. Daran werde sich dann bis 2050 nicht mehr viel ändern. Die Ursachen: Erwerbstätige werden die Verkehrsbetriebe weniger nutzen, da ihre Zahl zurückgehen wird und immer mehr Frauen einen Führerschein und ein eigenes Auto haben werden. Die steigende Zahl der Senioren wird dies nicht ausgleichen, da der Anteil der Auto fahrenden Rentner erheblich steigen wird - außer es werden den älteren Menschen so attraktive Angebote gemacht, dass sie auch dann die Verkehrsbetriebe nutzen, wenn sie ein eigenes Autos haben...
Quelle: Tagesspiegel.de vom 08.08.2007
Die demografische Krise verhindern
Die OECD und manche Wissenschaftler befürchten, dass sich Deutschland aufgrund der Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung im "wirtschaftlichen Niedergang" befindet: 2050 könnte die Wirtschaft mangels genügend (junger) Arbeitskräfte stagnieren, Altersarmut aufgrund nicht mehr finanzierbarer Sozialsysteme viele Rentner treffen und ein Krieg zwischen den Generationen ausgebrochen sein. Anstatt 50 Millionen Menschen im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren gäbe es dann nur noch rund 35 Millionen.
Sollen die skizzierten albtraumhaften Zustände verhindert werden, muss rasch gehandelt werden:
- Steigerung der Geburtenrate durch eine familienfreundliche Politik, die Reduzierung beruflicher Nachteile für Frauen, eine Verminderung des Armutsrisikos, den Ausbau von Kindertagesbetreuung und Ganztagsschulen, die Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting, die Besserstellung von Eltern gegenüber Kinderlosen in der gesetzlichen Rentenversicherung usw.
- Bessere Nutzung des Arbeitskräftepotenzials durch Erhöhung der Erwerbsquote bei Frauen (derzeit arbeiten nur 60%, oft nur Teilzeit), eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer (heute arbeiten nur noch 52% der 55- bis 65-Jährigen), einen früheren Start junger Menschen in das Berufsleben, eine längere Arbeitszeit usw.
- Entlastung der Rentenkassen durch die stufenweise Anhebung des regulären Renteneintrittsalter, mehr private Vorsorge (z.B. Riester-Rente), die Orientierung der Höhe der Rente an den Einnahmen und die Deckelung der Beiträge.
- Mehr und besser qualifizierte Einwanderer durch ein Punktesystem (wie in Kanada und Australien) und attraktivere Arbeitsbedingungen.
Diese Maßnahmen könnten den Wegfall von knapp 12 Millionen Arbeitskräften bis 2050 kompensieren.
Ferner müsste die Produktivität erhöht werden - allerdings seien die Arbeitskräfte um die 40 am produktivsten. Nach den neuesten Ergebnissen der Hirnforschung könnte aber besser die "kristalline Intelligenz" der Älteren genutzt werden: ihr reichhaltiger Fundus von Langzeiterfahrungen, Organisationsgeschick und Faktenwissen. Auch könnte es schon bald Medikamente auf dem Markt geben, welche die Gehirnleistungen im Alter verbessern. Mehr Gewicht sollte auf die Zusammenarbeit unterschiedlicher Altersgruppen gelegt werden, da dies die Arbeitsproduktivität steigere. Aber es müsse auch der Weiterbildung der Belegschaft mehr Wert beigemessen werden.
Quelle: WirtschaftsWoche 25/2007
Rente verliert immer mehr an Wert
Nach der großen Rentenreform - Einführung der Rente ab 67 und Stabilisierung des Rentenversicherungsbeitrags (gebremster Anstieg auf 22,6% im Jahr 2030 im Gegensatz zu den in den Achtzigerjahren prognostizierten 40%) - wird deren Kehrseite immer deutlicher: Bis zum Jahr 2030 wird sich die Rente bei Durchschnittsverdienst und vollen 45 Versicherungsjahren um 15 bis 20% gegenüber dem heutigen Niveau verringern. Laut dem nordrhein-westfälischen Sozialminister Karl-Josef Laumann wird schon 2025 die statistische Durchschnittsrente unter Sozialhilfeniveau liegen.
Außerdem werden wohl immer weniger Menschen auf 45 Versicherungsjahre kommen - bedingt durch längere Ausbildungszeiten, unstete Erwerbsbiographien (Wechsel zwischen Selbstständigkeit, abhängiger Beschäftigung, geringfügiger Beschäftigung bzw. Arbeitslosigkeit) oder Langzeitarbeitslosigkeit (der für ein Jahr Arbeitslosigkeit gezahlte Beitrag steigert die spätere Rente nur um etwas mehr als 2 Euro). Der Präsident der Rentenversicherung schlägt deshalb vor, die gesetzliche Rentenversicherung in eine "Erwerbstätigenversicherung" umzuwidmen, in die jeder, der nicht in einem anderen Pflichtsystem Mitglied ist, Beiträge einzahlen muss.
Quelle: Wiesbadener-Kurier.de vom 12.07.2007
Achtung: Pensions-Lawine
Prognosen der Bundesregierung sehen bis 2050 einen Anstieg der Pensionskosten auf das Drei- bis Fünfeinhalbfache voraus, je nach Wirtschafts- und Preisentwicklung. Vor allem in den Bundesländern wird sich die Zahl der von ihnen zu bezahlenden Pensionäre nahezu verdoppeln - von heute rund 618.000 auf 1,22 Millionen. Beispielsweise wird NRW schon 2040 fast jeden vierten Euro für Pensionen ausgeben. So seien Reformen wie ein späteres Eintrittsalter oder die Bildung von Rücklagen dringend nötig.
Quelle: Rheinische Post auf Presseportal.de vom 06.07.2007
Mehr Renten - längere Bezugsdauer
2006 wurden in Westdeutschland 19,4 Millionen Renten ausgezahlt - vor 45 Jahren waren es nur 7,9 Millionen. Zugleich verlängerte sich die Bezugsdauer wegen der höheren Lebenserwartung seit 1960 um gut sieben Jahre auf heute 17,2 Jahre. Steigt die Lebenserwartung in Deutschland wie bisher um rund drei Monate pro Jahr - also in den nächsten 20 Jahren im Schnitt um 5 Jahre, - werden Bezugsdauer und damit auch die Rentenausgaben entsprechend zunehmen.
Quelle: WirtschaftsWoche 25/2007
Zukunftspapier der evangelischen Kirche
In der Veröffentlichung "Perspektive 2025" werden die gesellschaftlichen Veränderungen thematisiert, die aus der Alterung der Gesellschaft und dem Bevölkerungsschwund entstehen. Eine Folge sei der Rückgang der Kirchensteuer. So könne die Zahl der Gotteshäuser nicht mehr gehalten werden. Anstelle professioneller Dienste sei ehrenamtliche Arbeit immer stärker gefragt.
Quelle: Giessener-Anzeiger.de vom 29.05.2007
Bevölkerungsschwund im Osten bis 2050 besonders stark
Laut dem Statistischen Bundesamt wird für die neuen Länder ein Rückgang um 31% auf 9,1 Millionen und für Westdeutschland ein Minus von 14% auf 54,4 Millionen erwartet. Auch die zunehmende Alterung treffe den Osten stärker: Der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter dürfte von 62% auf 47% sinken - im Westen aber nur von 60% auf 52%. Darunter wird laut dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) vor allem die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft leiden, da junge Menschen kreativer und produktiver als ältere seien und mit dem hohen Innovationstempo besser zurecht kämen. Ein massiver Arbeitskräftemangel wird nicht befürchtet, da die Quote der Frauenerwerbstätigkeit weiter gesteigert und Arbeitslosen wieder eingegliedert werden könnten.
Quelle: Reuters Deutschland vom 22.05.2007
Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene
Derzeit hat Deutschland 82,4 Millionen Einwohner. 2050 werden es noch knapp 69 Millionen bis 74 Millionen sein. Dann wird die Bevölkerungszahl unter dem Niveau des Jahres 1963 (gut 75 Millionen Einwohner) liegen. Dies zeigen diejenigen Varianten der neuen 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, die heute vorgestellt wurden.
