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Wie die Stromversorgung der Zukunft aussieht
Sonnen-, Wind-, Wellen- und Fusionskraftwerke sollen die Stromversorgung der Welt sichern.
Solarzellen sind derzeit mit etwa 4.000 für ein etwa ein bis zwei Quadratmeter großes Modul noch sehr teuer. Allerdings könnten laut der Firma Q-Cells die Kosten kurzfristig um 40 bis 50% gesenkt werden. Laut dem norwegischen Hersteller REC könnten im Jahr 2012 die Produktionskosten für Strom aus Sonnenenergie nur noch 5 Cent pro Kilowattstunde betragen - allerdings nur in südlichen Ländern.
Dort könnten aber auch Kraftwerke gebaut werden, die mit Hilfe riesiger Parabolspiegel die Wärme der Sonne einfangen und sie zur Erzeugung von Dampf verwenden, der in Turbogeneratoren in Strom verwandelt wird. Erste Anlagen dieser Art sind schon am Netz oder befinden sich im Bau.
Die Windenergie könnte hingegen am besten im Nordatlantik und vor der Westküste Nordafrikas genutzt werden. Die Zukunft sind Generatoren mit Hochtemperatur-Supraleitern, die nur noch halb so schwer sind. Sie werden den Bau von Windkraftwerken auf hoher See erleichtern, da Fundamente durch schwimmende Plattformen ersetzt werden können.
Eine Alternative sind Wellenkraftwerke, wie sie derzeit vor der Insel Islay betrieben und vor dem spanischen Baskenland gebaut werden. Die Firma ContiTech setzt hingegen auf Pelamis, eine 150 Meter lange "Seeschlange". Ihre Segmente verschieben sich im Wellengang gegeneinander. Diese Bewegungen übertragen sich auf Pumpen, die Hydrauliköl durch einen Turbogenerator pressen. Pelamis soll vor Portugal getestet werden - Wave Dragon, bei dem Wasser durch die Wellen in ein Becken im Meer gespült wird und beim Herauslaufen einen Turbogenerator antreibt, hingegen vor der walisischen Küste. Dort will das Unternehmen E.On bis 2011 auch "Windmühlen" unter Wasser bauen, welche die Gezeitenströmungen nutzen.
Bei der Kernenergie könnte wieder auf Thorium gesetzt werden, das in Grafit eingebettet höhere Temperaturen überstehen kann als ein Reaktor je erzeugen kann. Thorium-Hochtemperatur-Reaktoren liefen von 1966 an in Jülich und von 1983 an in Hamm-Uentrop, wurden dann aber Ende der 1980er Jahre stillgelegt. Nun ist das Interesse an ihnen neu erwacht, zumal Thorium auf der Erde fünfmal häufiger vorkommt als Uran. Außerdem erreichen die Reaktoren Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius (Uran-Reaktoren: 350 Grad), sodass Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und eine kohlendioxidfreie Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden könnte.
Bis zum Jahr 2020 soll im französischen Cadarache der erste Fusionsreaktor ans Netz gehen, in dem radioaktive Wasserstoffisotope zu Helium verschmolzen werden. Gelingt die Kernfusion, sind sämtliche Energieprobleme gelöst: Ein 1.000-Megawatt-Reaktor verbraucht nur 100 Kilogramm Deuterium (aus Wasser gewonnen) und 300 Kilogramm Lithium (reichlich auf der Erde vorhanden).
Quelle: wiwo.de vom 01.07.2008
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