Martin R. Textor
 

Wie Deutschlands Energieversorgung unabhängiger werden kann

67% der Rohstoffe für die Energieerzeugung in Deutschland werden im Ausland für mehr als 80 Mrd. Euro gekauft. Kommt es zum Atomausstieg und zur Beendigung des subventionierten Steinkohlebergbaus bis 2018, bleiben nur Braunkohle und erneuerbare Energien als heimische Energieträger übrig. Laut den Energieexperten der Unternehmensberatung A.T. Kearney könnte durch den Umstieg auf eine nachhaltige, CO2-arme Energieerzeugung bei Strom, Wärme und Verkehr die Abhängigkeit vom Ausland reduziert werden. Zudem könnten langfristig 500.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Maßnahmen eines Green New Deals:

  • Investitionssicherheit für große Windkraft-Projekte schaffen. Investitionen: 500 Mio. Euro.
  • Aufbau dezentraler Energieversorgung mittels Erdwärme-, Solar- und mittelfristig Brennstoffzellenanlagen. Investitionen: 5 Mrd. Euro.
  • Technologien, um überschüssigen Windstrom zwischenzuspeichern. Investitionen: 12 Mrd. Euro.
  • Flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler, die Waschmaschine und Geschirrspüler erst dann anstellen, wenn Strom reichlich vorhanden ist. Investitionen: 2 Mrd. Euro.
  • Eine stärkere Förderung der Gebäudedämmung. Investitionen: 8 Mrd. Euro.
  • Anreize zum Kauf energieeffizienter Kühlschränke, Trockner und Industriemotoren. Investitionen: 3 Mrd. Euro.
  • Entwicklung intelligenter Stromnetze, die die schwankende Stromeinspeisungen ins Netz regeln. Investitionen: 100 Mio. Euro.
  • Die Zusammenschaltung Strom erzeugender Anlagen zu virtuellen Kraftwerken. Investitionen: 100 Mio. Euro.
  • Verstärkte Forschung an Hochleistungsbatterien für Elektroautos. Investitionen: 2 Mrd. Euro.
  • Eine Infrastruktur für Biomasseanlagen schaffen, durch die Abfälle eingesammelt werden. Investitionen: 1 Mrd. Euro.

Ein mutiger Umbau bringe große Chancen mit sich: Wer die beste Technik entwickelt, kann sie in alle Welt verkaufen. Immer mehr Länder - USA, China und Indien - investieren in alternative Energien. In Deutschland sanken allerdings die Forschungsausgaben des Bundes für den Energiesektor zwischen 1991 und 2007 um fast 40% auf rund 438 Mio. Euro.

Quelle: wiwo.de vom 21.01.2009