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Wenig Geld für Rentner
Die Renten werden in diesem Jahr um 0,54% erhöht - nach drei Nullrunden und einer Steigerung der Verbraucherpreise um 6%. Bezogen auf die "Standardrente" von 1.100 Euro bedeutet dies ein Plus von 6 Euro monatlich. Eine "Standardrente" erreicht aber die Hälfte der 20 Millionen Rentenbezieher nicht; bei den Rentnerinnen liegen sogar über 90% darunter. Und Mehrfachrenten erhält lediglich ein Fünftel der Senioren.
Quelle: Neues Deutschland Digitale Pressemappe vom 25.04.2007
Bis 2050 könnte der Schuldenberg auf das Zweieinhalbfache des Bruttoinlandprodukts anwachsen
Laut dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft wird der Schuldenstand der Bundesrepublik Deutschland bereits im Jahr 2025 inklusive der Zahlungsverpflichtungen für Sozialversicherungen auf knapp hundert Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen - heute beträgt der Anteil noch rund 70 Prozent. Weitere 25 Jahre später werden es schon 239 Prozent sein. Vor allem die zunehmende Überalterung der Gesellschaft wird die öffentlichen Kassen durch höhere Rentenzahlungen, Pflege- und Gesundheitsleistungen belasten.
Quelle: Spiegel online vom 26.03.2007
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Immer mehr Kinderarmut
Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel, fordert einen "neuen Gesellschaftsvertrag". Insbesondere müsse dem Anwachsen der Kinderarmut entgegengewirkt werden. Vor zehn Jahren hätten in Deutschland 1,1 von 15,6 Mio. Kindern unter 18 Jahren in Armutshaushalten gelebt, 2009 wären es 2,6 von 14 Mio. Kindern gewesen, und für 2030 würden 4 Mio. arme Kinder prognostiziert.
Quelle: wetterauer-zeitung.de vom 24.01.2010
Hamburg wird zur jüngsten Großstadt Deutschlands
Einer aktuellen Studie von Eurostat zufolge wird bis 2030 der Anteil der über 65-jährigen Hamburger von 18,3 auf 17,5% sinken. Dann wird in ganz Deutschland deutlich mehr als ein Viertel aller Menschen über 65 Jahre alt sein. Zugleich wird die Bevölkerung im Großraum Hamburg von 1,827 auf 2,281 Mio. Menschen zunehmen.
Quelle: welt.de vom 21.01.2010
Baden-Württemberg: Schülerzahlen sinken bis 2030 um ein Viertel
So wird die Zahl der Schüler um 435.000 auf etwa 1,254 Millionen zurückgehen. Daraus ergibt sich zwangsläufig ein geringerer Bedarf an Lehrkräften.
Quelle: ad-hoc-news.de vom 13.01.2010
Ärztemangel auf dem Land
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt, dass bis 2015 knapp 28.000 niedergelassene Ärzte aus Altersgründen ersetzt werden müssten, insbesondere auf dem Lande aber kaum Nachfolger zu finden seien. Abhilfe könnten "Reisende Mediziner" schaffen, die in von Kommunen bereit gestellten Räumen an bestimmten Tagen ihre Dienste offerieren.
Quelle: tagesspiegel.de vom 13.01.2010
Das eigene Leben zu planen lernen
In säkularen Gesellschaften fehlt es vielen jungen Menschen an Orientierung: Konsum und Hedonismus scheinen die einzigen Alternativen zu sein. Oft erleben sie ein Gefühl der Sinnlosigkeit, haben sie Angst vor der Zukunft. Edward Cornish, der Gründer der World Future Society, fordert deshalb, dass junge Menschen lernen sollten, die vielen Chancen, die sie in Wirtschaft und Gesellschaft haben, wahrzunehmen und realistisch, kreativ und optimistisch zu bewerten. Wenn sie die Fähigkeit der Voraussicht besäßen, würden sie ihr Leben längerfristig planen und eher die sofortige Befriedigung von Bedürfnissen aufschieben.
Quelle: The Futurist vom Januar/Februar 2010
Schon als Schüler das kollektive Wissen nutzen
In den kommenden Jahren wird der Unterricht in der Schule an Bedeutung verlieren, prognostiziert Janna Anderson, Professorin an der Elon University. Die Schüler werden sich zunehmend in Lernzentren oder zu Hause am Computer selbstbestimmt und selbsttätig Wissen aneignen - oft angeleitet von Hologrammen besonders guter Lehrer oder von menschenähnlichen Robotern. Sie werden das Internet und Datenbanken nutzen, aber auch Spezialisten konsultieren.
Quelle: The Futurist vom Januar/Februar 2010
Himmel, hilf aus der Krise!
Das Erzbistum Köln muss in diesem Jahr Einnahmeausfälle von rund 80 Mio. Euro verkraften; sein Etat schrumpft auf 440 Mio. Euro. Beim Bistum Aachen sinken die Einkünfte um mehr als 30 Mio. Euro. Überall im Land verlieren die Kirchen Mitglieder - und damit Kirchensteuereinnahmen: So wird die katholische Kirche in 20 Jahren nur noch 20 Mio. und die evangelische Kirche 17 Mio. Mitglieder haben. Das wären 21 Mio. weniger als heute.
Quelle: heute.de vom 22.12.2009
Aufmerksamkeitsstörungen nehmen zu
Je mehr Kinder und Jugendliche nur noch kurze Texte (SMS, tweets) und Videoclips aufnehmen, je mehr sie sich auf die Rechtschreibprüfung von Textverarbeitungsprogrammen verlassen, je mehr sie Daten wie z.B. Telefonnummern in Handys und Smartphones abspeichern können, umso weniger müssen sie sich konzentrieren. Professor John Ratey von der Harvard Medical School verwendet den Begriff "erworbene Aufmerksamkeitsstörungen" bei Menschen, die sich aufgrund der intensiven Nutzung mobiler Geräte und des Internets nicht mehr konzentrieren können. Immer weniger junge Menschen könnten längere Zeit ruhig dasitzen und über etwas intensiv nachdenken. Die Fähigkeit eines tiefer gehenden analytischen Denkens ginge immer mehr verloren.
Quelle: Brain in the News vom Dezember 2009
2030: mehr Wohnfläche in Ostdeutschland
Laut einer Prognose des Forschungsinstituts empirica im Auftrag der Landesbausparkassen wird die Pro-Kopf-Wohnfläche im Westen von 47 Quadratmetern (2010) auf 54 Quadratmeter (2030) steigen - im Osten hingegen von 43 auf 55 Quadratmeter. Die Zahl der Haushalte wird bis 2020 noch um über 1 Mio. zunehmen. Bis 2030 müssten rein rechnerisch mehr als 200.000 Wohneinheiten pro Jahr erstellt werden - bei Berücksichtigung des Ersatzbedarfs sogar annähernd 300.000 Einheiten.
Quelle: presseportal.de vom 07.12.2009
Deutschland verschenkt enormes Wachstum durch schlechte Bildung
Deutschland verschenkt durch seine große Zahl an unzureichend gebildeten Schülern ein enormes Wachstumspotenzial. Die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum summieren sich innerhalb der kommenden achtzig Jahre - der Lebensspanne heute geborener Kinder - auf rund 2,8 Billionen Euro.
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Den Unternehmergeist fördern
Da junge Menschen die Zukunft gestalten werden, sollten sie auch mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet werden: Innovationsgeist, Führungsfähigkeiten, Weitsicht usw. Anstatt über viele Jahre hinweg Schulwissen pauken zu müssen, sollten Schüler Themen wählen, die für sie, die Gemeinde bzw. die Welt von Bedeutung sind, und sich dann während ihres Projekts die benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, fordert Max Marmer vom Institute for the Future in Palo Alto. Dann würde das Lernen Sinn machen, und die Schüler würden nicht mehr fragen: "Warum soll ich das lernen?"
