Martin R. Textor
 

Zweiter Teil des UN-Klimaberichts

Es sind die Ärmsten der Armen, die durch den Klimawandel am härtesten getroffen werden: Milliarden Menschen droht eine verstärkte Wasserknappheit; es wird mehr Dürren und Hitzewellen geben; 20 bis 30% aller Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht.

Afrika ist dem UN-Klimabericht zufolge der verletzbarste Kontinent: Schon im Jahr 2020 werden 75 bis 250 Millionen Menschen unter stärkerem Wassermangel leiden. In manchen Ländern könnten die Erträge der Landwirtschaft um 50 Prozent zurückgehen.

In Südasiens werden aufgrund des Abschmelzens der Gletscher im Himalaya in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten gigantische Überflutungen befürchtet. Zwar werden bis 2050 die landwirtschaftlichen Erträge in Ost- und Südostasien um 20 Prozent steigen, in Zentral- und Südasien hingegen um 30 Prozent sinken.

Relativ glimpflich kommt Nordamerika davon: Einerseits könnte die Agrarproduktion um 5 bis 20 Prozent steigen, andererseits ist mit mehr Hitzewellen und weniger Schnee zu rechnen.

Generell werden sich die regionalen Unterschiede auf der Erde vergrößern. Beispielsweise werden sich in Südeuropa die Bedingungen verschlechtern: Aufgrund höherer Temperaturen und mehr Dürre wird die Landwirtschaft weniger produktiv, der Sommertourismus kommt in Probleme. In Nordeuropa wird hingegen der Heizbedarf sinken, werden der landwirtschaftliche Ertrag sowie die Holzernten steigen.

Generell werde das Potenzial der Welt zur Lebensmittelproduktion steigen, solange die Temperaturerhöhung nicht stärker als drei Grad ausfällt. Ähnliches gilt für die Holzproduktion der Welt. Zum einen wachsen in feuchteren Regionen die Niederschläge bis 2050 um 10 bis 40%, während sie in den trockenen Gegenden nur um 10 bis 30% sinken. Zum anderen kann in Zukunft im Norden von Russland, Nordeuropa und Kanada Landwirtschaft betrieben werden.

Solange die Temperaturerhöhung vier Grad nicht übersteigt, gibt es für Jahrhunderte nur eine "mittlere Wahrscheinlichkeit", dass die Gletscher in der Arktis und Antarktis zumindest teilweise abschmelzen. So wird sich der Meeresspiegel nicht um viele Meter erhöhen, wie bisher befürchtet wurde.

Quelle: Die Presse.com vom 10.04.2007