Quelle: The Futurist vom November/Dezember 2009
Riester-Rente: teuer, riskant, renditeschwach
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kritisiert, dass Arbeitnehmer bis Ende 2030 einschließlich der Beiträge zur Riester-Rente bis zu 15% ihres Bruttoeinkommens für ihre Altersvorsorge aufwenden sollen. Das sei mehr als vor der Rentenreform: Wäre der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung nicht auf 22% begrenzt worden, würde er bis 2030 - z.B. laut der fünf Wirtschaftsweisen - auf knapp 25% klettern. Dann wäre der Anteil der Arbeitnehmer mit 12,5% des Bruttoeinkommens deutlich geringer. Auch sei ungewiss, ob die kapitalgedeckte Alterssicherung auf Dauer hohe Renditen erzielen werde - die angenommene durchschnittliche Verzinsung von 4% sei unrealistisch. Das vermehrte Sparen der Deutschen habe zudem den privaten Konsum und damit die Wirtschaftsleistung - sowie die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung - geschwächt. Schließlich sei die kapitalgedeckte Altersvorsorge wenig krisenfest.
Quelle: sueddeutsche.de vom 16.11.2009
Fast alle Deutschen bis 2024 online
Laut einer Studie zur Zukunft der Informations- und Kommunikationstechnologie werden in 15 Jahren mehr als 95% der Deutschen regelmäßig das Internet nutzen - spätestens 2015 häufiger über mobile Endgeräte als über stationäre Computer. Das Internet werde das wichtigste Unterhaltungsmedium werden. Jeder zweite Deutsche würde sich in Zukunft in virtuellen Communities bewegen.
Quelle: bild.de vom 06.11.2009
Generation Krise: jung, gebildet, arbeitslos
Im Gegensatz zur "Generation Golf", die im Wohlstand lebt(e), haben die heute 25- bis 35-Jährigen wohl eine sorgenfreie Kindheit und Jugend erlebt, mussten dann aber nach der Jahrtausendwende erkennen, dass ihre materielle Zukunft gefährdet ist: Zuerst kam die Wirtschaftskrise nach dem 11. September 2001 und dann die Finanzkrise von 2008 mit der nachfolgenden Rezession. Die Folgen: Viele jungen Menschen aus der "Generation Krise" fanden nach der Ausbildung bzw. dem Studium keinen Arbeitsplatz oder verloren diesen wieder. Zugleich erlebten sie massive Einschnitte ins soziale Netz. Die Generation verbindet ein Gefühl der Unsicherheit, auch mitbedingt durch Bedrohungen wie Terrorismus und Klimawandel. Sie hat gelernt, mit Krisen zu leben, und bleibt deshalb gelassen, realistisch und pragmatisch.
Quelle: sueddeutsche.de vom 16.10.2009
Erzdiözese Freiburg: Zahl der Priester sinkt dramatisch
Derzeit gibt es 558 Priester, plus 370 Pensionäre, die nach wie vor Aufgaben in der Seelsorge übernehmen. Jedes Jahr gehen 20 bis 30 Priester in Pension, aber nur sechs werden neu geweiht. So dürfte es 2030 nur noch 220 Priester geben. Dementsprechend groß müssten die Seelsorgeeinheiten werden.
Quelle: badische-zeitung.de vom 04.10.2009
Das Gesundheitssystem steht vor der Zerreißprobe
Aufgrund der zunehmenden Zahl pflegebedürftiger alter Menschen - bis 2050 wird sich allein die Zahl der Demenzkranken von 1,1 auf rund 2 Mio. verdoppeln - werden in 30 Jahren laut Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ca. 550.000 zusätzliche Altenpflegekräfte benötigt. Schon heute gäbe es Mängel in der Versorgung von altersverwirrten Menschen, z.B. hinsichtlich einer zielgenauen Behandlung mit Medikamenten.
Quelle: welt.de vom 09.09.2009
Morbiditätsprognose 2050
Die wachsende Alterung der deutschen Bevölkerung wird laut einer Untersuchung des Kieler Gesundheitsökonomen Fritz Beske dazu führen, dass bis 2050 die Zahl der Menschen mit Lungenentzündung um 149%, mit altersbedingter Makuladegeneration um 125%, mit Demenz um 104%, mit Oberschenkelhalsfrakturen um 88%, mit Herzinfarkt um 75%, mit Schlaganfall um 62%, mit Krebs um 27%, mit Osteoporose um 26% und mit Diabetes mellitus um 22% gegenüber dem Jahr 2007 ansteigen wird. Dementsprechend ist mit höheren Kosten im Gesundheitssystem zu rechnen. Auch dürfte es schwierig sein, bei der im gleichen Zeitraum stark sinkenden Zahl der Erwerbstätigen den zunehmenden Bedarf an Arbeitskräften für das Gesundheitswesen zu decken.
Quelle: aok-bv.de vom 25.08.2009
Hauptstadt der Senioren
Im Jahr 2030 wird jeder vierte Berliner älter als 65 Jahre sein. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer schlägt in dem Bericht "Wohnen in Zeiten des längeren Lebens" gemeinschaftliche Wohnformen für Alt und Jung, barrierefreie Wohnungen und kurze Wege zu Läden und Pflegestellen vor. In Zukunft werde nicht nur die Zahl der Pflegeeinrichtungen begrenzt sein, sondern viele Senioren werden auch nicht über das Geld verfügen, aufwendige Hilfen zu bezahlen. Zudem wird die Altersarmut dramatisch steigen - wegen der zunehmenden Zahl von Billiglöhnern und von Berlinern, die derzeit auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Es könnten aber auch Beschäftigte des "zweiten Arbeitsmarktes" zur Betreuung herangezogen werden. Senioren sollen für Lesepartnerschaften und andere "Ehrenämter" gewonnen werden, also z.B. bildungsfernen Kindern den Erwerb von Lesen und Schreiben erleichtern.
Quelle: tagesspiegel.de vom 12.08.2009
Die jüngere Generation ist nicht benachteiligt
Laut der Deutschen Rentenversicherung Bund hatte Finanzminister Peer Steinbrück nicht Recht, als er kritisierte, dass der Bundestagsbeschluss zur Rentengarantie die jüngere Generation benachteilige. Wohl könne derzeit ein langjähriger Durchschnittsverdiener, der in Rente geht, bei den eingezahlten Beiträgen mit einer Rendite zwischen 3,5 und 4,1% rechnen, im Jahr 2020 wären es aber immer noch 2,9 bis 3,4% und im Jahr 2030 zwischen 2,7 bis 3,3% (danach stabil bleibend).
Quelle: netzeitung.de vom 14.07.2009
Urlaub im Jahr 2030
Auch in 20 Jahren werden Pauschalreisen, Ferntourismus oder die Kombination von Billigflug und Luxushotel üblich sein, wobei mehr als heute Angebote zuvor im Internet preislich abgewogen werden. Auch wird mehr auf Urlaubsberichte in Social Networks und auf Bewertungen von Reiseanbietern zurückgegriffen werden. Wellnessreisen werden häufiger - und preiswerter - sein. Ähnliches dürfte für den Ökotourismus gelten - und den "Voluntourism", bei dem soziales Engagement im Urlaub gezeigt wird (z.B. Arbeitseinsätze in Behinderteneinrichtungen oder in Entwicklungsländern). Mehr Touristen als heute werden wahrscheinlich das extreme Abenteuer suchen oder ein Computerspiel bzw. einen Agenten-Thriller nachspielen wollen. Zudem werde die reale Urlaubswelt zunehmend durch eine virtuelle ergänzt werden - mit Hilfe von Stereoprojektion, Shutterbrille, Spacemouse und Datenhandschuh.
Quelle: welt.de vom 12.07.2009
Datenbank "Google Bücher"
Bis 2030 will Google alle Bücher, die keinen Urheberschutz mehr haben, einscannen und kostenlos zum Lesen anbieten. So entstände eine große Weltbibliothek.
Quelle: newsticker.sueddeutsche.de vom 07.07.2009
Online-Bildung gewinnt an Bedeutung
In den USA studierten 2005 schon mehr als 3,2 Mio. Menschen online an Institutionen des Tertiärbereichs. Jüngere Schüler lieben Multimedia-Programme, die ihnen grundlegende Fertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen vermitteln. Ältere Schüler nutzen das Internet, um Hausaufgaben zu erledigen, Referate zu erstellen und Prüfungen vorzubereiten. Online-Bildung umfasst zunehmend die Nutzung von Simulationen, Video-Rollenspielen, Internet-Büchern, Telekonferenzen und Diskussionsforen. Das Lernen wird aktiver, individueller und autonomer. Unternehmen wie Cisco und Canon bilden ihre Mitarbeiter mit Videospielen im Intranet fort und erreichen damit bessere Lernerfolge als mit traditionellen Trainingsprogrammen. In US-amerikanischen Unternehmen erfolgen schon 30% der Fort-und Weiterbildung online; aufgrund der hohen Wachstumsraten dürften bald 50% erreicht werden.
Quelle: World Future Review vom Juni/Juli 2009
Immer mehr Pflegebedürftige
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 rund 150.000 und bis zum Jahr 2030 circa 310.000 neue Pflegeplätze (gegenüber 2010) benötigt werden. Für das kommende Jahrzehnt wird mit einem Investitionsbedarf von 27 Mrd. Euro gerechnet. Bis 2020 sei außerdem von einem zusätzlichen Bedarf von fast 80.000 Pflegefachkräften auszugehen. Die Kapitalreserve der Sozialen Pflegeversicherung dürfte bis etwa 2021 aufgezehrt sein.
Quelle: ftd.de vom 29.06.2009
Rente mit 67 unvermeidbar
Nur wenn die Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre bleibt, können die Beiträge zur Rentenversicherung langfristig bei 20% stabilisiert werden (derzeit 19,9%). Ansonsten würden sie bis zum Jahr 2030 auf mindestens 24,5% klettern.
Quelle: morgenweb.de vom 23.06.2009
Volumina kapitalgedeckter, betrieblicher Altersvorsorge verzehntfachen sich bis 2030
Laut einer Studie von Axel Hesse von SD-M Sustainable Development Management wird in Deutschland das verwaltete Vermögen von 416 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf rund 4 Billionen Euro in 2030 steigen.
Quelle: dasinvestment.com vom 03.06.2009
Noch nie waren Alte so fit, gut gebildet und einsatzfähig
Seit 160 Jahren wird jeder Jahrgang ungefähr ein viertel Jahr älter als der voraus gegangene. Heute gibt es in Deutschland bereits 12.000 Hundertjährige - 2040 werden es 100.000 sein. Zugleich bleiben ältere Menschen immer länger gesund, aktiv und engagiert.
Quelle: szon.de vom 18.05.2009
Ein Rentner pro Arbeitnehmer
Die Zahl der Erwerbstätigen, die 2008 erstmals über 40 Mio. lag, wird in den kommenden Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise und ab 2015 auch aufgrund des Bevölkerungsrückgangs abnehmen. Zuwanderung spielt kaum noch eine Rolle - der Saldo aus Ein- und Auswanderern beträgt nur noch 40.000 Menschen. So werden immer weniger Berufstätige das Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften müssen. Laut dem Mannheimer Institut Ökonomie und demographischer Wandel (MEA) könnte der Rückgang der Erwerbstätigkeit in der Zeit bis 2040 aber durch Reformen gebremst werden: zum einen durch einen früheren Start in das Berufsleben und einen späteren Ausstieg, zum anderen durch die Erhöhung der Frauenerwerbsquote. Dann kämen 2040 auf 100 Berufstätige 73 Rentner. Ohne Reformen müsse hingegen ein Erwerbstätiger mehr als einen Rentner finanzieren...
Quelle: fr-online.de vom 13.05.2009
Merkel und das Geld - 2.000.000.000.000 fehlen
Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise wird die Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden laut einer Aufstellung der Unions-Bundestagsfraktion spätestens 2011 die Schwelle von zwei Billionen Euro überschreiten - Ende 2008 waren es gut 1,6 Billionen. Gründe für das rasante Ansteigen der Schulden sind das Banken-Rettungspaket, Steuerausfälle und Mehrausgaben wegen zunehmender Arbeitslosigkeit. Bei den anvisierten Steuersenkungen würde das Defizit noch größer ausfallen.
Quelle: sueddeutsche.de vom 11.05.2009
Warum Eigenheime in Zukunft an Wert verlieren
Da es statt derzeit 82,1 Mio. Deutsche wahrscheinlich nur noch 71 Mio. im Jahr 2050 geben wird, dürfte die Zahl potenzieller Immobilien-Käufer im Alter zwischen 30 und 45 Jahren um 25,3% abnehmen. Laut einer Studie der NordLB-Tochter Deutsche Hypo müssen deshalb Eigenheimbesitzer in den kommenden Jahrzehnten mit hohen Wertverlusten rechnen - in Fortzugsregionen könnten Immobilien fast wertlos werden. Nur in den wenigen Gegenden mit wachsender Einwohnerzahl könnten die Preise stagnieren oder sogar leicht steigen.
Quelle: welt.de vom 29.04.2009
Mehr Rente für Geringverdiener
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eine radikale Rentenreform zugunsten von Geringverdienern vorgeschlagen. Durch Umverteilung solle eine Altersarmut in Deutschland vermieden werden. Auch soll mehr Gerechtigkeit erreicht werden, da besser Verdienende länger leben und somit länger Rente beziehen würden als Geringverdiener - was bisher nicht berücksichtigt worden sei. Ohne Reform würde laut DGB knapp ein Drittel der künftigen gesetzlichen Renten an der Schwelle zur Sozialhilfe landen.
Quelle: fr-online.de vom 28.01.2009
Das Handy im Unterricht
An amerikanischen Schulen wird zunehmend das Handy bewusst eingesetzt, um z.B. Kurzfilme zu drehen, wichtige Aussagen der Lehrer aufzunehmen, Gespräche in Kleingruppen zu filmen, Informationen aus dem Internet abzurufen, Dateien zwischen Schule und dem privaten Computer daheim auszutauschen oder Lehrkräfte bei schwierigen Hausaufgaben zu kontaktieren. Einige Lehrer lassen sich Hausarbeiten über Handy/Internet senden.
Quelle: The Futurist, Januar/Februar 2009, S. 10-11
Holt Inder und Nigerianer rein!
Um das große Geburtendefizit in Deutschland und Österreich auszugleichen, ist mehr Einwanderung nötig. Andere europäische Länder kommen wegen der ebenfalls negativen Bevölkerungsentwicklung als Entsendeländer nicht mehr in Frage, wohl aber Indien, Nigeria (in der Hauptsache seine katholischen Teile) sowie Brasilien. Diese drei Länder werden vermutlich im Jahr 2050 in der Bevölkerungszahl Platz eins, sechs und sieben belegen. Zudem werden hier viele junge Menschen an Universitäten ausgebildet, die vielleicht nach Europa auswandern würden. Allerdings können sie kein Deutsch, da diese Sprache im Ausland kaum noch unterrichtet wird. So sollten Organisationen wie die Goethe-Institute in den vorgenannten Ländern mehr Sprachunterricht anbieten. USA und Kanada haben beste Erfahrungen mit der Einwanderung hoch qualifizierter Menschen gemacht - und an Elite-Universitäten sind inzwischen mehr als ein Drittel der Mitarbeiter oder Studierenden Ausländer.
Quelle: derStandard.at vom 13.12.2008
Zwischen Zukunftsangst und Zweckoptimismus
Laut einer Studie des Zentrums für Zukunftsstudien an der FH Salzburg hatte deutlich mehr als die Hälfte der Befragten nur unklare Vorstellungen von der Zukunft. Beim Vorausblick auf 2018 waren dies bereits dreiviertel der Bevölkerung.
Quelle: live-pr.com vom 04.12.2008
Frauen sollen Sozialsysteme retten
Laut dem Demographie-Bericht der EU-Kommission werden 2050 in der EU auf jeden Rentner nur noch zwei Personen zwischen 15 und 64 kommen. Um die Tragfähigkeit der Sozialsysteme sicherzustellen, müsste die Frauenerwerbstätigkeit - derzeit 58% aller Frauen im erwerbsfähigen Alter - der Männererwerbstätigkeit (73%) angenähert werden.
Quelle: focus.de vom 21.11.2008
Demenzerkrankungen: Wissenschaftler erwarten gebremsten Anstieg
Der prognostizierte Anstieg von Demenzkranken von derzeit 1 Mio. auf 3 Mio. Menschen im Jahr 2050 könnte auf etwa 1,5 Mio. begrenzt werden, wenn nicht wie bisher nur etwa jeder fünfte Patient die richtige Medikation erhielte. Auch würden die Menschen im Trend immer gesünder werden, schätzt das Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels.
Quelle: sn-online.de vom 31.10.2008
Sachsen-Anhalt beschließt radikalen Stellenabbau
Bis 2025 soll der öffentliche Dienst um ein Drittel der Stellen reduziert werden. Dann wird ein mit anderen Bundesländern vergleichbares Verhältnis von 18 oder 19 Bediensteten auf 1.000 Einwohner erreicht (derzeit 22 zu 1.000). Ferner sieht der Finanzplan der Landesregierung vor, bis 2012/2013 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Der derzeitige Schuldenberg von 19,9 Mrd. Euro soll verringert werden.
Quelle: mdr.de vom 02.09.2008
Wohnraumbedarf in Bayern
Nach einer Prognose des Forschungsinstituts empirica AG besteht im Freistaat bis zum Jahr 2025 einen Neubaubedarf von 915.000 Wohnungen. Knapp ein Drittel des Bedarfs entfällt auf die Region München.
Quelle: brennessel.com vom 18.08.2008
Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen
Mit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes zum 01.01.2005 wachsen die Renten schrittweise in die Besteuerung hinein: von früher ca. 27% über 50% (2005) und 56% (2008) bis 100% im Jahr 2040. Das bedeutet nach Angaben der Rentenversicherung, dass 2005 etwa 1,3 Mio. Rentnerhaushalte mehr als zuvor Steuern zahlen mussten. Im Gegenzug zur zunehmenden Steuerbelastung der Rentner wachsen jedoch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung der Arbeitnehmer schrittweise aus der Besteuerung heraus - im Jahr 2025 werden die Beiträge schließlich vollständig von der Steuer freigestellt sein.
Quelle: Weser-Kurier.de vom 14.08.2008
Immer weniger Christen in Deutschland
Nach Prognosen wird die Zahl der Katholiken bis 2025 von derzeit 26 Mio. auf 21 bis 23 Mio. und bis 2050 auf 16 Mio. abnehmen. Ähnliches gilt für die evangelische Kirche. Während diese aber den Bedarf an Pfarrern decken kann, wird sich die Zahl der Priester in der katholischen Kirche in den nächsten 20 Jahren um die Hälfte auf rund 6.000 verringern.
Quelle: Welt.de vom 09.08.2008
Verjüngung statt Vergreisung
Laut dem Zukunftsforscher Matthias Horx werden die Deutschen nicht älter, sondern jünger: Im Jahr 2040 wird ein 40-Jähriger noch ca. 50 Jahre seines Lebens vor sich haben. Und er wird noch lange in Wirtschaft und Gesellschaft aktiv sein. Horx: "Das wachsende Heer der Wissensarbeiter wird nicht von heute auf morgen aus dem Erwerbsleben verschwinden. Und wenn doch, so werden sie sich aktiv betätigen - sei es im Ehrenamt, als freie Berater oder als Power-Seller bei Ebay."
Quelle: literaturkritik.de vom 06.08.2008
Rürup-Rente unbekannt
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest haben fast drei Viertel der Bundesbürger noch nie von dieser Basis-Rente gehört bzw. wissen nicht genau, was dahinter steckt. Nur 0,6% der Befragten planen, in den nächsten fünf Jahren einen entsprechenden Vertrag abzuschließen.
Quelle: n-tv.de vom 24.07.2008
"Wir werden viel, viel älter"
Frauen in Deutschland haben im Jahr 2050 eine durchschnittliche Lebenserwartung von 95 Jahren, Männer von ungefähr 88 Jahren. Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, dass sie so alt werden, sollten sich aber damit auseinandersetzen: Lebensphasen werden sich verschieben und ändern müssen.
Quelle: suedkurier.de vom 19.07.2008
Sachsen-Anhalts Finanzminister plädiert für Länderfusion bis 2025
Nach Jens Bullerjahn sollten sich die Länder Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen zusammenschließen, da ein Mitteldeutschland bessere Chancen im Wettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze hätte, bundesweit mehr Einfluss ausüben könnte und Kosten bei Regierungs- und Verwaltungsleistungen einsparen könnte.
Quelle: LVZ-online.de vom 10.07.2008
Baustelle Pflegeversicherung
Mit dem neuen Reformgesetz wird erstmals nach 13 Jahren das Pflegegeld erhöht. Jedoch konnte ein Risikostrukturausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflege politisch nicht durchgesetzt werden. Auch reicht die Anhebung der Beiträge um 0,25 Prozentpunkte bis höchstens 2015/2016. Im Jahr 2040 müssen jedoch fast zweieinhalbmal so viele Pflegefälle betreut werden wie heute; die Zahl der Beitragszahler wird dann aber um ein Drittel kleiner sein.
Die Zahl der Menschen, die zu Hause gepflegt werden, sank von 77% (1996) auf 68% (2004) - und wird weiter sinken, da immer mehr Frauen berufstätig werden und deshalb für die familiäre Pflege ausfallen und da immer mehr ältere Menschen kinderlos sind. So ist mit einer verstärkten Inanspruchnahme ambulanter Pflegedienste zu rechnen; der Bedarf an Plätzen in Pflegeheimen wird sich laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln bis 2020 mit rund einer Million fast verdoppeln. Zugleich wächst der Bedarf an Altenpfleger/innen laut der Enquetekommission des Bundestags zum demografischen Wandel von 220.000 im Jahr 1998 auf mindestens 570.000 im Jahr 2050. Dieser Beruf ist aber wenig attraktiv: Die körperlichen Belastungen steigen, da die Zahl der Schwerstpflegefälle in den vergangenen 10 Jahren um 40% angestiegen ist. Das Einkommen ist gering, und Aufstiegschancen fehlen. Deshalb muss der Pflegeberuf deutlich attraktiver gemacht werden.
Quelle: domradio.de vom 01.07.2008
Finanzministerium sieht Staatshaushalt auf richtigem Weg
Deutschland sei aufgrund der Reformen auf dem Arbeitsmarkt und bei den Sozialsystemen besser für den erwarteten Bevölkerungsrückgang gerüstet als vor drei Jahren. Jedoch müsse laut Bundesfinanzministerium an den Zielen eines bis 2011 ausgeglichenen Haushalts ohne neue Kredite und des allmählichen Abbau des Schuldenberges festgehalten werden. Ferner seien weitere Reformen nötig, etwa im Gesundheitsbereich, bei der Pflegeversicherung und bei der Beamtenversorgung. Allerdings entstehe nur bei optimistischen Annahmen bis 2050 keine Finanzlücke mehr, also bei einem eher geringen Bevölkerungsschwund auf 77,5 Millionen, einem Altenanteil von gut 53% und einem Wachstum von 1,4 bis 1,7% pro Jahr.
Quelle: de.Reuters.com vom 30.05.2008
Es knallt in der Konsensrepublik
In Deutschland demonstrieren Senioren für höhere Renten. Bald könnten aber auch jüngere Erwachsene demonstrieren - denn sie zahlen mehr in die Rentenversicherung ein, als sie später einmal herausbekommen werden. Auch werden sie hohe Staatsschulden und ungedeckte Pensionsverpflichtungen für hunderttausende Beamte schultern müssen. Die Politik ist somit gefordert, Gerechtigkeit zwischen den Generationen herzustellen.
Quelle: Sueddeutsche.de vom 05.05.2008
Die Rentenpoltik ist besser als ihr Ruf
Der Generationenkrieg findet nur in den Talkshows statt, da Deutschland hat gar kein wirkliches Problem mit seiner Alterssicherung hat. Die Rente ist dank einer Kette von Rentenreformen sicher. Sie legten fest, dass die Renten umso geringer werden und und die Arbeitnehmer umso länger erwerbstätig bleiben müssen, je mehr Rentner bezahlt werden müssen. Das gesicherte Rentenniveau bewegt sich in Richtung 40% und ist mit Beiträgen von um die 20% finanzierbar. Das Renteneintrittsalter soll bis 2018 auf 67 Jahre angehoben werden. Für das Jahr 2050 rechnet die Deutsche Bundesbank mit einem Renteneintrittsalter von 68,5 Jahren. Allerdings wird sich der Anteil der Rentner, die die staatliche Grundsicherung beziehen, weil ihre Rentenansprüche zu niedrig sind, aus folgenden Gründen erhöhen: der steigende Anteil der Niedrigverdiener an den Arbeitnehmern, die zunehmende Zahl von Selbständigen mit sehr geringen Einkommen und die Kürzung der Rentenansprüche für Langzeitarbeitslose. Deren Unterstützung wird einige Milliarden Euro pro Jahr kosten.
Quelle: FTD.de vom 24.04.2008
Mit den Alten rechnen
Rentner erlangen immer mehr politische Macht: Bei der letzten Bundestagswahl waren schon 33% der Wahlberechtigten älter als 60 Jahre - in 20 Jahren werden es mehr als 40% sein. Hinzu kommt, dass ihre Wahlbeteiligung deutlich höher ist als in allen anderen Altersgruppen. So müssen Politiker die Belange der Senioren immer mehr beachten - wobei sie dazu auch von ihren Parteimitgliedern gedrängt werden: In CDU und SPD ist schon fast die Hälfte der Mitglieder älter als 60. Aber auch die Wirtschaft rechnet zunehmend mit den älteren Deutschen: Die Kaufkraft der über 60-Jährigen beträgt bereits 316 Mrd. EUR. Bereits jetzt wird jeder dritte Euro des privaten Konsums von älteren Kunden ausgegeben; 2050 werden es mehr als 40% sein.
Quelle: Tagesspiegel.de vom 11.04.2008
Sachsen-Anhalt will höhere Schuldentilgung als bisher geplant
Die Tilgung soll 2009 mit einer Rate von 25 Mio. Euro beginnen. Bis 2012 soll die Summe schrittweise auf 200 Mio. Euro pro Jahr anwachsen. Vom Jahr 2014 an sollen die Zinseinsparungen durch den Rückgang der Schulden auf die jährliche Tilgungsrate draufgeschlagen werden, so dass diese bis zum Jahr 2025 auf 359 Mio. Euro steigt. Auf diese Weise sollen die Landesschulden von derzeit 19,8 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 auf 15,8 Milliarden Euro sinken.
Quelle: mz-web.de vom 19.03.2008
In Ostdeutschland beginnt der Abbau
Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder erklärten EU-Experten für Regionalpolitik, dass sie keine Aufbauhilfen mehr wollen - in vielen Regionen ihrer Länder gehe es jetzt um den Abbau der Infrastruktur. Dörfer, in denen nur noch wenige ältere Menschen leben, brauchen keine neuen Kläranlagen oder moderne Zufahrtsstraßen.
Quelle: Suedwest-aktiv.de vom 01.03.2008
Bis 2050 ein Drittel weniger Brandenburger
Der Bevölkerungsrückgang ist zwar ein gesamtdeutsches Phänomen, verläuft aber in den neuen Bundesländern viel dramatischer: 2050 wird das Land Brandenburg voraussichtlich knapp 750.000 Einwohner weniger haben als heute. Im Durchschnitt wird die Bevölkerung in den fünf ostdeutschen Flächenländern bis 2050 um 31% abnehmen. Die ostdeutschen Städte und Gemeinden werden sich somit intensiv mit dem Leerstand von Wohnungen auseinander setzen müssen. Städtebaulich ist der Stadtumbau Ost die einzig wirksame Antwort.
Quelle: Verbaende.com vom 16.01.2008
Jugendliche fürchten negative Folgen des demografischen Wandels
Laut einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid, bei der 1.000 Jugendliche im Alter von 15 - 25 Jahren befragt wurden, kann die überwiegende Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (54%) mit dem Begriff "Demografischer Wandel" selbst nichts anfangen. Für die Zukunft erwarten sie jedoch mehr Flexibilität und steigende Anforderungen in der Arbeitswelt. Eine große Mehrheit der Jugendlichen glaubt, dass in Zukunft Wohnortwechsel (87%), Arbeitgeberwechsel (77%) sowie permanente Weiterbildung (92%) gefragt sind. 84% sind der Auffassung, dass eine gute Bildung und Ausbildung sehr wichtig für die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind. Unabhängig von Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund ist der Wunsch nach Gründung einer Familie und nach Kindern (86%) nach wie vor stark ausgeprägt. Gleichwohl erwarten 57% der Jugendlichen für sich persönlich negative Auswirkungen infolge einer alternden Gesellschaft. Die Mehrheit der Jugendlichen geht von Problemen bei der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, z.B. bei der Rente (82%) und den Krankenkassenbeiträgen (85%) aus. Die Hauptsorge gilt den Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz und der beruflichen Entwicklung. Hierbei zeigen sich insbesondere Jugendliche aus Ostdeutschland, Jugendliche mit niedriger Schulbildung und junge Frauen pessimistisch. Die Einzelergebnisse finden Sie hier.
Quelle: Pressemitteilung Nr. 258/2008 der BMFSFJ Internetredaktion vom 07.01.2008
Altstadtsanierung nicht vor 2020 oder 2025 abgeschlossen
Die UNESCO verlieht Wismar und Stralsund aufgrund der vielen Kirchen und Giebelhäuser im Stil der Backsteingotik den Welterbe-Status. Doch viele Gebäude verfallen, teils nur notdürftig gegen den Einsturz gesichert. Insgesamt werden die Kosten für die Altstadtsanierung in Stralsund auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt; von 1991 bis Juli 2007 wurden 142,4 Millionen Euro aufgebracht. Allerdings wurde schon der Großteil der Gebäude saniert.
Quelle: Ostsee-Zeitung.de vom 31.12.2007
Das Rentenkomplott
Laut Gerd Bosbach, Professor für Statistik und Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Fachhochschule Koblenz, dramatisieren Interessengruppen bewusst die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Dazu würden sie auf eine einzige statistische Kennzahl fokussieren, den Altenquotienten. Während derzeit 30 Ältere von 100 Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis 65 "versorgt" werden, wird dieses Verhältnis im Jahr 2050 nach Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes 60 zu 100 betragen. Erwerbsfähige müssten aber auch für Kinder aufkommen. Deren Zahl sinkt jedoch. Berücksichtigt man die Kinder, steigt der "Gesamtquotient" bis zum Jahre 2050 nur noch um 40%. Die Erwerbsfähigen müssen aber auch für sich selbst aufkommen. Rechnet man sie ein, sind heute 100 Erwerbsfähige für die Versorgung von 161 Personen verantwortlich. Dieses Verhältnis wird 100 zu 184 im Jahr 2050 betragen - ein Anstieg um knapp 15%. Rechnet man diesen auf die Jahre bis 2050 um, so steigt die Belastung um 0,3 Prozent pro Jahr - die durch Produktivitätssteigerung leicht bewältigt werden könnte.
Quelle: tagesspiegel.de vom 20.12.2007
Ruhrgebiet droht Abrisswelle
Ab 2013 werden im Ruhrgebiet mehr Wohnungen leerstehen als bisher gedacht. Neben dem Bevölkerungsschwund wird dazu die Tendenz beitragen, dass immer mehr Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sterben oder ins Altenheim umziehen werden. Die Landesregierung will nun den "Rückbau" fördern. In Städten wie Gelsenkirchen (Tossohof), Dorsten (Wulfen), Marl (Goliath) oder Velbert (Nordpark) wird bereits der Abriss von Hochhäusern vom Land mitfinanziert. Vermieter müssen ihre Wohnungen in Zukunft attraktiver machen, vor allem verstärkt altengerecht (um-) bauen.
Quelle: derWesten.de vom 02.12.2007
Rentenlücke bei Selbständigen
Die Zahl der Selbständigen ohne Angestellte ist von 1,38 Millionen im Jahr 1991 auf fast 2,3 Millionen im Jahr 2005 gestiegen. Viele sind keine Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung. Insbesondere wenn sie nur ein geringes Einkommen erzielen, können sie kaum Geld für ihre Altersvorsorge zurückzulegen. So besteht ein hohes Risiko für Altersarmut.
Quelle: Test.de vom 30.11.2007
Renten im Osten könnten stark sinken
Laut der Studie "Altersvorsorge in Deutschland" des Bundesarbeitsministeriums werden in den neuen Bundesländern die Rentenanwartschaften der Männer um 15% auf 820 Euro und die der Frauen um 12% auf 690 Euro zurückgehen, wenn man die Jahrgänge 1957 bis 1961 mit denen von 1942 bis 1946 vergleicht. Alleinstehende Frauen müssten sogar mit Einbußen von 23% rechnen. Gründe seien die Massenarbeitslosigkeit in Ostdeutschland sowie die Rentenreformen. Im Westen dagegen würden die Altersbezüge der Männer in den kommenden Jahren stagnieren, während die der Frauen um 8% ansteigen dürften. Laut Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie leben schon jetzt 11% der 50- bis 60-Jährigen im Osten in Armut. Dieser Prozentsatz dürfte schnell steigen - falls z.B. die Ost-Renten nicht unverzüglich auf West-Niveau angehoben würden.
Quelle: FTD.de vom 18.11.2007
13 Prozent der Bundesbürger sorgen nicht vor
Während sich 7% der Deutschen laut des Vermögensbarometers 2007 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes noch nicht mit der Vorsorge beschäftigt haben, geben 5% an, sie seien finanziell zur Vorsorge nicht in der Lage. Zwei Prozent sind der Meinung, die gesetzliche Rente sei ausreichend.
75% Prozent aller Bundesbürger haben bereits Maßnahmen getroffen, z.B. haben 62% der Vorsorger eine Lebensversicherung und 55% einen Bausparvertrag abgeschlossen. An dritter Stelle wird das Sparbuch genannt (54%), gefolgt von der privaten Rentenversicherung (53%), der eigengenutzten Immobilie (45%), der betrieblichen Altersversorgung (42%), dem Riester-Vertrag (27%) und der vermieteten Immobilie (14%). Allerdings legen zwei von fünf Bundesbürgern nicht monatlich Geld zurück.
Quelle: dsgv.de von 2007
Armut im Alter vermeiden
Die gesetzliche Rente kann den Ruhestand schon längst nicht mehr finanziell absichern. Jedoch betreibt nur ein Teil der (jüngeren) Menschen private Vorsorge - ihnen droht im Alter Armut. Bei FINANZtest können Betroffene ihre Rentenlücke selbst berechnen.
Im Alter fallen wohl viele Ausgaben weg, aber andere kommen hinzu. So werden rund 80% des letzten Nettogehalts benötigt, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Mit der gesetzlichen Rente allein ist dieser Betrag aber nicht zu erreichen. Die Verringerung des Rentenniveaus und die sukzessiv zunehmende Besteuerung von Renten treffen vor allem jüngere Menschen. Wer ab 1960 geboren wurde, muss für einen Teil seiner gesetzlichen Rente sogar doppelt Steuern zahlen: bei der Einzahlung der Beiträge und bei der Rentenauszahlung. Beispiel: Alle ab 1973 Geborenen müssen ihre Rente ab 2040 zu 100% versteuern, während die eingezahlten Beiträge aber erst ab 2025 steuerfrei werden.
So sollten insbesondere jüngere Menschen bei der Riester-Rente und der betrieblichen Altersversorgung mitmachen und möglichst auch in eine private Rentenversicherung investieren. Seit 2002 hat z.B. jeder Arbeitnehmer das Recht auf Umwandlung von steuer- und sozialabgabefreien Gehaltsteilen in eine betriebliche Altersvorsorge.
Quelle: ZEIT online vom 30.10.2007
Selbstständige ahnungslos: Wissenslücke bei Rente
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa konnten knapp 80% der Selbstständigen nicht erklären, worin der Unterschied zwischen Riester- und Rürup- bzw. Basisrente besteht - und 60% wussten nicht, welche dieser beiden Vorsorgeformen für sie persönlich sinnvoller wäre (die Riester-Rente ist vor allem für Angestellte gedacht). Nur 20% war bekannt, dass 2008 bereits 66% der Beiträge für die Rüruprente steuerlich abzugsfähig sind und dieser Wert bis zum Jahr 2025 auf 100% ansteigen wird.
Quelle: n-tv.de vom 23.10.2007
Dem Norden droht der Pflege-Notstand
Laut einer Studie des Fritz Beske Instituts für Gesundheitssystemforschung in Kiel wird die Zahl der kranken und pflegebedürftigen alten Menschen bis zum Jahr 2050 in Schleswig-Holstein extrem anwachsen. So werden jährlich 131% mehr einen Herzinfarkt, 117% mehr einen Schlaganfall, 214% mehr eine Lungenentzündung (unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt) und 189% mehr eine Demenz-Erkrankung erleiden. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich innerhalb von 50 Jahren von 72.000 auf 151.000 mehr als verdoppeln. Abgesehen davon, dass es an Pflegepersonal fehle, würden die Kosten rasant ansteigen, wenn man diese Menschen so umfassend wie heute versorgen würde: Der Erwerbsfähige müsste für Krankheitskosten statt 4.350 Euro im Jahr 2000 dann durchschnittlich 7.700 Euro und für Pflegekosten statt 365 Euro 1.175 Euro aufbringen.
Quelle: Kieler Nachrichten vom 22.09.2007
Beschluss / Vereinbarung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Betreuungsausbau 28.08.2007
Gemeinsame Zielvereinbarung: Bedarfsgerechter Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige bis 2013: insgesamt bundesweit für 35 Prozent der unter Dreijährigen, d.h. ca. 750.000 Plätze. Der Bund beteiligt sich an der Finanzierung in der Ausbauphase bis 2013 mit 4 Mrd. Euro.
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Programm für die zweite Hälfte der Regierungszeit
Das Bundeskabinett beschloss auf einer Klausur in Meseberg die Arbeitsschwerpunkte bis zur Bundestagswahl 2009, insbesondere:
- ein umfangreiches Klimaschutzprogramm für Deutschland, durch das der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 36% unter das Niveau von 1990 gesenkt werden soll, z.B. durch Maßnahmen beim Wohnungsbau, bei der Energieerzeugung und beim Verkehr.
- Bekämpfung des Fachkräftemangels: Maschinenbau- und Elektroingenieure aus den 12 EU-Beitrittsstaaten können schon vom 01.11.2007 an leichter in Deutschland arbeiten. Ausländische Studenten, die in der Bundesrepublik studieren, sollen nach ihrem Examen ein Jahr Zeit zur Arbeitsuche bekommen und dürfen dann drei Jahre hier arbeiten. Zudem wird ein Ausbildungsbonus für Betriebe, die überdurchschnittlich viele Lehrlinge ausbilden, erwogen.
- Mindestlöhne in tariffreien Branchen: Im Herbst will die Regierung in die Gesetzgebung einsteigen und Eckpunkte vorlegen, wie Geringverdiener an der Grenze zu Hartz IV vor der Hilfebedürftigkeit bewahrt werden können.
- Abwehr unliebsamer ausländischer Beteiligungen an deutschen Firmen: Hierzu sollen verschiedene Wege wie z.B. ein besonderes Kontrollverfahren geprüft werden.
Die Vereinbarungen dürfen keine Belastungen für den Bundeshaushalt bringen, da bis zum Jahr 2011 ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden soll.
Quelle: Reuters vom 24.08.2007
Die Bildungszeit kürzen
Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose wird die Zahl der 20- bis unter 60-Jährigen innerhalb der kommenden 25 Jahre von jetzt 45 auf 36 Millionen sinken. Ein Weg zur Erhöhung der schrumpfenden Zahl von Erwerbstätigen ist die Verkürzung von Bildungszeiten: Während in den 1950er Jahren ein Lehrling bei Ausbildungsbeginn 14 Jahre und beim Abschluss 16 Jahre alt war, beginnt heute ein Azubi seine Ausbildung mit 19 Jahren und beendet sie mit 22 Jahren. Ähnliches gilt für das Studium: Während zur Zeit Bismarcks ein juristisches Staatsexamen durchaus schon mit 21 Jahren abgelegt werden konnte, schließt heute der durchschnittliche Student sein Studium mit 28 Jahren ab. Deshalb versuchen Bildungspolitiker, die Bildungszeit zu kürzen, wobei sie drei Wege beschreiten: (1) die Vorverlagerung des Einschulungsalters um ein Jahr, (2) die Kürzung der Schulzeit bis zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife um ein Schuljahr sowie (3) die Einführung der Bachelor-Master-Struktur des Studiums. Auf diese Weise sollte es möglich sein, einen akademischen Abschluss schon mit 25 Jahren zu erreichen und drei Jahre früher als bisher erwerbstätig zu werden. Die deutsche Bildungspolitik bemüht sich aber kaum, die Gruppe der gering oder gar nicht Qualifizierten zu verkleinern. Das Potenzial der Kinder, die in Haupt- und Förderschulen kommen, wird nicht auszuschöpfen versucht.
Quelle: Die Zeit vom 02.08.2007
Gegen die Vereinsamung im Alter
Immer mehr ältere Menschen werden in Zukunft ohne Verwandte sein, die z.B. Pflege- und Versorgungsleistungen übernehmen. Neue Wohnformen könnten eine Antwort auf diese Herausforderung sein - Gemeinschaften, in denen keiner im Stich gelassen wird: Jeder hilft jedem. Beispielsweise gibt es in Darmstadt schon zehn private Gruppen, die sich von einer gemeinschaftlichen Wohnform die Lösung von Problemen versprechen. Sie haben die generationsübergreifende Genossenschaft "Wohnsinn" gegründet und bereits ein Wohnprojekt realisiert.
Quelle: Echo-online.de vom 29.07.2007
Sinkende Aktienkurse durch "Entsparen"?
Wenn ab 2010 (und insbesondere ab 2020) die Babyboom-Generation in Rente geht, wird sich das Verhältnis Sparer zu Entsparer umdrehen. Während sie bisher für eine ständig steigende Nachfrage nach Aktien, Pensionsfonds und anderen Vermögenswerten gesorgt hat, werde sie nach der "Asset-Meltdown-Theorie" dann ihre Vermögenswerte zur Finanzierung der Rente verkaufen. In der Theorie hat das negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte - z.B. sinkende Aktienkurse. Auf Weltebene könnten jedoch die aufstrebenden Märkte in Asien und Lateinamerika ein Gegengewicht bilden. Auch würden sicherlich die Vermögenswerte nur langsam abgebaut.
Quelle: Fundresearch.de vom 26.07.2007
Privatrente
Bei Abschluss einer privaten fondsgebundenen Rentenpolice kann entweder der Kunde entscheiden, mit welcher Quote für Aktien, Anleihen oder Immobilien seine Police bestückt werden soll, oder die Fondsstrategen können die Aktienquote je nach Börsenlage von 0 bis 100% variieren. Für eine fondsgebundene im Unterschied zu einer klassischen Privatrente auf Lebensversicherungsbasis spricht die zumeist bessere Rendite und die Möglichkeit, mit zunehmendem Alter immer risikoärmer umschichten zu können. Allerdings haben fondsgebundene Anlageprodukte auch ein höheres Risiko. Die Lebensversicherung bietet hingegen einen Garantiezins von 2,25% plus die nicht garantierten Gewinne aus der Überschuss- und der Schlussbeteiligung - im Schnitt derzeit 4,2%.
Quelle: wiwo.de vom 10.07.2007
Die zukünftige Behandlung von Altersdemenz
Durch die steigende Lebenserwartung soll die Zahl der Demenzkranken in Deutschland von heute ca. 1,2 Mio. auf etwa 2,3 Mio. im Jahr 2050 ansteigen. Prof. Konrad Beyreuther, Gründungsdirektor des Netzwerkes Alternsforschung (NAR), rechnet aber damit, dass bis dahin einige der schon jetzt rund 100 Medikamenten-Hoffnungsträger den Krankheitsprozess verlangsamen oder aufhalten werden. So könnte 2050 die Zahl der Demenzkranken eher niedriger als heute sein - insbesondere wenn weiter in die Alzheimer- und Alternsforschung investiert wird.
Quelle: top-nachrichten24.de vom 06.07.2007
Riester-Förderung nutzen
Jedem dritten deutschen Haushalt droht laut einer Studie des deutschen Instituts für Altersvorsorge Altersarmut. Da ist private Vorsorge gefragt. So würde nahezu jeder von der Riester-Förderung profitieren. Förderberechtigt sind alle Personen, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen - aber auch versicherungspflichtige Selbstständige, Auszubildende, Wehr- oder Zivildienstleistende und Bezieher von Lohnersatzleistungen wie Kranken- und Arbeitslosengeld.
Gefördert wird die Riester-Rente durch staatliche Zulagen und Steuervorteile. Die Zulagenförderung besteht aus einer Grund- und einer Kinderzulage. Für das Jahr 2007 beträgt die Grundzulage 114 Euro pro Jahr (154 Euro ab 2008), und pro Kind kommen noch einmal 138 Euro (185 Euro ab 2008) hinzu. Außerdem können die Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
Quelle: Tagesspiegel.de vom 27.07.2007
Studie zur Zukunft der Pflege in Deutschland
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2020 um 50% auf 2,7 Millionen wachsen - und bis 2050 auf 4,7 Millionen. Kamen im Jahr 2005 auf 100 Erwerbsfähige im Alter von 20 bis 64 Jahren 4 Pflegefälle, werden es 2020 bereits 5,8 sein und 2050 sogar 12. Immer weniger Pflegebedürftige werden von Angehörigen gepflegt werden, z.B. wegen Kinderlosigkeit und Single-Dasein. Die Zahl professioneller Pflegekräfte wird entsprechend wachsen: von 545.000 Vollzeit-Beschäftigten auf 1 Million im Jahr 2030. Dann werden auf 100 sozialversicherungspflichtig Erwerbstätige annähernd 10 Beschäftigte im Pflegesektor kommen.
Die Ausgaben für Pflege werden laut eines Gutachtens von Professor Reinhold Schnabel, Universität Duisburg-Essen, im Jahr 2030 bei nahezu 48 Milliarden Euro liegen, von denen die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich 32 Milliarden Euro übernehmen wird. Die übrigen Kosten müssen durch private Selbstbeteilung und die Sozialhilfe aufgebracht werden. Dementsprechend werden sich Selbstbeteiligung und die Unterstützung durch die Kommunen bis zum Jahr 2050 verfünffachen. Aber auch die gesetzliche Pflegeversicherung könnte ihr heutiges Leistungsniveau nur beibehalten, wenn der Beitragssatz auf 3 bis 5,5% steigen würde. Dies würde aber die Lohnnebenkosten erhöhen. Deshalb sollte zunehmend auf ergänzende private kapitalgedeckte Vorsorge gesetzt werden.
Quelle: Innovations-Report.de vom 02.05.2007
Steuervorteile der Rürup-Rente zur Altersvorsorge nutzen
Seit Beginn des Jahres bietet die Rürup-Rente ihren Anlegern größere Steuervorteile und wird damit für die private Vorsorge deutlich attraktiver. Beiträge zu einer Rürup-Rente können jetzt zu fast zwei Dritteln steuerlich abgesetzt werden. Von den gesetzlichen Änderungen profitieren vor allem Freiberufler und Selbständige. Die Beiträge werden seit Jahresbeginn unabhängig von anderen Vorsorgeaufwendungen erfasst. Dadurch steigt die Summe der steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen von gut 5.000 Euro auf fast 8.000 Euro pro Jahr.
Quelle: financialport.de vom 05.04.2007
Geburtenschwund kostete 2500 Milliarden Euro
In Deutschland kamen wegen der rückläufigen Geburtenrate zwischen 1972 und 2000 insgesamt 9,6 Millionen Kinder weniger auf die Welt. Nach Berechnungen des Bielefelder Soziologen Franz-Xaver Kaufmann hat der Geburtenrückgang zu einer volkswirtschaftlichen Investitionslücke in das deutsche Humankapital von mindestens 2500 Milliarden Euro geführt.
Quelle: WirtschaftsWoche 25/2007
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